...Zeitgeschichte: Damals, in Berlin...

 

Besuch bei der Stasi

Die jüngste Vergangenheit wiederum ist Thema der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße. Im Hauptquartier des Ministeriums für Staatssicherheit ist die Ministeretage noch im Original erhalten, sind die Büros von Erich Mielke geöffnet. Wo dagegen die Opfer des Ministeriums landeten, demonstriert ein Besuch im ehemaligen Stasigefängnis Hohenschönhausen im Norden Berlins. Kein leichter Gang: Ein Gefängnis von innen zu sehen ist nicht jedermanns Sache. Hohe Mauern, Stacheldraht, Wachtürme an allen vier Ecken des Areals, ein trostloser Ort.

Zeitzeugen berichten

Wie das Leben hinter Stasigittern aussah, davon berichten heute Zeitzeugen. Die ehemaligen Insassen führen Schulklassen, Betriebsausflüge und Einzelbesucher durch das Gebäude. Zum Beispiel Matthias Meister. Er wollte 1987 mit seiner damaligen Freundin über die tschechische Grenze in den Westen flüchten und wurde erwischt. Fünf Monate lang musste der damals 21-Jährige in Hohenschönhausen einsitzen. Dann kaufte ihn die Bundesrepublik frei, 1988 war er endlich „drüben“. Mehrmals monatlich besucht Meister nun den Ort des Schreckens, um Neugierigen von den Verhörmethoden der Stasi zu berichten. „Jeder Gefangene hatte seinen eigenen Offizier“, erzählt er in einem der Verhörzimmer. Stundenlang gingen die Befragungen, auch nachts. Schlafentzug war in der DDR eine gängige Methode, um Häftlinge zum Sprechen zu bringen.

Bleierne Stille über den Archivkästen

Keine 10 km Luftlinie entfernt befindet sich das Leben der Stasiopfer zwischen Akten gepresst. 14 000 Säcke voller Papierschnipsel, 80 000 Regalmeter verstaubte Schnellhefter, 17,5 Mio. Karteikarten. In der ehemaligen Zentrale der DDR-Staatssicherheit in Lichtenberg regiert das Papier noch heute auf beeindruckende Weise. Einst wirkten auf dem gesamten Gelände 26 000 hauptamtliche Mitarbeiter, heute arbeiten noch 2000 Angestellte bei der Bundesbehörde mit dem umständlichen Namen "Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BSTU)". In den Karteisälen liegt eine bleierne Stille über den Archivkästen. Allein der Name Müller füllt 15 Meter Karteikarten. Alles DDR-Bürger, die im Visier der Stasi standen.

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Sehenswertes:

Gedenkstätte Berliner Mauer
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Museum Haus am Checkpoint Charlie
mauermuseum.de

East Side Gallery
berlinermaueronline.de

Niederkirchner Straße
berlinermaueronline.de

Topographie des Terrors
topographie.de

Holocaust-Mahnmal
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Haus der Wannsee-Konferenz
ghwk.de

Gedenkstätte Plötzensee
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Gedenkstätte Deutscher Widerstand
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The Story Of Berlin
story-of-berlin.de

Anti-Kriegs-Museum
anti-kriegs-museum.de

Alliiertenmuseum
alliiertenmuseum.de

Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße
stasimuseum.de

Gedenkstätte Stasigefängnis Hohenschönhausen
stiftung-hsh.de

Stasi-Archiv
bstu.bund.de 
Ruschestr. 103, Haus 7, Berlin-Lichtenberg, Tel. 030/23 24 66 99, Führungen jeweils am 1. Di. im Monat 17–19 Uhr, Eintritt frei

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