RV-Touren in Kanada: Mit dem Camper durch Alberta

Wer den Westen Kanadas kennen lernen will, ohne dabei seine Unabhängigkeit aufgeben zu müssen, dem bietet sich mit "RV-Touren" eine günstige Gelegenheit: Mit einem gemieteten Wohnmobil genießen Reisende volle Freiheit bei der Urlaubsgestaltung und erleben die Provinz Alberta in ihrer ganzen Schönheit.

Alberta ist eine der westlichsten Provinzen in der kanadischen Prärie und den Rocky Mountains, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihren zahlreichen Naturschauplätzen und Sehenswürdigkeiten zu einem beliebten Reiseziel für Skifahrer, Wanderer und Camper entwickelte.

Daran hat sich auch bis heute nichts geändert, denn noch immer lockt Alberta jährlich Millionen von Touristen mit einer einzigartigen Natur, die man in völliger Unabhängigkeit am intensivsten erleben kann: Anhalten, verweilen und weiterziehen, wann immer man will – auf einer RV-Tour mit einem sogenannten „Recreation Vehicle“ (RV) ist das möglich. Dabei sind die Wohnmobile nicht nur eine günstige Art zu reisen, sondern bieten gerade auch für Familien individuellen Komfort jenseits der vorgegebenen Rhythmen von Hotels, Restaurants und der öffentlichen Verkehrsmittel.

Von Calgary nach Jasper

Viele Reiseveranstalter bieten in Zusammenarbeit mit lokalen Vermietern auch geführte Wohnmobil-Touren an, die meist zwischen sieben und 21 Tagen dauern und neben gelegentlichen Abstechern in die USA oder in die Nachbarprovinz British Columbia zu den schönsten Sehenswürdigkeiten und Naturschauplätzen in Alberta führen. Dazu gehören neben der Cowtown Calgary auch die weltberühmten Banff und Jasper National Parks sowie der Waterton Lakes National Park, die in den kanadischen Rocky Mountains liegen. Letzterer befindet sich in der südwestlichen Ecke der Provinz und ist nach seinen lang gestreckten Gletscherseen benannt, die bis in die USA reichen. Hier treffen die gewaltigen Berge auf die endlose Weite der Prärie.

Fährt man weiter nach Norden, gelangt man über das schöne Kananaskis-Tal zu Kanadas ältestem Nationalpark, den Banff National Park. Hier ermöglicht eine Gondelfahrt zum Gipfel des Sulphur Mountain den Ausblick auf ein atemberaubendes Panorama. Der berühmte Bergsee Lake Louise am Fuß des 3.464 Meter hohen Mount Victoria eignet sich dagegen bestens für eine Wanderung.

Von Lake Louise führt der Icefields Parkway nach Jasper in den Jasper National Park, den größten Nationalpark in den kanadischen Rocky Moutains. Die Panoramastraße ist gesäumt mit weißblauen Gletschern, verschneiten Gipfeln, türkisblauen Seen und engen Canyons. Das Columbia Icefield am Fuße des Athabasca Glacier ist besonders gut von der Straße aus zu sehen.

Was man beachten sollte

Kanada verfügt neben privaten "Campgrounds" über ein gut ausgebautes Netz von öffentlichen Campingplätzen, die großzügig angelegt sind und einfache aber gepflegte Sanitäranlagen besitzen. Dennoch empfiehlt es sich gerade in der Hochsaison vor Reiseantritt die Stellplätze zu reservieren. Grundsätzlich sind die Sommermonate eine ideale Reisezeit für alle Klimazonen Kanadas. In Jahreszeiten, in denen mit Frost zu rechnen ist, behalten sich die Vermieter von Wohnmobilen jedoch das Entleeren und Sperren der Wassertanks vor. Geführte RV-Touren gibt es beispielsweise bei caravan.com oder bei Fantasy RV Tours, Wohnmobile können in Alberta unter anderem bei Canusa Touristik gemietet werden.

 

Von Martin Fuchs

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