Queenstown: Und Action!

Eigentlich scheint Queenstown ganz beschaulich zu sein. Das 9000-Ew.-Städtchen duckt sich unter den Regenschauern, die über den (bei Sonnenschein wahrscheinlich ganz romantischen) Lake Wakatipu ziehen. An den altertümlichen Laternen baumeln bunt bepflanzte Blumenkübel, die niedrigen Häuschen aus Holz oder Stein mit ihren verzierten Balkonen und Veranden wirken wie aus der Zeit gefallen. Sind sie aber nicht: Historische Bausubstanz gibt es kaum noch, seit sich Queenstown stetig steigender Besucherzahlen erfreut. Angelockt werden die Touristen durch das, was bevorzugt in Neonfarben in fast jedem Schaufenster nach Aufmerksamkeit schreit: Poster, Plakate und Flyer, die Bungy, Jetboat, Rafting, River Surfing und vieles mehr anpreisen. Hinter der gemütlichen Fassade Queenstowns geht’s nämlich um einen ganz besonderen Stoff, um Adrenalin.

Abendessen mit Bungy-Dessert

Bob’s Peak heißt der Berg, der das Städtchen überragt und von dem man sich, nach einer gemütlichen Fahrt in der Skyline Gondola, einen Überblick über die selbst ernannte Action-Hauptstadt der Welt und ihre malerische Umgebung machen kann. Besonders nachts, bei einem Dinner im Restaurant, ist das ein netter Höhepunkt, der sich mir nichts, dir nichts mit einem Adrenalincocktail krönen lässt – am Bungy-Seil in 400 m Höhe über der Stadt etwa. Oder, tagsüber, im Tandemgleitflug und – etwas bodenständiger, aber fast genauso aufregend – im speziellen Bob beim Downhill auf einer Asphaltpiste.

Längst ist das Actionbusiness zum bestimmenden Tourismusfaktor in der Stadt geworden, nicht nur zum Vergnügen aller Einheimischen. Wer will, kann hier eine Woche lang den Adrenalinspiegel auf höchstem Level halten, und zwar mit immer neuen und immer anderen Spielchen. Dem tragen auch die Veranstalter Rechnung: In so genannten „Combos“ können Sie die verschiedensten Abenteuertrips miteinander kombinieren – vom Bungy-Seil ins Jetboat, dann ins Wildwasserschlauchboot und am Ende in den Helikopter.

Mit Schwung über den Canyon

Der Bungy-Sprung auf Bob’s Peak jedenfalls findet zwar in 400 m Höhe statt, ist aber mit seinen 47 m Freifall ein eher kurzes Vergnügen (Der Sprung von der Kawarau Suspension Bridge, wo Bungy-Papst AJ Hackett das bodenlose Vergnügen erfunden haben soll, beträgt „nur“ 43 m). Deshalb gibt’s den Pipeline Bungy in Skippers Canyon mit seinen 102 m und den Nevis Highwire-Sprung. Hier geht’s 134 m in die Tiefe, 8,5 Sek. lang im freien Fall. Einen besonderen Kick hält der Shotover Canyon Swing bereit: Nach 60 m freiem Fall schwingt das Seil in einem 200-m-Bogen über den Canyon.

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