Fränkische Seen Ahoi, Piraten!

Vor zehn Jahren noch fuhr Karl Gutmann allenfalls mit den Schlepper über die Felder bei Gunzenhausen, heute steuert der ehemalige Landwirt stolz ein knapp 24 m langes Passagierschiff – das sich jeden Dienstag und Freitag in einen Freibeuterkahn verwandelt. Rund 40 Kinder und ihren Eltern starten dann mit ihm zur „Piratenfahrt“. Los geht’s bereits eine Stunde vor der Abfahrt, dann werden nämlich grimmige Schnurrbärte aufgemalt und Augenklappen angelegt.

Wo ist die Flaschenpost?

Wenn das Schiff, die MS Altmühlsee, schließlich in See gestochen ist, stehen die Kinder neugierig an der Reling. Irgendwo im Wasser schwimmt eine Flaschenpost, mit einem geheimen Plan, der zu einem Schatzversteck führt. Doch bevor die Botschaft gefunden und aus dem See gefischt wird, hat Karl Gutmann für seine Fahrgäste noch eine Überraschung parat: Wer möchte, darf kurz Kapitän sein – und steuern. Ein Erlebnis, das die Kleinen wohl nicht so schnell wieder vergessen werden.

Mast- und Schotbruch!

Der Altmühlsee, etwa 50 km südwestlich von Nürnberg bei Gunzenhausen gelegen, gehört zu den ältesten der fränkischen Seen: Das 3,5 km lange Gewässer, das etwa so groß ist wie der oberbayerische Königssee, wurde 1985 geflutet, ebenso wie der Kleine Brombachsee und der Igelsbachsee. Der Tourismus in der Region hat kräftig davon profitiert: Der Große Brombachsee etwa ist über 5 km lang, bis zu 32 m tief – und beherbergt bei Ramsberg am Südufer den größten Binnensegelhafen Deutschlands. Eine seiner weiteren Attraktionen: die MS Brombachsee, ein moderner dreigeschossiger Fahrgast-Trimaran für bis zu 750 Passagiere, der mehrmals pro Tag rund um den See schippert.

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