Ratgeber: Wirksamer Mückenschutz

Achtung Urlauber, die Blutsauger sind unterwegs — und zwar in Form von Mücken! Meistens sind sie vor allem nervig, manchmal aber sogar richtig gefährlich. Jedoch muss sich niemand den blutsaugenden Quälgeistern hilflos ausgeliefert fühlen, denn es kann einiges für ihre Abwehr getan werden!

Was genau Stechmücken warum und wie anzieht, ist wissenschaftlich noch ein großes Rätsel. Sicher ist, dass die Milch- und Fettsäuren im Schweiß dabei eine Rolle spielen. Aber auch vom Menschen ausgeatmetes Kohlenmonoxid lockt die fliegenden Schmarotzer wahrscheinlich an. Allerdings stechen lediglich die trächtigen Weibchen zu, weil ihre Eier das Blut zur Entwicklung benötigen. Mückenmännchen sind harmlose Vegetarier, die sich von Pflanzensaft und Nektar ernähren.

Angelockt von süßem Blut

Stechmücken besitzen gleich vier Mundwerkzeuge, um an das menschliche Blut zu gelangen: Zwei Sägen und zwei Dolche, sogenannte Stiletts. Mit jedem Stich injiziert das Weibchen ein wenig von ihrem Speichel, in dem ein Betäubungsmittel vorhanden ist. Das macht nicht nur den Einstich für Menschen weniger schmerzhaft, sondern lässt als Gerinnungshemmer das Blut besser fließen. Drei Tage nach ihrer Blutnahrung legt das befruchtete Weibchen ungefähr 150 Eier in seichte Gewässer wie kleine Bäche, Regentonnen oder Vogeltränken – aus denen sich in kürzester Zeit weitere blutrünstige Insekten entwickeln.

 

Übrigens ist es ein Irrglaube, dass Frauen häufiger gestochen werden als Männer! Bestimmte Duftkomponenten im Blut und im Schweiß ziehen die Mücken mehr an als andere, weshalb in diesen Fällen von "süßem Blut" gesprochen wird und manche Menschen bei den Insekten als echte Leckerbissen gelten. Die Zusammensetzung dieser Lockstoffe ist allerdings von Mensch zu Mensch verschieden, sie hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Perfekter Stich-Schutz

Auf reisen in ferne Länder können Schnaken und Bremsen häufig schlimme Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber übertragen. Aber auch daheim, beim Grillen, Sport oder am Badesee sind sie unangenehm und störend. Wichtigster Schutz ist deshalb trotz hoher Temperaturen am besten weite, feste und lange Kleidung. Dadurch gibt man den Mücken keine Chance, auf der Haut zu landen oder durch enganliegende Stoffe zu stechen. Da sich die Tiere auf dunklem Untergrund wohlfühlen, ist außerdem helle Kleidung zur Mückenabwehr ideal.

 

Zusätzlich bieten Anti-Mückenmittel optimalen Schutz vor diversen Arten von Insekten. Diese so genannten Repellents (vom Lateinischen repellere = vertreiben) sind meistens als Spray oder Creme zu erhalten und stören mit ihren Wirkstoffen den Orientierungsmechanismus der Mücken. Durch einen Duftmantel auf der Haut wird der Körpergeruch verändert, so dass die Angreifer ihre Opfer nicht mehr erkennen können. Manche Mittel wirken dabei sogar bis zu acht Stunden und einige dürfen sowohl auf empfindlicher als auch auf der Haut von Kindern angewendet werden.

Keine Chance zum Blutraub

Der effektivste Wirkstoff in Anti-Mücken-Mitteln ist DEET (Diethyltoluamid), der bereits 1946 entwickelt wurde und seitdem die perfekte Abwehr unter anderem gegen aggressive südostasiatische Insekten ist. Er verfügt über ein breites Wirkungsspektrum und ist zudem langanhaltend in seiner Wirkung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rät deshalb zur Verwendung DEET-haltiger Präparate bei einem Aufenthalt in den Tropen. Und auch für den Aufenthalt in Malaria-Gebieten ist ein wirksames Repellent Pflicht. Allerdings ist die häufige Verwendung von hochdosierten DEET-Produkten über einen längeren Zeitraum hinweg gesundheitlich nicht ganz unbedenklich.

Wichtig für die optimale Wirkung ist zudem die richtige Anwendung: Das Insektenschutzmittel sollte nach dem Auftragen einer wenig duftenden Sonnencreme verwendet werden. Außerdem ist es ratsam, beliebte Stichstellen wie Nacken und Knöchel nicht zu vergessen. Nach dem Baden oder heftigem Schwitzen sollte das Auftragen unbedingt wiederholt werden — dann haben lästige Mücken keine Chance zum Blutraub!

 

Text: Anne Kirchberg

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