Mystisches Griechenland: Besuch bei Apoll

Griechenland ist ein märchenhaft schönes Reiseland. Seine Mythen sind Jahrtausende alt, handeln von Göttern und Heroen, spielen auf dem Festland und auf den Inseln. Und bieten sich an als Wegweiser für eine ungewöhnliche Griechenlandreise.

Kreta – wo alles begann

Die Reise beginnt, wo unser Kontinent zu seinem Namen kam: Auf der größten aller griechischen Inseln. Göttervater Zeus hatte sich in einen weißen Stier verwandelt und so die bildhübsche phönizische Königstochter Europa übers Meer nach Kreta entführt. In der Bucht von Matala trug er sie an Land, unter einem Olivenbaum in Gortyna machte er sie zur Frau und zeugte mit ihr den Minos, den ersten König des Minoischen Reichs und Herrscher über die erste Hochkultur Europas.

Starke Helden, grausame Stiere

Im Palast des Minos in Knossos nahe der heutigen Inselhauptstadt Iraklio hauste ein grausamer Stier in seinem Labyrinth. Alljährlich mussten ihm die Athener sieben Jünglinge und Jungfrauen als Opfer darbringen. König Ägäus von Athen entschloss sich, seinen heldenhaften Sohn Theseus mitzuschicken. Der tötete den Minotaurus im Kampf und fand mit Hilfe eines Fadens, den ihm Prinzessin Ariadne mit ins Labyrinth gegeben hatte, wieder aus ihm heraus. Beide flohen auf die Insel Naxos.

Woher die Ägäis ihren Namen hat

Doch dort begehrte Dionysos, der Gott des Weins und des Theaters, das schöne Mädchen. Theseus musste allein gen Athen weiterreisen und vergaß aus Kummer eine Abmachung mit seinem Vater. Wäre er am Leben, sollten die Schiffe mit weißen Segeln zurückkehren. Theseus beließ die schwarzen am Mast. Als sein Vater sie sah, stürzte er sich ins Meer, das seitdem nach ihm benannt ist: das Ägäische Meer.

Insel-Kaleidoskop

Nicht nur Kreta und Naxos sind eng mit den alten Mythen verbunden, auch andere Inseln stehen für Legendennähe. Rhodos etwa galt im Altertum als Besitz des Sonnengottes Helios, auf Limnos in der nördlichen Ägäis war der Schmiedegott Hephaistos zu Hause. Auf Kos praktizierte Hippokrates, der berühmteste Arzt der Antike, dessen Eid junge Mediziner in aller Welt noch heute ablegen. Das griechische Zypern galt als irdische Heimat der schönen Liebesgöttin Aphrodite – und auf der Kykladeninsel Delos wurde der schönste aller Götter, Apoll, geboren.

Höhepunkte des Festlands

Später bezog Apoll seinen irdischen Wohnsitz in seinem Haupttempel in Delphi, wo die berühmte Pythia als eine Art Wahrsagerin Privatleuten und ganzen Staaten ihre zweideutigen Orakelsprüche verkündete. Nur ein paar Stunden Fahrt sind es von dort zum fast 3000 m hohen Olymp, wo Göttervater Zeus und die anderen olympischen Götter sich zu ihren Festmählern trafen. Wer hinaufsteigt, blickt über weite Teile des Landes, das die Heimat so vieler in aller Welt bekannter Mythen ist.

Text: Klaus Bötig (» klaus-boetig.de)

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