... Alaska per Wohnmobil: Auf eigene Faust

 

Per Schulbus in die Wildnis

„Es gibt hier im Park zwei verschiedene Arten von Tagen, es gibt die Bergtage, an denen man den Denali gut sieht, und es gibt die Tierbeobachtungs-Tage, das sind die bedeckten, grauen Tage, an denen die Bären und Elche besonders aktiv sind“, erklärt Joven, ein Amerikaner, der eigentlich aus Arkansas stammt, und in den Sommermonaten Touristen in umgebauten Schulbussen durch den Nationalpark kutschiert.

Grizzly jagt Rieseneichhörnchen

„Die Chancen darauf, einen der 200 bis 300 Grizzlybären, die im Park leben, zu sehen, liegen bei etwa 40 Prozent“, weiß Joven, der den Bus immer weiter Richtung Baumgrenze steuert. An diesem Tag haben die Gäste Glück: Etwa 150 m von der Straße entfernt wühlt ein Grizzlybär mit seinen Pranken im Boden und wirbelt dunkle Erde durch die Luft. Dass gut 50 Businsassen eifrig aus den geöffneten Fenstern heraus fotografieren, kümmert ihn nicht. Denn der Bär ist mit voller Konzentration auf der Jagd nach seiner Beute – einem Rieseneichhörnchen, das sich in den Boden gegraben hat.

Thai-Restaurants und Internet

Auf dem Weg Richtung Fairbanks bessert sich das Wetter. Fairbanks, die zweitgrößte Stadt Alaskas, hat zwar nur etwas mehr als 30 000 Ew., verfügt jedoch über einen internationalen Flughafen, zehn Thai-Restaurants und einen malerisch, am Ufer des Chena-Flusses gelegenen Wohnmobilpark, den River’s Edge R.V.-Park, der fast 200 Fahrzeugen Platz bietet. Hier gibt es Waschmaschinen, drahtloses Internet – und Nachschub für den Wassertank des Wohnmobils.

Monstermohrrüben und Riesenzucchini

Nur wenige Meilen vom Campingplatz entfernt sind zottelige Moschusochsen und Rentiere mit Riesengeweihen zu bewundern. Allerdings nicht in freier Wildbahn, sondern in den Gehegen der „Large Animal Research Station“, in der regelmäßig Führungen angeboten werden. In Fairbanks gibt es übrigens nicht nur große Tiere, sondern auch wasserballgroße Kohlköpfe und anderes Monstergemüse. Das liegt keinesfalls an gentechnischen Experimenten, sondern daran, dass während es während des kurzen arktischen Sommers kaum dunkel wird – und Mohrrüben und Kohlköpfe deshalb genauso ungehemmt wachsen wie Zucchini oder Rote Beete.

Text: Rainer Heubeck

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