Ein Hochzeitskleid, ein Teddybär und eine Axt: Solch erstaunliche Exponate bestaunst du im majestätischen Kulmer-Palast. Dort ist das „Museum der zerbrochenen Beziehungen“ untergebracht, das unzählige Symbole unglücklicher Liebesbeziehungen ausstellt. Die Idee entstand aus der Trennung der Zagreber Künstler Olinka Vistica und Drazen Grubisic. Damals wussten sie nicht, wohin mit den Erinnerungen an ihre Beziehung. Deshalb lagerten sie all diese Gegenstände aus und nach und nach folgten Freunde ihrer Idee – so entstand das Museumskonzept. In den folgenden Jahren reisten die Exponate mehrmals um die Welt und wurden in unterschiedlichen Ländern gezeigt. Inzwischen hat das „Museum der zerbrochenen Beziehungen“ zwei feste Standorte im Zagreber Kulmer-Palast sowie in Los Angeles – und eine ständig wachsende Sammlung.

Kuriose Exponate aus aller Welt

Heute ist jeder Besucher eingeladen, die Ausstellung um eine eigene Erinnerung an eine gescheiterte Beziehung zu ergänzen. Die einzige Bedingung: Zu jedem Gegenstand muss auch die Geschichte dahinter erzählt werden, der Spender darf jedoch anonym bleiben. Hast du gerade eine unglückliche Liebe hinter dir und möchtest ein persönliches Erinnerungsstück loswerden? Oder willst du einfach nur die Sammlung kurioser Gegenstände bestaunen? Ein Spaziergang durch das ausgefallene Museum lohnt sich auf jeden Fall! Hier erfährst du, welche besondere Bewandtnis es mit einem kaputten Gartenzwerg hat, liest die Geschichte einer orangefarbenen Unterhose oder findest heraus, warum ein Toaster aus Denver zum Symbol einer zerbrochenen Beziehung wurde. Warum sich eine Axt aus Berlin im Museum befindet, ist schnell erklärt: Mit ihr zertrümmerte der Spender das komplette Mobiliar seiner Freundin, nachdem diese ihn verlassen hatte.

Du magst es bizarr und makaber? Dann sollte das Foltermuseum „Tortureum“ ganz oben auf deiner Liste der erstaunlichen Museen stehen! In einer halbdunklen, gruseligen Atmosphäre mit entsprechender Sound-Installation wirst du in eine düstere Vergangenheit zurückversetzt. Das Museum zeigt mehr als 70 Folter- und Hinrichtungsinstrumente – beispielsweise eine originalgetreue Nachbildung der Guillotine aus dem Jahr 1792. Auch eine Streckbank und ein Pendulum, eine pendelnde Axt, die mit jedem Schlag etwas tiefer schwang, kannst du dir hier aus der Nähe anschauen. Zu den besonderen Exponaten gehört ebenfalls die sogenannte Eiserne Jungfrau, mit der den Verurteilten Geständnisse entlockt wurden. Das war zum Beispiel bei den Hexenprozessen der Fall, die im Museum ebenfalls thematisiert werden. Interessieren dich eher die mittelalterlichen Instrumente, ist allerdings neueste Technik angesagt: Am Eingang erhältst du ein Tablet, mit dem du bequem die QR-Codes an den Wänden scannst und so zusätzliche Informationen erhältst.

Schockierende Geschichte menschlicher Gewalt

Das Zagreber „Tortureum“ ist als Erlebnismuseum für alle Sinne konzipiert. Deshalb gehört auch der Kerker zu den besonderen Attraktionen des Museums: Hier können die Besucher eine Minute lang in einem kleinen, stockdunklen und kalten Raum ausharren und sich vorstellen, sie müssten auf ihre Verurteilung warten. Ziel des Museums ist es, an die Geschichte der Menschheit erinnern, in der immer wieder Gewalt aus der Angst vor Fremdem, Unbekanntem und Andersartigem entstanden ist. So soll den Besuchern bewusst gemacht werden, dass Gewalt auch bei uns oft Teil des Lebens ist – sei es in der Schule, am Arbeitsplatz oder zu Hause. Deshalb wirst du dieses außergewöhnliche, spannende Museum vermutlich mit einem beklemmenden Gefühl verlassen – und dich über die wärmenden Strahlen der Zagreber Sonne freuen.

Stell dir ein Museum vor, in dem Menschen ganz plötzlich zu Riesen oder Zwergen werden und in dem du Kopf zu stehen scheinst: Im „Museum der Illusionen“ wirst du dir garantiert mehr als einmal verwundert die Augen reiben! Der kroatische Erfinder Roko Živković hat 2015 eine Ausstellung mit mehr als 70 verrückten Exponaten eröffnet, sozusagen als ein interaktiver Spielplatz für Jung und Alt. Aber Achtung: Mit speziellen Installationen und verschiedenen Räumen wird deine Wahrnehmung in dem Museum ganz schön an der Nase herumgeführt!

In der ersten Etage erwartet dich die größte Hologramm-Ausstellung Europas. 3D-Portraits von Stars wie Marylin Monroe scheinen plötzlich im Raum zu schweben und genauso schnell wieder zu verschwinden. In der zweiten Etage kannst du dich an zahlreichen Interaktions- und Geduldsspielen versuchen – und wirst vermutlich staunen, wie leicht sich dein Wahrnehmungsvermögen täuschen lässt. Das gilt auch für die Bilder, die die Wände schmücken: Erkennst du auf Anhieb, welche geometrischen Figuren größer sind?

Verrückte Schnappschüsse garantiert

Wenn du dir die begehbaren Räume anschaust, solltest du unbedingt deine Kamera griffbereit haben. Beispielsweise im „Infinity Room“: Dieser Raum voller Spiegel scheint sich bis zur Unendlichkeit auszudehnen und du bist plötzlich gleich mehrfach vorhanden! Im „Ames Room“ hingegen werden die anderen Besucher unvermittelt größer oder kleiner, je nachdem, in welche Ecke des verzerrten Raums sie sich bewegen. Besonders faszinierend ist der „Anti-Gravity Room“, der dir das Gefühl vermittelt, das Gleichgewicht zu verlieren; dabei verfügt der Raum einfach nur über schräge Wände. Möchtest du dir die eine oder andere Illusion nach Hause mitnehmen? Nimm dir Zeit, den ausgefallenen Museumsshop zu durchstöbern. Du wirst sicher fündig!

Nach dieser ausgiebigen Museumstour hast du Lust auf eine Pause? Auch dann bist du in Zagreb genau richtig: Schließlich befindest du dich in der inoffiziellen Welthauptstadt der Straßencafés! Vor rund 100 Jahren herrschte hier eine echte Kaffeehaustradition, vergleichbar mit Wien, Prag oder Budapest. Heute muten die unzähligen Cafés auf den belebten Straßen und Plätzen mit ihren Sofas, Liegestühlen, Decken und Kissen oft wie luxuriöse Lounges an: der perfekte Platz, um es sich bequem zu machen und einen Kaffee zu schlürfen. Vielleicht macht sich hier die geografische Nähe zu Italien bemerkbar, denn er schmeckt überall einfach ausgezeichnet!

Die Zagreber Straßencafés sind zudem der ideale Ort, um die kroatische „Fjaka“ hautnah zu erleben! Mach es dir beispielsweise auf dem Blumenplatz (Cvjetni trg) oder in der Tkalčićeva ulica in einem der komfortablen Sessel gemütlich. Hier genießt du die Sonne und das entspannte Nichtstun und beobachtest ganz einfach die einheimischen Passanten. Nach Touristen wirst du allerdings etwas länger suchen müssen, denn unter Städtereisenden gilt Kroatiens Hauptstadt immer noch als Geheimtipp.

Noch mehr Tipps für deine Kroatienreise findest du unter croatia.hr/de.

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