Die Namib: Wüstes Abenteuer

Diesen steilen Hang soll es jetzt hinunter gehen? Beim Sandboarding in der Namib, der ältesten Wüste der Welt, sind starke Nerven gefragt. Im Sossusvlei im Westen Namibias erstrecken sich die Dünen wie ein endloses, wogendes Sandmeer, in Farben von sanftem Apricot bis zu kräftigem Ziegelrot. Manche sind bis zu 300 m hoch und fallen rapide ab – perfekt für dieses Hochgeschwindigkeits-Abenteuer, bei dem Brettl-Fans bis zu 80 Stundenkilometer erreichen.

Wenn der Sand auf der Haut kitzelt

Profis stehen auf speziell für den Sand präparierten Snowboards. Anfänger liegen bäuchlings, mit dem Kopf voran auf einem breiten, an der Spitze nach oben gebogenen Brett. Helm, Ellenbogenschützer und Handschuhe sorgen für die nötige Sicherheit. Doch ein Sturz in den weichen Sand hat in der Regel nur eine einzige Folge: Die feinen Sandkörner finden garantiert ihren Weg bis in die Unterwäsche.

Meditative Stille über der Wüste

Ganz gemächlich dagegen erleben Urlauber die faszinierende Wüstenlandschaft vom Heißluftballon aus. Wie in Zeitlupe steigen die Ballonfahrer in der Morgendämmerung über der Namib beim Seebad Swakopmund auf. Die letzten Sterne verblassen gerade am blank polierten Himmel. Langsam werden die Straßen im Schachbrettmuster immer kleiner. Weg vom eiskalten Atlantik, der hier maximal 18 Grad erreicht, schwebt der Korb über den goldgelben Sand. Zwischendurch faucht der Brenner, doch sonst herrscht atemlose Stille – das Licht- und Schattenspiel der Dünenkämme ist wie Meditation. Nach der Landung wird angestoßen: Sekt-Frühstück mitten in der menschenleeren Natur – ein Genuss der Extra-Klasse.

Konkurrenz für Lara Croft

Wer jede Bodenwelle in den Dünen spüren will, erobert die Wüste mit dem Quad-Bike. Lara Croft hat es in den Computerspielen darin zur Meisterschaft gebracht. Doch auch Neulinge, die noch nie auf den vierrädrigen, geländegängigen Motorrädern gesessen haben, kriegen den Dreh schnell heraus – sogar ohne rettendes Medipack.

Zum Schutz des Ökosystems

Am Rand der Hafenstadt Swakopmund geht’s los. Zunächst etwas wackelig, denn die Lenkung ist sehr sensibel. Doch bald wagen auch die Zaghaftesten einen so genannten Rollercoaster: mit Schwung die Düne hinauf und im großen Bogen wieder hinunter. Ein Riesenspaß! Mit Handzeichen warnt der Guide an der Spitze der Gruppe vor gefährlichen Senken und sagt an, wann Geschwindigkeit gefragt ist. Die Tour führt ausschließlich über speziell ausgezeichnete Wege, um das empfindliche Ökosystem der Wüste nicht zu stören. Zum Schluss zieht man sich beglückt den Helm vom Kopf: Bei der nächsten „Tomb Raider“-Folge spiele ich die Hauptrolle!

Text: Gesine Oltmanns

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