Prags jüdisches Viertel: Kaffee mit Kafka

Prags jüdisches Viertel bezaubert durch besonderes Flair. Hier liegt die eleganteste Flaniermeile, hier locken atmosphärische Synagogen und klassische Konzerte in historischem Gemäuer.

Nördlich vom Altstädter Ring erstreckt sich Josefstadt (Josefov). In dem ehemaligen Judenviertel lebte die jüdische Gemeinde seit dem 15. Jh. Hinter hohen Mauern verbirgt sich der große jüdische Friedhof. Unter den Bäumen drängen sich auf rund 1 ha etwa 12 000 alte Grabsteine und Sarkophage, der älteste von 1439, der jüngste von 1787. Hier liegt der bekannte und bis heute verehrte Rabbi Löw begraben, der im 16. Jh. den Golem geschaffen haben soll. Das Gelände ist malerisch hügelig, denn die Toten wurden aus Platzgründen in bis zu zwölf Schichten begraben.

Synagogen über Synagogen

Neben dem Friedhof befindet sich das Museum, das alle jüdischen Sehenswürdigkeiten des Viertels verwaltet, deren Eintritt im Ticketpreis von 20 Euro enthalten ist. Nebenan in der Pinkass-Synagoge befand sich lange eine Gedenkstätte für die 80 000 tschechischen Juden, die dem Holocaust zum Opfer fielen und deren Namen auf den Wänden geschrieben stehen. Auf einem Rundgang lassen sich der Zeremoniensaal und drei weitere Synagogen besichtigen. Besonders prachtvoll ist die maurische Spanische Synagoge mit orientalischer Decken- und Wandbemalung.

Spurensuche

Wandeln Sie in Josefov auf den Spuren von Franz Kafka! Der jüdische Schriftsteller, der fast sein gesamtes Leben in Prag verbrachte, wurde ganz in der Nähe des Altstädter Rings geboren. Sein Geburtshaus stand nahe der St.-Nikolas-Kirche, deren Vorplatz seit einigen Jahren Franz-Kafka-Platz heißt. Nach einem Brand ist nur noch das Portal erhalten, und auch viele folgende, bessere Wohnadressen existieren nicht mehr.

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