... Nordenglands Städte: Voller Geschichte(n)

In Durham wiederum, 30 km südlich von Newcastle in Nordostengland, fasziniert einmal mehr ein Gotteshaus: Die Kathedrale ist halb normannische Kirche, halb Festung. Wie ein Bollwerk liegt sie auf einer felsigen, fast vollständig vom Fluss Wear umflossenen Halbinsel – und tatsächlich bildete sie zusammen mit der Burg ab dem 11. Jh. einen Schutz gegen die kämpferischen Schotten. Die Fundamente des Weltkulturerbes übrigens ruhen auf den Gebeinen eines Heiligen: Mönche von der Insel Lindisfarne suchten hier 995 eine sichere Ruhestätte für den Leichnam des hl. Cuthbert.

Fest in der Gegenwart verwurzelt

In Durham Castle liegt auch die drittälteste Universität des Landes mit ihrem sehenswerten Orientalischen Museum und dem botanischen Garten. Besonders schön lassen sich Stadt und Burg bei einer Bootsfahrt auf dem River Wear erkunden. Hier zeigen sich das Ensemble aus Festung und Kathedrale besonders beeindruckend, trutzig wie ein Felsen ragen die Gebäude über die sie umgebenden Bäume. Doch nicht nur die Geschichte spielt in Durham eine Rolle, die Stadt ist fest in der Gegenwart verwurzelt. Von der Uferpromenade geht es hinein ins Zentrum mit seinen vielen schönen Shops, den Restaurants und Bistros und dem Millenium City Complex, einem modernen Ensemble aus Kino und Theater, das einen spannenden Kontrast zur Altstadt bildet.

Geister der Vergangenheit

Trotz ihres Alters hat Durham ein jugendlich-trubeliges Herz, was nicht zuletzt an den vielen Studenten in der Stadt liegt. Diese jugendliche Unbekümmertheit ist auch bitter nötig in einer Region, in der in der Vergangenheit so viel gekämpft wurde, dass der Tod niemals weit ist. Kein Wunder, dass hier auch Geister und Gespenster besonders aktiv sein sollen – es wimmelt nur so von „grauen Ladys“, unheimlichen Dudelsackspielern und unglücklichen jungen Frauen. In Städten wie York sind die abendlichen Gruseltouren ein schaurig-schöner Zeitvertreib.

Falsche Hexen, echte Gefangene

Im Schloss in Lancaster, der Pforte zum Lake District, sollen die berühmten Pendle Witches umgehen, zwei Frauen, die im 17. Jh. als Hexen zum Tode verurteilt wurden. Wer das Schloss besucht, kann sich gut vorstellen, wie die Unglücklichen vor knapp 400 Jahren ihrem traurigen Schicksal entgegen gingen. Heute ist Lancaster eines dieser Städtchen mehr, in denen der Geist der Vergangenheit noch quicklebendig ist. Der Besuch des eindrucksvollen Schlosses aber ist eine ganz besondere Erfahrung: Immerhin ist ein Teil der Gebäude hinter den abweisenden Mauern, die der Queen persönlich gehören, auch heute noch ein Gefängnis für 200 Insassen.

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