Ein starker Hauch von Afrika

Ein starker Hauch von Afrika

Soweit, so trendy. Doch die Stadt bietet seinen Besuchern weit mehr. Etwa exotische Märkte wie jener vom Cours Julien. Little Dakar möchte man den Ort nennen, an dem das Bananengelb und Papayagrün der angebotenen Früchte im lärmenden Farbenkrawall der afrikanischen Kleidermoden kläglich untergehen. Doch der Platz, an dem man früher oder später landen wird, heißt Vieux Port, ein belebtes hufeisenförmiges Stück Hafenrund. Straßencafé reiht sich an Straßencafé, Fortmauern aus mehreren Jahrhunderten schließen daran an. Archäologisch Interessierte können sogar nach Resten der römischen Molen Ausschau halten. Knallig gelb recken die schuppigen Zutaten zur berühmten Bouillebaisse ihre Flossen und Mäuler über den Topfrand, besonders verlockend im feinen Miramar Restaurant, das die zur traditionellen Fischsuppe nötigen Fischarten sogar auf das Speiseservice brennen ließ.

Villen, Skateparks und Le Corbusier

Villen, Skateparks und Le Corbusier

Die Villen und Parks der Reichen wechseln mit den graffitybesprühten Betonwannen eines in Rollbrettkreisen berühmten Skateparks. Sandstrände tauchen unmittelbar unter der Straßentrasse auf, sogar Kunst am Beach. Und im bergigen Hinterland thront am Boulevard Michelet Le Corbusiers modernistischer Gewaltakt der Cité Radieuse – eine frühe Pioniertat der modernen Architektur der späten 1940er-Jahre. Auf dem Dach des Hochhausblocks, umgeben von avantgardistischem Sichtbeton, blickt man trotzdem lieber aufs Meer. Blitzblau leuchtet es herauf, das Wasser zählt zum saubersten des ganzen Mittelmeers. Wer vom Quai des Belges zum berühmten Chateau d‘ If hinausschippert, jenem ehemaligen Zuchthaus, in dem der Graf von Monte Christo jahrelang eingekerkert war, oder von dort weiter auf die Isles des Frioul findet klares Wasser und herrliche Strände.

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