Cayos von Villa Clara: Zu den Sternen

Die Liebe geht manchmal seltsame Wege – und oft geht es für Romeo und Julia nicht gut aus. Ein Fischer auf einer kleinen Insel nördlich von Kuba, so erzählen es seine Kollegen in Caibarién und auf den Koralleninseln, liebte ein junges Mädchen. Sie trafen sich heimlich, und damit sie nicht entdeckt wurden, erzählten sie den Leuten, am Ort ihres Rendezvous’ gebe es Hexen. Die Romanze endet tragisch: „Eines Abends“, so erzählt es Yalin Morales Gonzales, „verschwand das Mädchen für immer.“ Der junge Mann? „Er verfiel dem Alkohol“, sagt Yaylin, die zusammen mit Kapitän Joel Alonso Triana und einer kleinen Touristengruppe mit einem Katamaran in See gestochen ist. Ausgangspunkt der Tour: die Marina auf dem Cayo Las Brujas, auf der – genau! – „Insel der Hexen“. Von Bord aus zu sehen ist eine kleine Nachbarinsel: Cayo Borracho, was soviel heißt wie „betrunkener Mann“.

Havarie mit Folgen

Ob die Erzählung sich so zugetragen hat? Wer weiß, doch dass die „San Pascual“, die Kapitän Joel Alonso inzwischen umrundet hat, eine bewegte Geschichte hinter sich hat, ist nicht zu bezweifeln. Der Öltanker ging im Jahr 1933 auf Grund, wurde nach dem Sieg der kubanischen Revolution eine Zeit lang als Gefängnis genutzt – und war Jahrzehnte später als Hotelschiff Ausgangspunkt der touristischen Erschließung der Cayos von Villa Clara, auf denen es vor zehn Jahren noch kein einziges Hotel gab.

Von Mangroven zu Massagen

„Ich habe im Jahr 2001 angefangen, hier auf den Cayos zu arbeiten“, erklärt Yaylin. „Damals gab es nur eine kleine Bungalowanlage mit 24 Zimmern, die ,Villa Las Brujas’. In den Jahren darauf wurden dann die anderen Hotels gebaut, und die Marina.“ Sie hat miterlebt, wie die drei Cayos Santa Maria, Ensenachos und Las Brujas innerhalb eines Jahrzehnts von unbewohnten, von Mangroven überzogenen Koralleninseln zu einem Ziel für hochwertigen Strand- und Spa-Urlaub mutiert sind. Freilich nicht für US-Urlauber: Ihnen wird ein Kubaaufenthalt von der eigenen Regierung verboten. Inzwischen finden sich auf den drei Cayos mehr als 2000 Hotelzimmer, 6000 weitere sollen folgen. Auch ein Touristendorf mit Restaurants und Souvenirgeschäften sowie ein Delphinarium sind in Planung.

Fünf-Sterne-Luxus

Im Gegensatz zu den überfüllten Stränden um Varadero, an denen sich zahlreiche Restaurants, Diskotheken und Souvenirgeschäfte befinden, sind die von Dünen und Mangroven überzogenen Cayos vor allem für Urlauber ein Traum, die Ruhe und Entspannung suchen. Ein Paradies für alle, die Natur und unberührte Sandstrände genießen wollen – und sich durch ein Serviceangebot auf Vier- und Fünf-Sterne-Niveau verwöhnen lassen möchten.

Stressabbau, all inclusive

Die meisten Hotels auf den Cayos de Villa Clara finden sich auf Cayo Santa Maria. Der größte der drei Cayos begeistert seine Besucher durch wunderschöne, schier endlose Sandstrände. Das Hotelangebot wird von der Sol Meliá-Gruppe dominiert, die auf dem Cayo Santa Maria gleich drei All-Inclusive-Anlagen unterhält. Wellnessurlauber sollten das Vier-Sterne-Haus Sol Cayo Santa Maria buchen: Ein großer Spa-Bereich lässt dank Massagen mit heißen Steinen, Kaffeemassagen, Weintraubenbädern und Schokoladen-Einreibungen Stress zu einer vagen Erinnerung werden.

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