Jersey: Countrylife im Meer

Ein Hauch Côte d’Azur, alte Parks, Langusten statt Fish and chips. Aber auch: Strände, Wanderwege, Fahrradtouren. Hinter Jerseys exklusiver Fassade versteckt sich echtes Inselfeeling.

Sie ist gerade einmal 116 km² groß: 14,5 km lang und 8 km breit. Und doch hat Jersey, die größte der Inseln im Ärmelkanal, so viel zu bieten, als sei sie ein eigener Kosmos. Könnte man doch einfach die Arme ausbreiten und sich vom sanften Wind, der an sonnigen Morgen an der mächtigen Burg vorbei durch die Hafeneinfahrt von St. Helier streicht, nach oben ziehen lassen – dann würde sich der insulare Miniplanet in seiner ganzen Vielfalt zeigen.

Willkommensteppich aus Sand

Türkisfarbenes Meer vor steilen Klippen, Herrenhäuser, von grünen Eichen überragt und blauen Pools umgeben. Im Süden: die touristische Schokoladenseite. Große Sandstrände, deren leuchtendes Gelb sich bei Ebbe wie ein Willkommensteppich ins Meer hinausrollt, umarmt von Buchten wie der St. Brelade’s Bay oder der St. Aubin Bay. Wer sie entlangwandert, von St. Aubin bis St. Helier, ist wie auf einer vornehmen Promenade unterwegs. Während St. Aubin die Schöne von der Côte d’Azur gibt, mit leise klimperndem Yachthafen und gemütlichen Austernrestaurants, ist St. Helier eine echte Stadt – trotz ihrer nur 35 000 Einwohner.

Hummer und Langusten körbeweise

Banken prägen das Straßenbild (Steueroase!), und die großzügig bebaute Waterfront gibt St. Helier besonders am Hafen echten City-Charakter. Mit Meersalz angereicherte Stadtluft, die aber nicht jeder genießen kann: Jersey ist ein exklusives Reich, das auch für Gutbetuchte nicht automatisch offen steht – zuziehwillige Millionäre müssen anstehen. Für alle, die den Ozean lieben, ist das Jersey Maritime Museum mit seinen mal spielerischen, mal streng wissenschaftlichen Ausstellungen rund ums Meer ein echtes Inselhighlight. Und Genießer zieht es in die viktorianische Markthalle: Fahle Fish-and-chips-Tüten wird man hier nicht finden, dafür Hummer und Langusten gleich körbeweise.

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