Bayerischer Wald: Natur- und Kulturparadies

Bayerischer Wald: Natur- und Kulturparadies

Im liebenswerten Städtchen Zwiesel fand letztes Jahr die große Bayerische Landesausstellung „Bayern-Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft“ statt. Das war ein Grund mehr, eine der schönsten deutschen Landschaften zu besuchen.

Bayerischer Wald: Natur- und Kulturparadies

Wälder, endlos, nach Westen, Norden, nach Süden und nach Osten. Ein grünes Wipfelmeer, das erst am Horizont mit dem Himmel verschmilzt – nein, der berauschende Anblick ist nicht dutzende Flugstunden entfernt in Kanada zu finden, sondern vor der Haustür, an der Grenze zu Tschechien.

Wälder, Moore und Seen

Der Bayerische Wald: eine Landschaft, die im Windschatten der ganz großen deutschen Ferienregionen wie Oberbayern, Nord- und Ostsee liegt. Und das ist gut so, sagen Kenner und Genießer, die im Naturpark und im Nationalpark Bayerischer Wald abseits des Massentourismus ungestört die Seele baumeln lassen. 1000 km² Wälder, Moore und Seen sind beiderseits der Grenze zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik als europäisches Naturerbe geschützt.

Süffiges Dampfbier, herzhafter Bärwurz

Süffiges Dampfbier, herzhafter Bärwurz

Doch auf die Begegnung mit dem Leibhaftigen können wir verzichten – zurück also nach Zwiesel, Wanderstiefel ausziehen, in einer der vielen gemütlichen Gaststätten genüsslich die Speisekarte studieren, ein deftiges Schmankerl und ein süffiges Dampfbier bestellen, zum Abschluss noch einen herzhaften Bärwurz (das „flüssige Gold des bayerischen Waldes“) kippen, auch so kann und darf Wellness aussehen.

Biken mit Blick auf die Alpen

Als Mountainbike-Revier ist der Bayerische Wald groß im Kommen, weshalb das nächste – im wahrsten Sinne des Wortes „Highlight“ – auf grobstolligen Reifen und mit 27 Gängen erobert wird: Von Zwiesel aus geht es gut ausgeschildert nach Norden zum Großen Arber. „Schwierigkeitsgrad: schwer, do kommen’s scho’ ins Schnaufen!“, meinte die Dame von der Touristinfo. Warnung oder Versprechen? Beides, und auf jeden Fall ein exzellentes 40-km-Vergnügen mit rasanten Downhills. Und auf dem Gipfel (1456 m) sind bei bester Fernsicht tatsächlich die Alpengipfel zu sehen, die den Horizont Richtung Süden begrenzen. Das macht Appetit auf mehr Sattelerlebnisse, und bei über 1400 km markierter Radwege im Landkreis Regen ist der Hunger nicht so schnell gestillt.

Kunst und Kultur im tiefen Wald

Wandern, Mountainbiken, Natur, Fernsicht, gut Essen und Trinken, weite Wälder – fehlt da etwas? Kunst und Kultur etwa? Wer sucht, der findet, und das sehr schnell. Schauen Sie in der Galerie „Männerhaut“ vorbei, in der einheimische Künstler und Kunsthandwerker ihre Exponate zeigen, das spröde Material Glas überrascht in schier unglaublichen Formen und Farbkompositionen. Besuchen Sie das Waldmuseum mit seinen vielen Zeugnissen aus alten Zeiten, darunter die alte Stadtapotheke, es ist im ehemaligen Kommunbrauhaus untergebracht. Oder machen Sie einen Abstecher in die Unterwelt: In Bodenmais, keine zwölf Kilometer von Zwiesel entfernt, führt der Barbarastollen tief ins Innere des Silberbergs und zeigt Bergbaugeschichte seit 1311, über Tage lockt eine 600 m lange Sommerrodelbahn.

Einzigartig: die Bayerische Landesausstellung

Einzigartig: die Bayerische Landesausstellung

Vom Sommer bis in den Herbst 2007 hinein durfte sich Zwiesel übrigens zu Recht „Kulturelles Zentrum“ des Bayerischen Waldes nennen, denn hier fand die Bayerische Landesausstellung statt. Thema: „Bayern-Böhmen: 1500 Jahre Nachbarschaft“. Einzigartige Ausstellungsstücke von archäologischen Funden bis zu kostbaren Goldschmiedearbeiten, von Glasmacherkunst bis zu Zeugnissen der erfolgreichen bayerisch-böhmischen Bier-Geschichte illustrierten eine überaus spannende und spannungsreiche Beziehung.

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