... Irlands Inseln: Schroffe Schönheiten

 

Tanzshows und goldfarbene Strände

Auf den drei Aran Islands wiederum, quer vor der Bucht von Galway gelegen, hat sich das keltische Erbe der Grünen Insel fast unverfälscht erhalten. Es brauchte wohl diese fast baumlose, von Steinmauern durch- und niedrigen Büschen überzogene raue Landschaft von Inishmore, Inishmaan und Inisheer, damit die rund 1500 Ew. am Ursprünglichen festhielten: an der gälischen Sprache, der traditionellen Musik und einer festgefügten, intakten Gemeinschaft. Die Touristen, die mit den Fähren von Galway oder Rossaveal übersetzen, sind nicht nur auf der Suche nach Inselromantik, nach türkisgrünem Wasser und goldfarbenen Stränden. Sie suchen – und finden – das gälische Erbe: bei traditionellen Tanzshows, den Ausstellungen des Heritage Centre und einer ganzen Reihe von sommerlichen Kreativveranstaltungen.

Piraten und Nobelpreisträger

Die Küste nördlich der Aran Islands ist übersät von Inseln und Inselchen, die wie Inishbofin (bei Clifden) oder Clare Island – wo im 16. Jh. die Piratenkönigin Grace O’Malley in ihrer Burg hauste – zu spannenden Ausflügen reizen. Clare Island übrigens wird wegen seiner abwechslungsreichen Landschaft gerne als „Irland in Miniatur“ bezeichnet. Das perfekte Reiseziel also für all jene, die Irland selbst noch nicht so gut kennen. Irlands größte Insel wiederum, Achill Island, ist mittlerweile über eine Brücke mit dem Festland verbunden, hier schrieb der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll in den 1950er-Jahren sein berühmtes „Irisches Tagebuch“. Im quirlig-bunten, vor Studentenleben strotzenden Galway übrigens, dem Tor zum Inselreich Connemara, werden die meisten Vorlesungen an der Uni in Gälisch gehalten.

Inseleinsamkeit schnuppern

Etwas mehr als 6 km lang und gerade mal 800 m breit ist der Felsklops von Great Blasket Island: Der 35-Minuten-Bootstrip von Dingle aus ist ein grandioser Ausflug in die Einsamkeit des Insellebens. Über den grasgrün überzogenen, baumlosen Buckel des Eilands raspeln die Winde und rütteln an den Steinmauern. Wie eine Schafherde ducken sich die weißen Häuschen der alten Siedlung über dem Trá Bán, dem „Weißen Strand“. Auf der Ostseite liegen sie, weg von den Stürmen, weg vom Ozean. Sie stehen leer: 1953 verließen die letzten 22 Bewohner die Insel – kein Torf mehr, keine Heizung, keine Hoffnung.

Ein Buch im Rucksack

Mit ihnen löste sich eine Gemeinde auf, in der die gälische Sprache, keltische Sitten und Gebräuche fast unverändert überdauert hatten. Ihre Lebensweise blieb der Nachwelt erhalten: In den Erzählungen von Thomas O’Crohan („The Islandman“, deutsch: „Die Boote fahren nicht mehr aus“), Peig Sayers oder Maurice O’Sullivan. Die Bücher liegen in Dingles Buchläden aus, sie sind ideale Begleiter für die wanderfreudigen Touristen, die in den fünf restaurierten Häusern der alten Siedlung übernachten können.

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