Der Abel Tasman National Park: Taxi ins Paradies

Das Paradies ist nur eine Taxifahrt entfernt. Exotisches Ziel, ungewöhnliches Fahrzeug: Dieses Taxi ist ein Boot. Ein gelb gestreiftes kleines Schiff mit zehn Sitzplätzen – auf einem Anhänger hinter einem blauen Trecker. Die Fahrgäste nehmen Platz, der Trecker setzt sich in Bewegung, das Meer, so wird deutlich, ist weit. Nach einer gemütlichen Fahrt über den Strand landet das Wassertaxi in seinem Element und es geht los, immer die Küste mit ihren goldenen Stränden entlang, grüne Dschungelhänge drübergebeugt. Delphine geben Geleitschutz.

Eine der schönsten Wanderstrecken der Welt

Der Coastal Track im Abel Tasman National Park im Norden der Südinsel ist mit Sicherheit eine der schönsten Wanderstrecken der Welt. Zwei Stunden dauert die Fahrt zum Ausgangspunkt Totaranui – und allein die Anreise ist Grund genug, dem Pfad einen Trekking-Oscar zu verleihen. Ganz ohne nasse Füße verläuft die Reise allerdings nicht: Am Ende heißt es, ins türkisfarbene Wasser zu springen und an Land zu waten. Das Taxi dreht und macht sich auf den Rückweg. Endlich allein? Nicht ganz, von Dezember bis Februar ist viel los auf dem Küstenpfad. Einsame Stellen gibt’s aber noch immer zur Genüge.

Vor allem, wenn die Nacht kommt und die leuchtenden Farben langsam blasser werden. Dann sind die Tagestouristen verschwunden, die das Taxiboot an einer der früheren Haltestellen verlassen haben, um nur über ein kurzes Stück des Pfads zu wandern. Der Abend gehört jenen, die mehr Zeit im Gepäck haben. Der ganze Weg zurück nach Marahau, dem Startpunkt des Wassertaxis, ist von Totaranui aus sowieso nicht am Stück zu schaffen.

Flotte Seekajaks und riesige Sanddünen

Mit Rucksack und Wanderstiefel ist nur eine Art, dem Park nahe zu kommen. Fast spannender noch sind Ausflüge per Seekajak: Einige Stunden oder mehrere Tage dauern sie und führen durch die Wunderwelt der Buchten, von Torrent Bay bis Onetahuti Bay. Und wer nach der Rückkehr in die Zivilisation noch immer nicht genug hat, der wendet sich noch einmal Richtung Norden. In Collingwood startet einer der berühmtesten Wanderwege Neuseelands, er verbindet die südseesanfte Golden Bay mit der rauen Westküste: Der Heaphy Track führt durch den Kahurangi National Park, ist 77 km lang und in 5 bis 6 Tagen zu bewältigen. Außerdem ist Collingwood der Startpunkt von Allradsafaris zum Farewell Spit, dem nördlichsten Punkt der Südinsel und einem Traumziel für alle, die mal richtig große Sandburgen bauen wollen. Die einsame, rund 25 km lange Landzunge besteht ausschließlich aus mächtigen, bis zu 30 m hohen Sanddünen. An ihrem äußersten Ende steht ein Leuchtturm – und wenn Sie Glück haben, winkt Ihnen hier sogar ein Wal mit seiner Fluke zu.

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