Natur-Trips: Frühstück mit Affe

Auf leisen Sohlen nähert sich die Besuchergruppe dem Futterplateau. Es ist Frühstückszeit, und da hangelt auch schon ein „Waldmensch“ heran, der den Wald allerdings erst noch richtig kennen lernen muss. Im Auswilderungszentrum von Sepilok werden Orang-Utans nämlich auf das Leben in der Wildnis vorbereitet. Das ist nötig, weil die „Waldmenschen“ genau dies verlernt haben – da sie ihre Mutter durch Brandrodungen verloren haben oder von Menschen als Haustiere gehalten wurden. Als zwei Pfleger mit Bananen und Jackfrüchten herankommen, hangeln sich mehrere Orang-Utans in Richtung Plateau. Diese Affen kommen zwar schon allein im Dschungel klar, lassen sich aber noch durchfüttern. „Sobald ein Orang-Utan fernbleibt, ist die Auswilderung geglückt“, erzählt der Ranger.

Baumbewohner mit menschlichen Zügen

Zwischen Regenwald und Futterplatz sind Taue gespannt. Die Affen schwingen sich zur Plattform mit den Bananen. Einer schaut sich die menschlichen Besucher ganz genau an, mit neugierigen, intelligenten Augen. Die Ähnlichkeit zwischen den Waldmenschen und ihren Gästen ist verblüffend. Ein Weibchen hat sich mit mehreren Jackfrüchten in eine Ecke verzogen und stopft gelangweilt Früchte in sich hinein.

Der Chef kommt

Das Frühstücksidyll findet ein jähes Ende, als ein Riesenmännchen heranschaukelt. Das Tau wackelt gefährlich unter der 100-Kilo-Last. Im Nu ergreifen die anderen Orang-Utans und die Pfleger die Flucht. Sie haben großen Respekt vor dem älteren Männchen mit den Backenwülsten, das in der Hierarchie ganz oben steht. Nur ein kleiner Affe bleibt sitzen. Der niedliche Nachwuchs genießt noch Narrenfreiheit. Seine Artgenossen müssen nun bis zur Nachmittagsfütterung warten oder sich selbst ein Stück Obst im Regenwald suchen.

Minischildkröten und Nestbau am Strand

Von Sandakan aus ist Pulau Selingan mit dem Schnellboot in einer Stunde zu erreichen. Die Insel liegt mitten in der Sulu-See und wird von Urlaubern auch Turtle Island genannt. Denn zwischen Juni und Oktober legen Meeresschildkröten hier ihre Eier ab. Ein Mitarbeiter vom Turtle Island National Park ruft einige Inselgäste herbei: Am Strand buddeln sich Mini-Schildkröten den Weg frei und flitzen zielstrebig ins Meer. In einigen Jahren, wenn sie geschlechtsreif sind, werden die Weibchen unter ihnen riesige Strecken überwinden, um genau an diesem Ort ebenfalls ihre Eier abzulegen.

Ergreifendes Naturspektakel

Pulau Selingan ist weltweit einer der wichtigsten Brutplätze für Meeresschildkröten. Der Strand ist mit Schleifspuren übersät. Nacht für Nacht kommen Schildkröten aus dem Meer, graben ein großes Loch und pressen unter größter Kraftanstrengung um die 100 Eier in Tischtennisballgröße aus sich heraus. Danach buddeln sie das Nest zu und schleppen sich ins Meer zurück. Nach sieben Wochen schlüpft die Brut. Die nächtliche Eiablage ist ein ergreifendes Naturspektakel – und Fotografieren mit Blitzlicht tabu, um die Schildkröten nicht zu stören.

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