Festivals in Irland: Feiern ohne Pause

Ob Kunst, Film, Literatur oder Musik: In Irland stehen Festivals ganz hoch im Kurs. Überall im Land werden das ganze Jahr über mehrtägige Feste gefeiert.

Irland

Gründe zu Feiern gibt es auf der Grünen Insel jede Menge. Ob zur Erinnerung an historische Ereignisse, zu Ehren des Stadtpatrons oder einfach aus Liebe zur Kunst oder Musik, Festivals sind aus dem irischen Alltag nicht wegzudenken. Besonders gern geht’s dabei draußen hoch her, im Sommer sind die Straßen bei milden Temperaturen oft bis tief in die Nacht bevölkert. Zudem legen die Iren viel Wert auf Tradition, weshalb selbst Festivals mit hoher Internationalität und Weltruf kaum ohne irische Künstler oder traditionell Irisches auskommen.

Kilkenny Arts Festival

Dies gilt auch für das Kilkenny Arts Festival, das vom 7. bis 16. August 2009 bereits zum 35. Mal stattfindet. Zehn Tage lang präsentieren Künstler ihre Ideen in den Bereichen Theater, Musik, Literatur und Performance. Neben renommierten irischen Künstlern treten auch Performer aus aller Welt auf, die allesamt sorgfältig von Experten ausgewählt werden. So wird das Festival Jahr für Jahr seinen hohen Ansprüchen gerecht und wahrt seinen exzellenten Ruf. Die Qualität des Festes wissen auch die über 80 000 Gäste zu schätzen, die alljährlich dessen Indoor- und Open-Air-Veranstaltungen besuchen. Absolutes Festival-Highlight und Publikumsmagnet: die Vorführungen der Straßenkünstler vor der Kulisse des historischen Kilkenny Castle.

Die Fleadhanna

Jedes Jahr finden in Irland unzählige lokale und regionale Musik-Wettbewerbe – die Fleadhanna – statt. Dabei treten insgesamt rund 10 000 Musiker, Sänger, und Tänzer an, um beim späteren Finalwettbewerb „Fleadh Cheoil na hEireann“, dem Irischen Musikfestival, auf der Bühne zu stehen. Die Fleadhanna, genau wie ihre Finalveranstaltung, dienen allem voran der Pflege der traditionellen irischen Musik. Das wird bei Betrachtung der Wettbewerbsklassen deutlich: Musiziert wird vorrangig mit den traditionellen Instrumenten Fiddle, Akkordeon, Harfe und den Uilleann Pipes, dem irischen Dudelsack.

Fiddles in Tullamore

1951 startete die erste Ausgabe der Festivalserie, die sich seitdem zu einem festen Bestandteil des irischen Musik- und Kulturkalenders entwickelt hat. Das Herzstück der Fleadhs waren und sind die Competitions, aber zu jedem Fest gehören abseits der Wettbewerbe immer auch viele Folk-Konzerte, Jam Sessions und Straßenparaden. Austragungsort für das vom 16. bis zum 23. August stattfindende „Cheoil“ wird wie in den Jahren zuvor Tullamore sein, eine kleine Stadt in den irischen Midlands.

Puck Fair - die Krönung des Ziegenbocks

Puck Fair, einer der ältesten Jahrmärkte Irlands, wird jedes Jahr Mitte August in Killorglin veranstaltet. Das Fest ist eine Institution, seit über 400 Jahren wird es im Herzen der Grafschaft Kerry abgehalten. Wahrscheinlich ursprünglich ein reiner Markt, entwickelte sich Puck Fair zu einem der ungewöhnlichsten Festivals der Insel. Höhepunkt des Festes ist die traditionelle Zeremonie zu Ehren des „King Puck“. Dabei wird ein echter Ziegenbock symbolisch zum König von Irland erhoben. Warum? Wenn den Legenden Glauben geschenkt werden darf, war es ein Ziegenbock, der im 17. Jh. die Bürger Killorglins vor Feinden warnte, und damit die Stadt rettete.

Gaukler in Killorglin

Das Angebot während der drei Tage Puck ist breit gefächert: In der Langford Street werden traditionell Vieh- und Pferdemärkte abgehalten, während die Ortsmitte komplett von Ständen und Bühnen eingenommen wird. Bereits am frühen Vormittag startet das Programm, das bis in den späten Abend hineinreicht. Besucher können sich auch in diesem Jahr wieder auf eine ganze Reihe nächtlicher Freiluftkonzerte, ein großes Abschlussfeuerwerk, sowie ständige Gaukler-, Musik- und Tanzvorführungen auf den Straßen Killorglins freuen. Wer dann immer noch nicht genug hat, den locken im Anschluss die Pubs mit verlängerten Öffnungszeiten.

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