... Dubais Altstadtviertel: Perlen der Vergangenheit

 

Chilli-Köder für Makrelen

Das alles trifft auch auf den Stadtteil Deira, an der anderen Seite des Creek, zu. Hier findet sich die eigentliche Keimzelle von Alt-Dubai, im Gegensatz zu Karama und Satwa freilich auch jede Menge Touristen. Reizvoll ist der Bummel durch die Deira-Souks trotzdem. Beispiel Abra Docks, eine malerische Ecke im Herzen des alten Viertels. Möwen kreischen über beständig an- und ablegenden Wassertaxis, und aus den engen überdachten Gassen duftet es nach Muskat und Koriander. Ungerührt hockt ein Methusalem zwischen den Kisten und Reissäcken der Kaimauer, und ködert die kleinen Makrelen so, wie er es immer schon getan hat: mit viel, viel Zeit. Und vor allem mit knallroten Chillis am Haken.

Wohngefühl mit Tradition

Vom gegenüberliegenden Ufer schimmern währenddessen sandfarbene Paläste herüber. Reich gewordene Händlerkönige aus dem Iran, aus Belutschistan und Bombay ließen sie Mitte des vorigen Jahrhunderts rund um das angrenzende Fahidi Fort, Dubais ältestem Gebäude, errichten. Im frisch restaurierten, traditionellen Bastakia-Viertel wurden einige dieser Bauten für Besucher geöffnet, die nun über ockergelbe Windtürme und die modern wirkende Zeitlosigkeit der schlichten, niedrigen Holzmöbel und erdfarbenen Textilien staunen. Wer dabei auf traditionelles Wohngefühl Lust bekommt, der findet mit dem benachbarten „XVA Hotel & Café“ einen hundert Jahre alten originalen Innenhof, um den sich nun modern-arabische Edelzimmer gruppieren. Ähnliche Eindrücke erlaubt, nur wenige Meter entfernt, der marmorweiße Innenhof der mit Antiquitäten ausgestatteten „Majlis Gallery“, oder ein traditioneller Lunch im in einem historischen Windturm untergebrachten „Basta Art Café“.

Alles Gold, was hier glänzt

Wenige Meter neben dem Wassertaxi-Anleger, die dort Abras genannt werden, der Deira Old Souk Abra Station taucht man nicht nur in die Welt der Gewürze und den Schatten der traditionellen Schilfrohrmatten ein. Sondern auch ins Glitzern des Goldes und das Schimmern der Perlen, die Dubai bereits vor dem Öl- und Immobilien-Boom antrieben. Unübersehbar erstrecken sich zu beiden Seiten der überdachten Straße im Gold-Souk die Auslagen der Juweliere – eine gleißende Schlucht aus goldenen Wänden. In den 200 Shops, so die Statistik des „World Gold Council“, lagern bis zu 10 t des Edelmetalls. Momentaner Renner: superweicher 24-Karat-Schmuck. Schöne Farbe, massive Formen; und darauf – alte Beduinenweisheit – kommt es schon auch ein bisschen an.

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