Telemark: Mini-Norwegen

Vrådal ist der ideale Ausgangspunkt für Nordic Walking-Touren, durch Wälder und Berge zieht sich ein gut markiertes Streckennetz. Für Anfänger eignet sich die Panorama-Route, die sich ohne große Höhenunterschiede durch die Wälder schlängelt. Anspruchsvoller und schweißtreibender ist die Joker-Route für Walker mit Bergsteigerpotenzial. Wer die steilen Abschnitte mit seinen Stöcken überwindet, wird mit einem eindrucksvollen Ausblick auf das am See gelegene Örtchen Vrådal belohnt.

Auf Safari mit dem norwegischen Elchhund

Langsam steuert Hans Øy seinen Jeep durch die norwegische Wildnis. Auf der Ladefläche hockt eine Familie aus Schwaben. Alle sind mucksmäuschenstill und haben ihren Finger am Auslöser der Digitalkamera. Ein norwegischer Elchhund, der ebenfalls mitfährt, nimmt die Witterung auf. Zur Dämmerung treffen sich die Elche nämlich an den Wasserstellen im Moor. Der Naturforscher Øy hat sich auf Elch-Safaris spezialisiert. Die deutschen Touristen haben Glück, aufgeregt streckt der Jagdhund seine Spürnase aus dem Geländewagen. Auf einer Lichtung erscheint ein ausgewachsener Elchhirsch und verschwindet mit federnden Riesenschritten im Wald.

Ein Seeungeheuer namens Selma

Loch Ness hat Konkurrenz bekommen. In dem bis zu 150 Meter tiefen See Seljordsvatnet treibt Selma ihr Unwesen. Das Seeungeheuer ist ungefähr 20 m lang und erschreckt gelegentlich nichts ahnende Urlauber, die mit dem Paddelboot unterwegs sind. Abgesehen von ungeheuerlichen Geschichten über Selma ist die Urlaubswelt am Bergsee aber in bester Ordnung: Einsame Wanderpfade und Kletterstrecken warten unter Berggipfeln und Schäfchenwolken, die sich im glasklaren See spiegeln, auf alle, die in der Natur ihr Ferienglück suchen. Das Bad im Seljordsvatnet ist allerdings nur etwas für echte Norwegen-Kenner – die Wassertemperaturen erinnern an klirrende Wintertage.

Die Erfindung des legendären Telemark-Stils

Morgedal ist ein historischer Ort und der Grund, weshalb die meisten Ausländer bei Telemark zuerst an eine Landung bei Skispringern und diesen ganz besonderen Fahrstil mit den ausholenden Bewegungen und den tiefen Kniebeugen bei Abfahrtsläufern denken. Im 19. Jh. bastelte sich Sondre Norheim in diesem Tal die ersten Skibindungen und erfand den Knieschwung, mit dem er die Pisten hinabjagte. Das Ski-Museum von Morgedal ist dem legendären Pionier des Abfahrtssports gewidmet. Hier können Sie sich Norheims Originalholzski ansehen und einen Blick in den Nachbau seiner Hütte werfen. Außerdem erfahren Sie, dass „Ski“ „gespaltenes Holz“ bedeutet und „in Kurven der Spur des Abhangs folgen“ auf Norwegisch kurz „Slalom“ heißt – wer hätt’s gedacht. Genügend Zeit zum Ausprobieren bietet Morgedal, die Wiege des modernen Skisports, außerdem: Die Saison dauert von November bis Mai.

Text: Claudia Piuntek

Informationen

Vrådal: vraadal.com

Fyresdal: visitfyresdal.com

Ski-Museum in Morgedal: vest-telemark.museum.no


Übernachten:

Vrådal Hotel og Hyttepark
Tiurgvegen 5, Vrådal, Tel. 0047/35/06 93 00, Fax 06 93 01, vradal.no


Essen & Trinken:

Quality Straand Hotel & Resort Vrådal
Vradalsvegen 1, Vrådal, Tel. 0047/35/06 90 00
quality-straandhotel.no
Das traditionsreiche Hotel lockt unter anderem mit einem leckeren Büfett.

Nach oben