21. August 2006: Tasmanien: Naturwunder auf engstem Raum

Es ist morgens, kurz vor acht. Noch leicht verschlafen stehen meine Freundin Ellen und ich im Styx Valley des Mount Field Nationalparks. Ausschlafen ist nicht mehr. Schließlich soll sich unser Wineglassbay-Erlebnis nicht wiederholen. Wir starten mit dem Tall Tree Walk und begrüßen die ersten Sonnenstrahlen, die vereinzelt ihren Weg durchs geschlossene Blätterdach finden. Um uns herum ragen überall riesige Eukalypten gen Himmel. Auf den Stämmen der größten Hartholzbäume der Welt wächst leuchtend grünes Moos. Formschöne Farne, die eine Extraportion Dünger erwischt zu haben scheinen, wuchern zwischen den Bäumen. Dazu absolute Stille. Wir scheinen die ersten Bushwalk-Begeisterten des Tages zu sein. So soll es sein.

Wasserfall

Von der Schönheit des Walks noch immer beeindruckt, steuern Ellen und ich die Russell Falls an. Der in Terrassen abgestufte Wasserfall soll der schönste Australiens sein. Auf unserem Weg treffen wir auf Jude und Michael. Die beiden passionierten Naturliebhaber sind vor kurzem von Melbourne nach Tassie gezogen, um die Landschaft jeden Tag genießen zu können. Je näher wir dem Wasserfall kommen, desto besser verstehen wir die beiden. Der Boden ist unglaublich weich. Am Wegesrand wachsen Palmen und Riesenfarne, die einen bezaubernden Baldachin bilden. Dann hören wir es auch schon plätschern. Der Weg war kürzer als erwartet. Überhaupt ist der Mount Field National Park perfekt für alle, die Naturwunder auf engstem Raum sehen wollen. Kurze Fußmärsche führen durch eine märchenhafte Landschaft. Die Russell Falls machen ihrem Ruf alle Ehre: ein wahrer Augenschmaus. Wir sind glücklich und haben ihn gefunden: den perfekten Platz für unser Picknick.

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