Faszination NaturDie sieben Naturwunder der Erde

Die sieben Naturwunder der Erde

Von den sieben Weltwundern der Antike hat man irgendwann einmal in der Schule gehört. Als Gedächtnisstütze: Hier handelt es sich um die Pyramiden von Gizeh, die Zeusstatue des Olymp, den Artemistempel in Ephesos, das Grabmal von Mausolos, die hängenden Gärten von Semiramis, den Koloss von Rhodos und den Leuchtturm von Pharos. Aber außer den Pyramiden ist keines mehr vorhanden. Ganz anders steht es um die sieben Naturwunder, die man allesamt in ihrer Schönheit noch bewundern kann. 

 

Vier Jahre lang wurden Menschen auf der ganzen Welt befragt, welche der Naturschönheiten ihrer Meinung nach zu den schönsten der Erde gehörten. Aus den 440 Stätten und Naturschauspielen wurden schließlich 28 Finalisten ausgewählt: der Amazonas (Südamerika), der Salto-Ángel-Wasserfall (Venezuela), die Bay of Fundy (Kanada), der Schwarzwald (Deutschland), die Bu-Tinah-Insel (Vereinigte Arabische Emirate), die Cliffs of Moher (Irland), das Tote Meer (Jordanien, Palästina), der Regenwald El Yunque (Puerto Rico), die Galapagos-Inseln (Ecuador), der Grand Canyon (USA), das Great Barrier Reef (Australien), die Halong-Bucht (Vietnam), die Iguazu-Fälle (Argentinien/Brasilien), die Malediven, die Jeita-Grotte (Libanon), die Insel Jejudo (Südkorea), der Kilimandscharo (Tansania), die Insel Komodo (Indonesien), die Masurische Seenplatte (Polen), das Matterhorn (Schweiz/Italien), der Milford Sound (Neuseeland), die Schlammvulkane (Aserbaidschan), der unterirdische Fluss Puerto Princesa (Philippinen), die Mangrovenwälder Sundarbans (Bangladesch/Indien), der Tafelberg (Südafrika), der Uluru/Ayers Rock (Australien), der Vesuv (Italien) und der Berg Yu Shan (China).

Und hier sind die sieben Gewinner:

Amazonas


Der mit Abstand wasserreichste Fluss der Erde ist Lebensader für den weltweit größten und artenreichsten Regenwald. Er fließt durch Surinam, Brasilien, Ecuador, Venezuela, Kolumbien, Französisch Guyana, Guyana, Bolivien und Peru und ist damit einer der wichtigsten Verkehrswege Südamerikas. Mit einer durchschnittlichen Wasserführung von 206.000 Kubikmeter pro Sekunde (!)  führt er mehr Wasser als die sieben nächstkleineren Flüsse zusammen. Kein Wunder also, dass es keine einzige Brücke über den Amazonas gibt.

Halong-Bucht

Das Weltnaturerbe im Norden Vietnams besteht aus 1969 Kalkfelsen, die zum Teil mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser ragen und oft dicht bewachsen sind. Die „Bucht des untertauchenden Drachen“ sitzt auf einem Kalksteinplateau, das langsam im Meer versinkt. Viele Grotten und Höhlen können nur bei Ebbe betreten werden.

Iguazú-Wasserfälle

Iguazú heißt nichts anderes als großes Wasser – und das ist noch reichlich untertrieben: 20 große und 255 kleinere Wasserfälle machen das beeindruckende Naturwunder in Brasilien und Argentinien aus. Da die meisten Fälle in Argentinien liegen, ist der größere Panoramablick übrigens von der brasilianischen Seite aus möglich. Dort kann man Zeuge werden, wie sich bis zu 7000 Kubikmeter Wasser jede Sekunde bis zu 82 Meter in die Tiefe stürzen.

Jejudo-Insel


Südkoreas größte Insel ist eine Vulkaninsel. Hallasan, der mit 1950 Metern höchste Berg des Landes, schläft aber friedlich vor sich hin. Das dunkelgraue vulkanische Gestein und die Erde aus Vulkanasche sorgen für optische und landwirtschaftliche Attraktivität. 


Komodo-Insel


Komodo gehört zu den Kleinen Sundainseln in Indonesien und ist gleichzeitig mit den beiden anderen Inseln Rinca und Padar ein Nationalpark. Touristen kommen zum Tauchen hierher oder um den Komodovaran zu bewundern – die größte heute noch lebende Echse, die auf ein Gewicht von bis zu 70 Kilogramm kommt. Bei der einheimischen Bevölkerung sind die Komodovarane eher unbeliebt, weil sie immer wieder Ziegen reißen und auch schon mal frisch bestattete Tote ausgegraben und deren Leichen fressen.

Puerto Princesa


Der Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark befindet sich auf den Philippinen und wurde 1971 zum Schutz des unterirdischen Flusses Sabang eingerichtet. Für Touristen sind die ersten 1,2 Kilometer des längsten schiffbaren Untergrundflusses der Welt freigegeben; bei der Fahrt kann man neben zahlreichen Zwergfledermäusen auch viele Stalagmiten und Stalaktiten, Orgelpfeifen, Vorhänge und Dome bewundern.

Tafelberg


Der Tafelberg, der fest zur Silhouette Kapstadts gehört, ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Südafrikas. Seit 1929 schon führt eine Seilbahn auf den Gipfel, deren Kabinen sich um sich selbst drehen und somit maximalen Aussichtsgenuss vermitteln. Seine typische, oben ganz platte Form verdankt er Wind- und Wassererosionen. Sein eigenes Mikroklima sorgt auch für eine reiche Pflanzenvielfalt, die mit über 1400 verschiedenen Arten die von ganz Großbritannien übertrifft.
von Solveig Michelsen

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