Istanbuls Top 10: Juwelen am Goldenen Horn

Eine Weltstadt mit Tradition: Istanbul ist tatsächlich, wie es so oft zitiert wird, eine Brücke zwischen Ost und West. Neuere Funde weisen auf eine Geschichte von mehr als 8.000 Jahren hin. Hier sind sie, die Top Ten der Kostbarkeiten der geheimnisvoll-exotischen alten Dame am Bosporus.

Nirgendwo macht sich die lang Geschichte Istanbuls so gut bemerkbar wie auf der Historischen Halbinsel am Goldenen Horn. Hier, am südwestlichen Zipfel der Stadt, an der Einfahrt des Bosporus, wo 658 v. Chr. die Siedlung Byzanz entstand, stehen sich eine der ältesten christlichen Kirchen der Welt, die Hagia Sophia und die Blaue Moschee gegenüber.

Ein Muss: die Hagia Sophia

Die von Konstantin im Jahr 326 erbaute Kirche zur „Heiligen Weisheit“ (türk. Ayasofya) gehört zu den Sehenswürdigkeiten Istanbuls, die man besichtigt haben muss – egal, wie lang der Stadtbesuch dauert. Die einstmals größte Kirche der Christenheit, die 1935 zum Museum erklärt wurde, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. 500 Jahre lang diente sie als Moschee: Die vier Minarette neben der spektakulären, 56 m hohen Kuppel wurden, zum Teil durch den osmanischen Hofarchitekten Mimar Sinan, im 15. und 16. Jh. angefügt.

Eine Schönheit ganz in Blau

Der südwestlich gelegene ehemalige Hippodrom der Byzantiner führt zur Blauen Moschee (1616), die wegen ihrer wunderbaren blauen Çini (Tschini ist die türkische Kachelkunst) so heißt. Mit ihren sechs schlanken Minaretten prägt sie das Panorama Istanbuls. Der von Säulenhallen umgebene Vorhof beherbergt einen der schönsten Marmorbrunnen der Stadt.

 

Reise durch die Zeiten

Hinter der Hagia Sophia liegt der Sultanspalast, dessen Grundstein Mehmet II nach seiner Eroberung Istanbuls 1453 legte. Der Topkapı Sarayı, wie der Palast korrekt heißt, erstreckt sich über vier Höfe und beherbergt neben dem Harem des Sultans die Schatzkammern der Osmanen. Das anschließende moderne Archäologische Museum geht in der Geschichte bis zu den Römern und antiken Griechen zurück.

Feilschen ist angesagt!

Die Historische Halbinsel beherbergt noch viele andere Sehenswürdigkeiten wie Bäder, Zisternen, kleinere Museen und Moscheen. Entlang der verkehrsberuhigten Allee Divanyolu gelangen Sie zum Großen Basar, wo zwar viel touristischer Nepp, aber eben auch kostbare Lederwaren, Teppiche und Juwelen von hoher Qualität angeboten werden. In diesem ältesten Einkaufszentrum der Welt, wo schon die Byzantiner shoppen gegangen sein sollen, gibt es mehr als 4500 Geschäfte.

In den Gassen der Altstadt

Weiter im Norden, an den Hängen des Goldenen Horns, wie diese Bucht des Bosporus heißt, liegt die Chora-Kirche inmitten des Gassengewirrs der Altstadt. Die Wiederentdeckung ihrer Mosaiken und Fresken aus dem 13. Jh. verhalf ihr zu Weltberühmtheit. Zum byzantinischen Erbe Istanbuls gehören die Theodosianischen Landmauern, die sich, teilweise sehr gut erhalten bzw restauriert, über fast 7 km vom Goldenen Horn bis zum Marmarameer hinziehen.

Die nötige Würze

Das Goldene Horn trennt das modernere Istanbul von der Altstadt. An der Verbindungsbrücke (Galata) stehen sich der Gewürzbasar und der moderne Kreuzfahrerhafen fast gegenüber. Im Gewürzbasar werden u.a. hochwertige Waren wie Safran und Kaviar angeboten. Weiter im Norden sollte man das Istanbul Modern Museum nicht auslassen: Die permanente Ausstellung gibt einen hervorragenden Überblick über die zeitgenössische türkische Kunst.

Drehende Derwische, gemütliche Cafés

Die verwinkelten Gassen von Karaköy schließlich führen am Galata Mevlevihanesi (Haus der Mevlevi) vorbei, wo regelmäßig Aufführungen der Rituale des Sufi-Ordnens stattfinden. Und im Distrikt Beyoglu gibt es, neben ebenfalls wunderschönen alten Moscheen, Kirchen und Passagen, unzählige Cafes, Restaurants und Geschäfte zu entdecken – die eine Reise zu Istanbuls schönsten Sehenswürdigkeiten erst komplett machen.

Von Dilek Zaptcioglu

Weitere Informationen

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Mehr Infos über Istanbul: mydestination.com/istanbul

Hagia Sophia
: Di–So 9.30–16.30, Galerie 9–10.30 und 13–15 Uhr | Eintritt je ca. 10  Euro

Blaue Moschee: Tgl. 9–12.30, 13.45–16.30 und 17.30–18.30 Uhr, Grabmal tgl. 9.30–16.30 Uhr | Sultanahmet Meydan

Sultanspalast (Topkapı Sarayı): Mi–Mo 10–17 (Ticketverkauf endet um 16 Uhr), nur am ersten Tag des Ramadan- bzw. Opferfestes 12–16, Harem 9.30–15.30 Uhr | Eintritt Topkapı ca. 10  Euro, Harem und Schatzkammer je ca. 5  Euro

Archäologisches Museum: Di–So 9–17 Uhr | Eintritt ca. 8  Euro | Osman Hamdi Bey, Yokuşu | Gülhane, Eminönü | Zugang vom Gülhane-Park

Großer Basar: Mo–Sa 8.30–19 Uhr | Beyazıt

Chora-Kirche: Do–Di 9–16.30 Uhr | Eintritt ca. 6,50 Euro | Kariye Camii Sok. | Edirnekapı

Gewürzbasar: Mo–Sa 9–19 Uhr | Eminönü Meydanı

Istanbul Modern: Di–So 10–18, Do 10–20 Uhr | Eintritt ca. 3  Euro (Do 10–14 Uhr Eintritt frei) | Meclis-i Mebusan Cad. | Liman Sahasi, Antrepo Nr. 4 | Karaköy | www.istanbulmodern.org

Galata Mevlevihanesi (Haus der Mevlevi): Okt.–April tgl. 15 und 16.30, Mai–Sept. 17 und 18 Uhr | Eintritt ca. 3  Euro | Galip Dede Cad. 15 | Tünel | Tel. 0535 2 10 45 65 | www.mekder.org

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