Christmas-Shopping: Newcastle-upon-Design

Christmas-Shopping: Newcastle-upon-Design

2000 Jahre Geschichte und eine glänzende Zukunft: Newcastle ist eine urbane Drehscheibe zwischen Avantgarde und altehrwürdiger Architektur. Ein Kunst-Kaufhaus, eine überdachte Markthalle à la Dickens und moderne LED-Installationen setzen diese Facetten auch zur Adventzeit ins beste Licht.

Ein wenig erinnert die Szene ja vielleicht an „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in der sich Bill Murray als TV-Wetteransager in einer Zeitschleife verfängt. Klar: Newcastle upon Tyne ist keine Kleinstadt wie Punxsutawney, Pennsylvania. Aber es ist Winter, und die Leute, die sich an Newcastles Northumberland Street vor dem Schaufenster des Kaufhauses Fenick’s versammeln, haben in diesem Moment durchaus Traditionspflege im Sinn.

Schaufenster mit Guckloch

Seit 1971 existiert nämlich ein besonderes Guckloch an dieser Einkaufsstraße, und es zeigt eine heile Welt. Das ist den neugierigen Gesichtern an der Haupt-Shoppingzeile, wo sich Mega-Stores  von Marks & Spencer, Virgin, H&M und Next reihen, denn auch leicht anzusehen: Glänzende Kinderaugen, aber auch Erwachsene, die vor dem 10-m-Schaufenster kurz ins Träumen kommen angesichts von Fenwick’s beweglicher Weihnachts-Deko, die zwischen Nordpol und London ihresgleichen sucht.

Aliens und ein ganz besonderer Ohrwurm

Mal sind es Aliens, die hier zwischen flauschigen  Mini-Rentieren über den Schaufenster-Himmel fliegen, ein anderes Mal verpacken die Liliputaner Gulliver zwischen Weihnachtspaketen, drehen sich Mäuse, Eichhörnchen, kleine Enten putzig zwischen Lametta und Geschenkpapier. Ebenfalls „Live from Fenwick“: Der jedes Jahr neu aufgenommene Weihnachtssong, mit dem die Studenten der Arts and Theater School Gateshead in die Öffentlichkeit treten – und der sich als Ohrwurm Richtung festlich beleuchteter Strasse schlängelt.

Das Kunst-Mekka des Nordostens

Die drehenden Mäuse und der Christmas-Ohrwurm kommen in diesen vorweihnachtlichen Wochen freilich nicht allein. Newcastle ist eine Stadt mit stark metropolitanen Zügen, längst mit dem benachbarten Gateshead zum urbanen Kultur-Mekka des englischen Nordostens zusammengewachsen – ein Ort auch der Avantgarde. Das verrät bereits ein flüchtiger Blick auf die zuletzt entstandene Architektur.

Leuchtender Riesenchristbaum

Wie ein riesiges Augenlid öffnet sich etwa die mit Großbritanniens höchstrangigem Architekturpreis – dem Stirling Prize – ausgezeichnete Gateshead Millenium Bridge. Sie bietet ein spektakuläres Entree in das angesagte Viertel der Gateshead Quays, vor allem am Abend, wenn buntes Licht die filigranen Metallstäbe erhellt. Wie ein aufgeputzter Christbaum wirkt seit einigen Wochen auch Großbritanniens neueste und zugleich größte Kunst-Licht-Installation: „Metro Nocturne“ heißt das Projekt, bei der eine 360 m lange Metro-Brücke mit modernster LED-Technologie in ein Lichtgespinst verwandelt wird. Welche Farben es annimmt, kann man dabei via Internet selbst mitbestimmen.

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