PanoramawanderungLangkofel-Umrundung: wo alle auf ihre Kosten kommen

Langkofel-Umrundung: wo alle auf ihre Kosten kommen

Davon träumen viele Wanderer: von einem Berg, der sich mit wenig Mühen besteigen lässt, einem Weg, der ohne große Anstrengung durch faszinierende und abwechslungsreiche Bergwelt führt und dazwischen mit urigen Hütten aufwartet, die einen jedes Mal aufs Neue vor die schwere Frage stellen: Bleibe ich oder wandere ich weiter? – Gibt es nicht? Gibt es doch!

Langkofel und Plattkofel heißen die beiden Traumberge, die genau eine solche Tour möglich machen. Vom Talort St. Ulrich sind sie der Blickfang schlechthin, und ihre Umrundung gilt als absolutes Highlight der westlichen Dolomiten. Der Grund dafür liegt an der Vielseitigkeit, die diese Panoramawanderung zu bieten hat. Gestartet wird auf Blumenwiesen, die langsam an das felsige Terrain heranführen, bevor mit einem Abstecher auf die Langkofelhütte alpines Gelände erreicht wird. Der Weiterweg bietet faszinierende Einblicke in Schluchten, Wände und Felsabstürze, außerdem eine prächtige Schau auf die vergletscherte Marmolada und die Palagruppe.

Abseits der Massen

Natürlich hat sich dieses Wander-Highlight längst herumgesprochen, weshalb man kaum allein unterwegs sein wird. Allerdings lässt sich mit einem kleinen Trick doch noch ein wenig „Bergeinsamkeit“ herausholen: Man startet antizyklisch, das heißt nicht wie die meisten am Sellajoch, sondern zieht als Ausgangspunkt den Monte Pana südlich von St. Christina vor. Hier lässt es sich gleich bequem mit dem Sessellift auf über 2000 Meter Höhe schweben, wo die eigentliche Wanderung beginnt.

Zu Langkofel- und Plattkofelhütte

Pferde und Kühe grasen auf dem Wiesenbuckel, den man Richtung Piz Ciaulong überschreitet. An Wegweisern orientiert man sich stets an der Langkofelhütte, die das nächste Ziel darstellt. Das letzte Stück zur Hütte – ein paar steilere Serpentinen – erfordert zwar etwas Anstrengung, ist jedoch jede Mühe wert. Denn die Lage der Hütte im felsigen Langkofelkar, umgeben von hohen Felswänden, ist ein einmaliges Erlebnis.

Nach einer Stärkung wählt man nun den linken Weg, der als Grödener Höhenweg zur Plattkofelhütte weiterführt. Kurzes Schnaufen erfordert der Pfad bis zum Hohen Eck, das sich hervorragend als Rastplatz mit weiter Gipfelschau eignet. Bis zur Hütte geht es dann nochmals bergauf. Unterwegs sollte man unbedingt Ausschau nach den scheuen Murmeltieren halten, die hier oft gesichtet werden. Vor Ort warten dann Liege- und Hängestühle auf den müden Wanderer.
Geübte Geher brauchen rund drei Stunden für diesen ersten Abschnitt. Genusswanderer und Familien mit kleinen Kindern können den Stützpunkt auch als Tagesziel wählen und den Rest des Nachmittags die schöne Aussicht, das gute Essen oder den originellen Spielplatz genießen. Sportliche und Unausgelastete können einen Abstecher auf den Plattkofel (2958 m; ca. 2 Std. bis zum Gipfel) in Erwägung ziehen.

Übers Sellajoch zurück zum Monte Pana

Bis zum Refugio Sandro Pertini geht es relativ eben auf dem Friedrich-August-Weg dahin (rund 45 Minuten). Wer es etwas uriger mag, kann auch hier die Nacht in der kleinen, liebevoll bewirtschafteten Hütte verbringen. Ab der Friedrich-August-Hütte wird es dann etwas trubeliger mit den Tagesgästen, die vom Sellajoch heraufkommen. Doch die kann man bald hinter sich lassen: Wer den gemütlichen Weg fortsetzen möchte, wählt den Pfad durch die „Steinerne Stadt“, einer Felssturzzone mit zimmergroßen Felsblöcken. Auch hier tummeln sich viele Murmeltiere.

Bergerfahrene und trittsichere Wanderer können die „Abkürzung“ durch die felsige Langkofelscharte wählen (auch Auffahrt mit Lift möglich) und jenseits hinab zur bereits bekannten Langkofelhütte wandern.

Der reguläre Weg führt in einer guten Stunde in leichtem Bergab zur Comici-Hütte und umrundet den Langkofel dann auf seiner Nordseite, bevor es ebenfalls Richtung Langkofelhütte geht. Diesmal muss nicht ganz hinaufgestiegen werden, denn der Santner-Weg zum Monte Pana zweigt schon vorher ab. Über Wiesen und Wälder entfernt man sich immer weiter von der felsigen Szenerie, bevor man nach rund acht Stunden reiner Gehzeit wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt.

von Solveig Michelsen

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