... Baden in Búzios: Filmreif

 

Wohnen mit Stil

Ein- oder zweistöckige Fischerhäuser mit niedrigen Dächern gegen den Seewind, meist blau oder weiß gestrichen, mit terrakottafarbenen Dachziegeln im Kolonialstil und geschmackvollen Sprossenfenstern – der typische Búzios-Stil wurde von Architekten regelrecht vermarktet. Der Hintergrund dieses Erfolgs ist ein streng überwachtes Baurecht: Kein Haus darf hier mehr als zwei Stockwerke haben.

Einsamkeit und Party

Búzios bietet für jeden etwas. International ausgerichtete Gastronomie und Nobelhotels, exquisite Boutiquen aber auch günstige Pousadas und preiswerte Per-Kilo-Restaurants. Einsame Buchten und Strände, aber auch ein reges Nachtleben, das – wie in Brasilien üblich – erst nach Mitternacht beginnt. In der Hochsaison ist Búzios eine Mischung aus Paradies und Party, aus Strandvergnügen und durchtanzten Nächten.

220 Sonnentage, 23 Strände

Insgesamt 23 Strände gibt es auf der Halbinsel, sie bieten Bademöglichkeiten für jeden Geschmack: ob Surfen und Sehen und Gesehen werden wie am In-Strand Geribá, oder ruhigere Plätzchen, die nur per Taxi-Boot erreicht werden können. Selbst einen FKK-Strand gibt es hier – für Brasilien eine Seltenheit. Wer die verschiedenen Strände kennen lernen will, erkundet die Halbinsel am besten per Buggy. Und egal, welchen Sandstreifen man aussucht: Mit 220 nahezu wolkenlosen Sonnentagen pro Jahr hält die Stadt an der Costa del Sol fast den brasilianischen Rekord. „Búzios hat außerdem die drittschönsten Tauchgründe Brasiliens“, stellt Lothar Kerscht fest, ein Deutscher, der sich 1997 hier niedergelassen hat. Vor allem die Tauchgebiete im Norden der Ilha Âncora mit ihren Höhlen, Felsformationen und wimmelndem Unterwasserleben locken viele.

Búzios und Berchtesgaden

Kerscht ist nicht der einzige Deutsche, der in Búzios seine Wahlheimat gefunden hat. Auch die Vila Boa Vida an der Praia da Ferradura und die Pousada Beachhouse am Tucuns-Strand sind unter deutscher Leitung. Und wer in der Rua das Pedras, der Flaniermeile des Ortes, in Brigitta’s Restaurant zum Essen geht, entdeckt neben Shrimps und Scampis auch Eisbein mit Sauerkraut auf der Speisekarte. Und wenn Brigitta zu Hause ist, hört man oberbayerischen Dialekt – dabei ist sie, die in Berchtesgaden aufgewachsen ist, so international wie der Ort Búzios: Sie stammt aus Tschechien, hat in Paris, Japan und Südafrika gelebt und hatte sich 1982 eine kleine Fischerhütte als Wochenendhaus gekauft – die dann zum In-Restaurant wurde.

Text: Rainer Heubeck

Nach oben