Karibische Reise: Grenzerfahrungen

Eigentlich möchte man sich beim Verlassen der Atlantida Lodge in Cahuita jedes Mal die Augen reiben. Der ultramarine Himmel, das türkisgrüne Meer mit den kleinen Schaumkronen, und dazu die freche Palme, die wie gemalt von links hineinwächst in diese dreidimensionale Karibikfototapete. Doch alles ist, zum Glück, real. Die Luft schmeckt vor lauter Schwüle ein wenig metallisch, und am Horizont schwebt eine dunkle Ahnung vom nächsten Regenguss.

Auf ins Inselreich

Eine einzige Straße verbindet die Atlantikküste Costa Ricas mit dem Rest des Landes. Sie führt in eine andere Welt – in die des karibisch-lässigen Lebensstils, wo Reggae aus bunten Holzhäusern dröhnt, die Küche einen kreolischen Einschlag hat und die Menschen Patois sprechen. Von Puerto Limón aus, einer typisch schmuddeligen Hafenstadt, geht die Reise nach Süden. Riesige Bananenplantagen auf der einen Seite, in der Ferne die Urwälder der Cordillera de Talamanca, scheinbar endlose Strände auf der anderen Seite. Und am Ende der Straße, das Ziel: das berauschend schöne Inselreich Bocas del Toro, bereits jenseits der Grenze, in Panama.

Eine Hängematte, schnell!

Man sollte sich Zeit nehmen für die seltsam einsame Fahrt, bei der die feinsandigen Strände ihre Pracht ganz ohne Publikum entfalten. Der Gegenverkehr ist gering, von Zeit zu Zeit tauchen Polizeisperren auf: Busse, die aus Richtung Panama kommen, werden gründlich durchsucht – die dünn besiedelte Region ist eine der Hauptrouten für Drogenschmuggler auf dem Weg nach Norden. In Cahuita dann die Atlantida Lodge, ihr tropischer Garten und der Traum vom ewigen Hängemattenschweben vor sonnendurchglühter Karibikkulisse.

Nach oben