Kunst und Entertainment: Keine Atempause

772 Opernvorstellungen im Jahr in – Achtung, weltweit einmalig! – gleich drei großen Opernhäusern, 175 Museen, 150 Theater und Bühnen, eine Vielzahl an Varietés und Musical-Häusern, unzählige Events, Auftritte, Shows – keine Frage, in Sachen Kultur macht Berlin so schnell keine andere Stadt etwas vor. Das Angebot ist riesig, und was bietet sich als Einstieg eher an als „Rhythmus Berlin“, eine Revue im Friedrichstadtpalast, die vor allem einen Hauptdarsteller hat: die pulsierende Traumstadt an der Spree, auf deren romantischen Plätzen, Straßen und Boulevards zwei Liebende zueinander finden sollen.

Ewig junges Entertainment

Viele der Berliner Entertainmentadressen haben eine lange Geschichte – und sind heute noch so lebendig wie vor 80 Jahren. Der Admiralspalast etwa, 1873 über einer artesischen Solequelle als öffentliches Bad mitten in der Stadt erbaut und 1911 zu einem der ersten Vergnügungspaläste überhaupt umgewandelt, hat sich bis letztes Jahr einem weiteren facelifting unterzogen. Jetzt spielt die Vergnügungsadresse, die in den Goldenen Zwanzigern mit Eisrevuen, Varieté und Show-Theater den Mythos der Zeit mitprägte, wieder ganz oben mit im Kulturleben der Stadt.

Varieté zum Tee, Cabaret zum Dinner

Legendärer Nightlife- und Amüsiertempel ist auch der Wintergarten mit seinen Shows und Künstlern von Weltrang. Hier lohnt es sich, bereits nachmittags (Mi 16, So 15 Uhr) beim „Varieté zum Tee“ vorbeizuschauen: Das Vergnügen mit Zauberern, Jongleuren und Akrobaten kostet nur 19 Euro. Ebenfalls voller Akrobatik und schillernden Varietéprogrammen steckt das Chamäleon, der Touristenmagnet in den traditionsreichen Hackeschen Höfen. Bei so viel Revue und Chanson und nostalgischem Flair ist es außerdem nur konsequent, dass das legendäre Musical „Cabaret“, angesiedelt im Berlin der 30er-Jahre, im atmosphärischen Spiegelzelt der Bar jeder Vernunft einen Stammplatz im Repertoire erhalten hat.

Theater, Oper, Klassik

Ein Schwergewicht ist Berlin in Sachen Oper und Klassik. Das mächtige Dreigestirn Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Unter den Linden und Komische Oper Berlin sucht seinesgleichen, dazu das Konzerthaus und die Philharmonie. Nicht zu vergessen, die Theater von Schaubühne am Lehniner Platz bis Deutschem Theater, vom Berliner Ensemble mit Claus Peymann bis zum innovativen Off-Theater der Sophiensaele. Ein Insidertipp für avantgardistische Produktionen ist das Hebbel am Ufer, in der nur 80 Plätze zählenden Experimentierbühne im Deutschen Theater kann sich der Nachwuchs des Hauses versuchen. Und wer genug hat von schwerer Kunst, der kann zumindest in der Schaubühne gleich nach der Vorstellung bei einem Drink entspannen: Die Universum Lounge macht mit Ufo-Design ihrem Namen alle Ehre.

Jede Menge Museen

Kunst und Entertainment muss sich in Berlin keineswegs nur auf den Abend beschränken. Eine Vielzahl von Museen warten darauf, entdeckt zu werden – eine Aufforderung, der im vergangenen Jahr immerhin 11 Mio. Besucher nachgekommen sind. Klassiker gibt’s genug, von Pergamon- bis Ägyptisches Museum (bis 2009 im Alten Museum untergebracht), von der Alten Nationalgalerie über das Brecht-Haus bis zum Schwulen Museum.

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