Reisebericht: Meine (Zeit)reise durch Jordanien

 

Richard Bohris (34) war Anfang 2012 für zehn Tage in Jordanien. Die Idee, das kleine Königreich zu bereisen, kam  von einer Freundin, die bereits mehrmals in Jordanien war und viel erzählt hatte. Sie wusste, dass sich Richard für andere Kulturen und Geschichte interessiert, zugleich aber auch gerne aktiv ist und wandern geht. Zudem hatte Richard eigentlich ein Reiseziel in Europa ins Auge gefasst, das schnell erreichbar ist. Als sie im erzählte, dass Jordanien nur gute 4 Flugstunden von Deutschland entfernt liegt, viel grüne Natur zu bieten hat und es im Frühjahr schon angenehm warm ist, lieh er sich einige Reiseführer von ihr aus und hatte schnell Feuer gefangen. Und so ging es 2 Monate später los….

"Wer Jordanien hört, dem fällt vermutlich zuerst die rosa Felsenstadt Petra ein, die oft als achtes Weltwunder bezeichnet wird. Oder es sind Bilder der endlosen Wüste Wadi Rum, der Heimat von Lawrence von Arabien. Andere wiederum sehen sich schwerelos auf dem salzhaltigen Wasser des Toten Meeres liegen. Ich hatte alle drei Bilder vor Augen, als ich ins Flugzeug stieg, das mich in vier Stunden nach Jordanien bringen sollte. Rückblickend bin ich überrascht, wie unendlich viel mehr es in diesem kleinen Königreich mit seinen freundlichen Bewohnern zu entdecken gibt!

Meine erste Station war Amman. Die lebendige Hauptstadt liegt inmitten einer hügeligen Landschaft. Vom Zitadellenhügel hat man einen fantastischen Blick über die Stadt mit ihren Kirchen und Moscheen. Besonders faszinierte mich aber die moderne Seite Ammans mit ihren jungen Menschen, den Cocktailbars, Dachterrassen, Restaurants, Boutiquen und Malls, die sich hier an traditionelle Cafés und Kunsthandwerksläden reihen.

Von Amman machte ich einen Abstecher in den Norden des Landes, wo die römische Vergangenheit allgegenwärtig ist. Beeindruckt hat mich die Ruinenstadt Jerash, wo man durch Kolonnadenstraßen schlendert und zwischen Tempeln und Theatern in die Vergangenheit abtaucht. Richtung Südosten führte mein Weg schließlich zu den Kreuzritterburgen und Wüstenschlössern - beeindruckende Zeugnisse islamischer und byzantinischer Architektur mit teils wunderschöne Fresken und Mosaiken. Auch die biblischen Orte sollte man unbedingt sehen — die Mosaikstadt Madaba und den Berg Nebo, von dem aus Moses das gelobte Land erblickte. Und natürlich die Taufstelle Jesu am Jordan. Weiter ging es zu einem lang ersehnten Höhepunkt: Zur antiken Felsenstadt Petra, Unesco-Welterbe eines der Neuen Sieben Weltwunder. Es ist atemberaubend, was die Nabatäer hier vor über 2.000 Jahren in die Sandsteinwände geschlagen haben. Berühmtestes Monument ist das Schatzhaus, das am Ende des Siq, einer farbigen Felsschlucht, auftaucht. Auf meiner Wanderung durch die Stadt habe ich hunderte von Felsengräbern, Tempelfassaden und Reliefs bewundert.

Nicht minder überrascht hat mich die grüne Seite Jordaniens. Die Naturparks mit ihren beeindruckenden Landschaften sind wahre Juwele des Landes. Im größten Naturreservat Dana, kann man vier Klimazonen durchwandern und in wild romantisch gelegenen Ecologdes oder Zeltcamps übernachten. Noch abenteuerlicher wurde es beim Canyoning im Wadi Mujib, dem tiefstgelegenen Nationalpark der Erde 400 Meter unter dem Meer. Hier endete dann auch meine Tour — direkt neben Wadi Mujib am Toten Meer. Das Gefühl, schwerelos auf dem Wasser zu schweben, ist einfach unbeschreiblich. Hier können selbst Nicht-Schwimmer nicht untergehen, denn das Tote Meer enthält zehnmal soviel Salz wie gewöhnliches Meerwasser. Der ideale Ort, um meine anstrengende und atemberaubend schöne Reise durch das faszinierende Land ausklingen zu lassen und nochmals richtig zu entspannen. Es gibt vieles, das ich noch nicht gesehen habe in diesem kleinen Königreich — ich komme sicher wieder."

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