25. Januar 2007: Ostküsten Highlights

Sydney
Sich von Sydney erobern zu lassen fällt nicht schwer. Auch wenn ich mein Herz längst an Melbourne verloren habe, hat die heimliche Hauptstadt auch mich verzaubert. Besonders schnell geht es, wenn der Besuch mit einem Abstecher nach Manly eingeläutet wird. Die Fährfahrt (dauert rund 30 Minuten, Return-Ticket kostet 9 Euro) in den pittoresken Stadtteil mit einem der schönsten Strände Sydneys – viel schöner als Bondi Beach, vor allem nicht so überlaufen – ist schon nett, doch vor allem die abendliche Rückfahrt nach Downtown ist absolut atemberaubend. Die in tausend Farben funkelnde City zeigt sich dann von ihrer schönsten Seite. Links thront erhaben das Opernhaus, rechts versinkt die Sonne hinter der schwarzen Silhouette der Harbour Bridge. Stilecht lässt es sich im Anschluss am besten auf dem Balkon des Opernhauses anstoßen – im Blick die erleuchteten Wolkenkratzer, deren Lichter sich im Wasser des Circular Quay spiegeln. Wer mit begrenztem Budget reist und sich keine Luxusunterkunft am Hafen leisten kann oder will, für den ist das zentral gelegene Railway Square YHA (8-10 Lee Street, ab 20 €) die richtige Adresse. Das Hostel liegt im historischen Hauptbahnhof und mit etwas Glück lässt sich ein Bett in einem ehemaligen Zugwaggon ergattern.

Byron Bay liegt etwa 1000 km nördlich von Sydney. Hier lohnt es sich, einige Tage auszuspannen. Die Surf- und Hippiehochburg, deren Straßen von Aussteigern und Künstlern bevölkert sind, ist der östlichste Zipfel Australiens. “Hang loose“ scheint das charmante Motto des kleinen Städtchens zu sein – nur die Angewohnheit, Kaffee mit Sojamilch zu schlürfen, war nicht nach meinem Geschmack. Am besten abschalten lässt es sich bei einem Ausflug zum Leuchtturm auf dem Felsvorsprung Cape Byron. Der dortige Ausblick ist schlichtweg grandios: Feinsandige Traumstrände, saftige Zuckerrohrfelder und ab und zu springt sogar ein Wal oder Delfin aus dem dunkelblauen Meer.

Noosa
Eineinhalb Stunden nördlich von Brisbane liegt das St. Tropez Australiens. Hier ist alles ein wenig schicker. Doch keine Bange, in dem bezaubernden Badeort kommen sowohl Backpacker als auch Luxusliebhaber auf ihre Kosten. Das “Copenhagen-Ice-Cream-Café“ verkauft das beste Cookies&Cream-Eis ever! Wer vom Wandern im Nationalpark oder Flanieren am Strand müde geworden ist, sollte in die Halse Lodge (Nacht im Mehrbettzimmer ab 16 Euro) einchecken. Das Hostel liegt auf einer kleinen Anhöhe in einem Landhaus aus Holz. Der Strand ist nicht weit und grenzt an den Regenwald – very nice!

Fraser Island
Würden alle Sandkörner dieser Insel auf die Fläche Sydneys gekippt, wäre der entstehende Berg über 200 m hoch! Doch auf der Insel gibt es mehr als Sand – beeindruckende Regenwälder und wunderschöne Süßwasserseen wollen ebenso entdeckt werden. Den besten Eindruck über die Insel und ihre Vielfalt gibt es bei einem Rundflug mit einer Propellermaschine (15 Minuten kosten knapp 40 Euro, Startpunkt ist der 75 Mile Beach).

Great Keppel Island
“Wappaburra“ – Ort der Erholung, so nennen die Aborigines Great Keppel Island. Lärmende Touristenmassen, mobile Eisverkäufer, Liegestuhl- oder Sonnenschirmanbieter: Fehlanzeige. Dafür gibt es 17 einsame Strände und endlos erscheinende Wanderwege. Schlafen Sie in einem der charmantesten Hostels Australiens: The Quiet Alternative. Das kleine Schmuckstück liegt zwei Minuten vom Strand entfernt, versteckt hinter Palmen und Eukalypten. Hier herrscht die Politik der offenen Türen: Schlüssel gibt es keine, dafür jeden Abend Gratisreis (Nacht ab 18 € im Vierbettzimmer).

Highlights

Magnetic Island
Wer einen Abstecher nach „Maggie“ einplant, sollte sich unbedingt an der Balding Bay in die Fluten stürzen. Die Bucht ist ein von riesigen Granitfelsblöcken umgebenes Juwel – und das Beste: Meistens ist keine Menschenseele dort.

Mission Beach
Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Hier mein ultimativer Insidertipp – damit er das auch bleibt: stillschweigend genießen!
Mission Beach ist ein kleines Örtchen zwischen Townsville und Cairns. Für Tauch- und Schnorchelbegeisterte lohnt ein Abstecher besonders, schließlich starten von hier unzählige Touren zur Koralleninsel Dunk Island. Abenteuerlustige und Naturliebhaber sollten den Ort jedoch wegen einer anderen Attraktion ansteuern: dem Mission Beach Sanctuary. Hier heißt es schlafen inmitten des saftigen Regenwaldes – von den blauköpfigen Helmkasuaren, die hier so zahlreich vorkommen wie an keinem anderen Ort Australiens lediglich durch ein stabiles Moskitonetz getrennt. Keine Holz- oder Betonwände. In einer Hängematte baumelnd schweift der Blick von der Veranda des Öko-Hotels auf den von Regenwald umsäumten Privatstrand. Im Gästebuch stehen Kommentare wie „Das Sanctuary ist ein Stück des Himmels“ oder „Willkommen im Paradies“ – solch Superlative klingen schnell nach Übertreibungen, doch sie spiegeln schlichtweg die Wirklichkeit wider. Und das Beste: Hier ist nicht nur das Schlafen ein Genuss der Extraklasse (Übernachtung in der Zweipersonenhütte ab 20 Euro), auch das dazugehörige Restaurant zaubert jeden Abend Leckereien deluxe. Wie ein Gast notierte: “A travellers dream, happy that I could share it!"

Für mich heißt es nun, in den Flieger und ab an die Westküste. Diesen Teil Australiens bezeichnen Einheimische noch immer als größten Geheimtipp des Kontinents. Wenn das nicht vielversprechend klingt!

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