Israel für Outdoor-Freaks

Einzigartige Natur pur kann unter anderem im Norden Israels sowie in der riesigen Wüste Negev erlebt werden. Von ausgedehnten Wandertouren bis hin zu Jeep-Fahrten wird alles geboten, was das Abenteurerherz begehrt!

Das zumindest flächenmäßig größte Abenteuer ist die Wüste Negev: Sie verfügt über mehr als 12.000 Quadratkilometer und nimmt damit über 60 Prozent der Fläche des Landes ein. Trotzdem leben in dem im Westen an Ägypten grenzenden Gebiet lediglich zehn Prozent der Einwohner von Israel. Kein Wunder, denn in dieser meist trockenen Dürre gibt es nur wenig Leben. Sobald allerdings im Winter und Frühjahr ein wenig Regen auf die trockene Erde fällt, erblüht die gesamte Wüste kurz, aber prachtvoll! Außerdem ist es möglich, hier auf einem Teil der Weihrauchstraße zu wandeln. Als eine der ältesten Handelsrouten der Welt führt sie von Südarabien bis zum Mittelmeer – und eben auch durch die Wüste Negev. Um Station bei einer eventuellen Wüstendurchquerung zu machen, bieten sich zahlreiche Wüstenstädte wie die Hauptstadt der Region Be´er Sheva oder Haluza, Mamshit, Avdat und Shivta an.

Wanderungen der besonderen Art

Absolut sehenswert ist außerdem der Machtesch Ramon, der mit 40 Kilometern größte Erosionskrater der Wüste Negev. Das gesamte Gebiet um ihn herum ist Natur- und Landschaftsschutzgebiet, weshalb seltene Natursehenswürdigkeiten wie urzeitliche Vulkankegel, versteinerte Baumstämme und Korallenriffe, Magmaspalten und Magmakammern, Fossilien und vielfarbige Sandsteinschichten in Ruhe bewundert werden können. Für Übernachtungen steht allen Abenteurern das kleine Wüstenstädtchen Mitzpe Ramon am nördlichen Kraterrand bereit.

Auch die weitläufigen Nationalparks und Reservate Israels bieten sich für ausgedehnte Wanderungen in einer faszinierenden Natur an. Im Hula Reserve legen Tausende Schwärme von Zugvögeln im Herbst und Frühling eine Flugpause ein – oder überwintern sogar dort. Das Banias Reservat beeindruckt mit zahlreichen Wasserfällen, die mitten aus dem Fels brechen, riesigen Platanen und den Überresten der Stadt Panais sowie dem Tempel des Gottes Pan.

Nur zu Fuß zum Ziel

Einige Sehenswürdigkeiten Israels lassen sich sogar nur durch geführte Wanderungen erreichen. So können Besucher des Naturschutzgebietes Tel Dan im Norden des Landes auf den 20 Meter hohen Siedlungshügel Tel steigen, auf der von der frühen kanaanitischen bis in die römische Zeit eine Stadt stand. Auch an der Quelle des Flusses Dan wurde bereits 2700 v. Chr. eine Siedlung gegründet, die als heilige Kulturstätte und Alternative zum Tempel in Jerusalem galt. Wer sich in der Nähe von Wasser bewegen möchte, kann dies abgesehen vom Dan zudem an den anderen Quellflüssen des Jordans tun: Sowohl der Hasbani als auch die Banyas Quelle sind beliebte Touristenziele. Einen großen Naturschutzpark gibt es zudem am See von Genezareth.

Der Norden Israels verfügt ebenfalls über alles, was Outdoor-Freunde sich wünschen. Besonders die Berge und Hügel des unteren Galiläa, wie der 2.814 Meter hohe Berg Hermon im Grenzbereich zwischen Libanon, Syrien und Israel sowie die Nimrod Festung locken Besucher an. Sie ist eine der schönsten Festungen im Mittleren Osten, bei der das moslemische Bauwerk über eine mittelalterliche Kreuzfahrerfestung errichtet wurde. Auch das sechseckige Meshushim Becken in der Mitte der Golan Höhen ist ein kostbarer Naturschatz.

Text: Anne Kirchberg

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