Panama-City: Endstation Sehnsucht

Es war einfach zu verlockend. Als der Taxifahrer auf dem Weg vom Flughafen nach Panama-City nach dem Woher, dem Wohin und dem Warum fragte, konnten wir es uns nicht verkneifen: Ein kleiner Bär und ein kleiner Tiger hätten uns hergeführt, erzählten wir. Großes Erstaunen – und ein wissendes Grinsen, als wir den Fahrer aufklärten, dass in Deutschland ein populäres Kinderbuch sein Land zum Thema habe. Besonders der Titel gefiel dem Chauffeur: „Oh, wie schön ist Panama“.

Abenteuer und Bananen

Panama, das Land der Träume, das nach Ferne, Abenteuer und Bananen riecht. Ein besseres Sehnsuchtsziel hätte der Kinderbuchautor Janosch nicht finden können. Auch wenn Panama- City auf den ersten Anschein eher nach Geld und nach Armut stinkt, und nach den öligen Abgasen der allgegenwärtigen Busse. Der erste Eindruck der Stadt am berühmten Kanal, er täuscht natürlich, ebenso wie das Bild, das vom ganzen Land existiert. Panama ist keineswegs nur eine Kolonie der Amerikaner, auch wenn über viele Jahrzehnte die US-Politik das Leben bestimmt hat. Im Gegenteil, in keinem anderen Land Mittelamerikas hat sich eine derart lebendige, offene und weltbürgerliche Gesellschaft entwickelt wie an der Wespentaille Amerikas zwischen Costa Rica und Kolumbien.

Lange Zeit war Panama ein weißer Fleck auf der Tourismuskarte, heute heißt – wie in Costa Rica – das Zauberwort der Zukunft Öko-Tourismus. Unberührte Regenwaldgebiete bedecken noch die Hälfte des Landes. Allerdings steckt selbst der klassische Fremdenverkehr noch in den Kinderschuhen – was ganz wunderbar ist. Denn so kommt man ihr ganz nah, der Seele des Landes, die nicht zuletzt von den offenen, freundlichen Menschen geprägt ist.

Dschungel in der Stadt

Näher kommt man sich auch auf der Avenida Central in Panama-Citys Stadtteil La Exposición. Hier wird, zwischen den wackligen Straßenhändlerkarren und den fast platzenden Auslagen der Geschäfte, gedrängelt und geschubst, geschoben und gequetscht, während hupende, qualmende Busse Jagd auf wagemutige Shopper machen. Der Einkauf als Überlebenskampf bei 32 Grad Hitze, und dann das frühmorgendliche Kontrastprogramm: der Parque Natural Metropolitano, 265 ha fast unberührten Regenwalds mitten in der Stadt. Auf seinen Pfaden ist der städtische Dschungel schnell vergessen, auch wenn er – wie der berauschende Rundumblick vom Mirador zeigt – ganz in der Nähe liegt.

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