KroatienDer junge Hund und das Meer

Der junge Hund und das Meer

Meine Schwiegereltern fahren jedes Jahr im Sommer mit Hund, Kindern und Freunden zum Campen nach Kroatien. Campen ist nun so gar nicht unsere Sache, aber da auch wir einen Hund haben, entschlossen wir uns im Sommer 2006, meinen Schwiegereltern nach Kroatien zu folgen, um unserem wasserbegeisterten Hund das Meer zu zeigen.

Die Fahrt nach Kroatien war sehr unkompliziert. Wir fuhren in der Nacht, sodass Tes, unsere damals vierjährige Schäferhündin, schlief. Und rechtzeitig zum Frühstück erreichten wir die wunderschöne, serpentinenartige Küstenstraße vor der Insel Rab, die unser Ziel sein sollte. Der Blick auf das azurblaue Meer gefiel auch Tes sehr gut, die eine echte Wasserratte ist.
Schnell waren wir mit der Fähre auf Rab und das Wiedersehen mit meinen Schwiegereltern war groß. Wir bezogen ein Zimmer in einer angrenzenden Pension und nach nur wenigen Stunden ging es hinunter zum Meer. Tes fackelte nicht lange und sprang gleich ins kühle Nass.

Und wie es schon immer ihre Angewohnheit war, nahm sie dabei auch ein paar große Schlucke von dem Wasser, das sie umgab. Die Gestik unseres Hundes war phänomenal. Alle, die mitgekommen waren, lachten sich schief, weil Tes uns deutlich zu verstehen gab, dass ihr das Meerwasser überhaupt nicht schmeckte. Sie versuchte es noch einige Male, doch es wurde nicht besser.

Natürlich hatte ich auch einen Wassernapf mit Süßwasser aufgestellt, doch Tes verweigerte es, traute dem Wasser nicht mehr. Irgendwann konnte ich sie doch überreden, aus dem Napf zu trinken – und voller Freude stellte sie fest, dass das Wasser jetzt wieder gut schmeckte.

Ich kann nur vermuten, dass sie das zur Annahme brachte, dass auch das Wasser in dem großen Napf mit den Wellen jetzt wieder gut schmecken würde, denn sie ging sofort zurück ins Meer und nahm auch dort wieder kräftige Schlucke – nur um festzustellen, das sich wohl innerhalb von Sekunden etwas am Wasser geändert haben musste.

Dieses Hin und Her ging dann den gesamten Nachmittag und auch die zwei folgenden Tage so. Mein Hund – so gern ich ihn habe – war leider nicht intelligent genug, die Hintergründe zu durchschauen. Und abgesehen vom schlechten Geschmack kam natürlich auch der Durchfall. Nachdem wir diesen nicht in den Griff bekamen, mussten wir leider vorzeitig abreisen.

Tja, das hat mir wieder einmal deutlich gezeigt: Das, was der Mensch schön findet, muss das Tier noch lange nicht glücklich machen …

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