15. Juli 2006: Weinprobe im Goldenen Tal

Australischer Rotwein war schon vor meiner Reise einer meiner Liebsten, vor allem wenn er trocken, vollmundig und zugleich fruchtig ist. Jetzt, wo ich quasi an der Quelle sitze, wird es höchste Zeit für einen Abstecher ins Yarra Valley. Das Weinanbaugebiet zählt zu den besten Australiens und liegt vor den Toren Melbournes. Meine Freundin (Name?) und ich beschließen, für 85 Dollar ein Rundumsorglos-Paket zu buchen. Schließlich wollen wir die edlen Tropfen in vollen Zügen genießen und uns keine Sorgen um die Heimfahrt machen müssen.  
Der Sonntagmorgen verspricht einer dieser goldenen Herbsttage zu werden und wir besteigen erwartungsfroh den Minivan. Etwa eine Stunde später schwenken wir bereits die ersten Weingläser und lernen dabei, die Nasen möglichst tief in selbige zu stecken. Der Duft von kräftigem Kirscharoma gepaart mit einem Hauch von Pfeffer lässt schnell vergessen, dass es eigentlich Saft- statt Shiraz-Zeit ist.

Cheers!

Vier Weingüter werden besucht, ich favorisiere die Sorten Pinot Noir, Cabernet Merlot und Shiraz. Allerdings ist auch der sonst von mir verschmähte Weißwein nicht zu verachten. Mit steigendem Alkoholpegel schwenke ich den Wein stärker (Luft muss ran!) und mache Schlürfgeräusche dazu, die mir anfangs noch peinlich waren, inzwischen aber egal sind. Nur noch die besten Weine rinnen meine Kehle hinunter, der Rest landet erbarmungslos im Eimer.  Schließlich will ich das absolute Tour-Highlight am Ende in vollen Zügen genießen: die edlen Tropfen der Domaine Chandon – gegründet vom französischen Champagnerhaus Moët & Chandon. Doch bevor es auch hier ans Schwenken und Schlürfen geht, weiht uns Tourguide Ian in die Geheimnisse der Perlweinproduktion nach der Methode traditionelle ein. Drei Jahre dauert es, bis die Traube zum Schampus wird. Ganz schön aufwändige Herstellung! Ich kann es kaum noch erwarten, die australische Besonderheit schlechthin zu probieren: Sekt aus rotem Wein. Als es endlich soweit ist, bin ich hin und weg. Der Sparkling Pinot Shiraz übertrifft all meine Erwartungen. Ein letztes Mal heißt es “Cheers!“ – auf diesen krönenden Abschluss!

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