... Guernsey & Co.: Inselhupferl

 

Wandern auf einem Duftteppich

Ein Paradies, im Westen der Insel gelegen. Hier locken lange Sandstrände, feurig-schöne Sonnenuntergänge und das Schauspiel von Ebbe und Flut. Wenn sich das Wasser zurückzieht, staksen Austernfischer und Brachvögel auf langen Beinen durch den Sand. Einer von Guernseys Höhepunkten aber liegt im Süden. Auf knapp 30 Meilen Länge zieht sich ein Netz von Pfaden die Klippen entlang, ein Eldorado für Wanderer, die besonders im Frühjahr durch einen Duftteppich von Wildblumen und Ginstersträuchern stapfen.

Willkommen im Kinderland: Sark

Wenn Guernsey Wandererland ist, dann ist Sark Kinderland. 100 m erhebt sich die 5 km2 kleine Insel aus dem Meer, die seit dem 16. Jh. in Erbfolge von einem „Seigneur“ regiert wird. Heute gehört Sark zum Regierungsbezirk von Guernsey – das scheint aber auch das Einzige zu sein, was sich seit dem Mittelalter geändert hat. Automotoren hört man keine auf dem kleinen Eiland, wer nicht zu Fuß gehen möchte, nimmt die Kutsche.

Fernsehen? Nie gehört!

Oder geht gar nicht mehr vor die Tür der kleinen Cottages, die sich hinter Ligusterhecken verstecken. Das allerdings wäre ein echter Fehler, lockt Sark doch mit Schmugglerhöhlen, mit alten Herrenhäusern wie Le Manoir oder La Seigneurie, mit dem Window in the Rock oder dem Venus Pool, einer Felsbadewanne, die sich mit jeder Flut aufs Neue füllt. Bei so viel Abenteuerromantik wohnt man am passendsten in der „Sablonnerie“, einem weltentrückten Ensemble aus kleinen Ferienhäusern, in denen der Kamin knistert und Fernsehen ein Fremdwort ist.

Klein aber fein: Herm

Von Guernsey nach Herm, dem Zwerg mit seinen 2 km2 Größe, schippert die Fähre gerade einmal 20 Minuten. Bei Flut landet sie direkt im Hafen, bei Ebbe muss der Besucher die Rosière Steps hinaufstapfen. Herm ist ein kleines Paradies, mit der Betonung auf klein: Gerade einmal eine Stunde brauchen Fußgänger – Autos oder Fahrräder gibt es keine – um das Eiland mit dem Herrenhaus in der Mitte zu umrunden. Rund 50 Menschen leben hier, arbeiten im Pub, den Souvenirshops oder Cafés. Und im „White House Hotel“, der einzigen, aber dafür umso stilvolleren Herberge der Insel. Wer auf Deckchairs und akkurat gepflegten Rasen keine Lust hat, kann auch eines der pastellfarbenen Feriencottages mieten. In diesem Fall ist ein ganz besonderes Islandfeeling inklusive: das Gefühl, nicht nur Haus- sondern auch Inselherr zu sein.

Nach oben