Wiesn-Knigge

Wiesn-Knigge

Auf dem Oktoberfest, denken manche, sei alles erlaubt. Das starke Bier (rund 6 Prozent Alkohol!) enthemmt, die Stimmungshits fahren in die Beine. Ein paar Regeln sollte man aber bei aller Ausgelassenheit befolgen, um sich nicht zu blamieren — und nicht aus dem Festzelt zu fliegen.

Mehr Tipps und Tricks finden Sie in unserem Oktoberfest-Guide

Nie im Seppelhut auf dem Tisch tanzen!

Das Oktoberfest ist trotz aller kommerziellen Ausschlachtung noch immer ein Volksfest, also eine kulturelle Veranstaltung. Doch vieles, was man in den Festzelten und davor sieht, hat mit bayerischem Brauchtum nichts mehr zu tun. Wer sich einen mausgrauen Seppelhut oder gar einen weiß-blauen Filzmaßkrug aufsetzt, disqualifiziert sich in den Augen der Münchner als ignoranter Sauftourist. Schlimm anzusehen sind auch T-Shirts mit unlustigen Sprüchen wie „I survived Oktoberfest” oder gar entblößte Oberkörper.

Beim Dirndl gilt: Weniger ist mehr!

Auch beim Dirndl ist weniger zeigen mehr. Ein echtes Dirndl ist kein Minirock, sondern bedeckt stets die Knie. Und auch durchsichtige Organza-Blusen und Wende-Schürzen sind eine modische Verirrung. Ein schönes Dekolleté ist natürlich der Blickfang jedes Dirndls. Aber die Brüste sollten nicht aus dem Ausschnitt quellen. Und vor allem sollte kein BH zu sehen sein. Ein übler Fauxpas sind auch Turnschuhe zum Dirndl, ebenso wie zur Lederhose.

Schürzenjäger, aufgepasst!

Mit dem Dirndl lassen sich übrigens auch Flirtsignale senden. Wer vergeben ist oder einfach Schürzenjäger auf Abstand halten will, bindet die Schleife auf der rechten Seite. Wer Single ist und das zeigen will, bindet sie links.

Host mi?

Flirten ist natürlich ein großes Thema auf der Wiesn. Wer mit Münchnern anbandeln will, erhöht mit Grundkenntnissen in Bayerisch seine Chancen. Also: es heißt die und nicht das Maß, ein Hendl ist ein Brathähnchen, und als Begrüßung und Verabschiedung ist man mit einem „Servus” auf der sicheren Seite.

Zigarette? Nein, danke!

Noch ein Tipp zum Thema Flirten: Allen Männern sei gesagt, dass Bedienungen tabu sind. Wer denkt, dass ein bisschen Anfassen erlaubt ist, bekommt schnell von zwei Security-Männern den Ausgang gezeigt. Das gleiche kann passieren, wenn man sich eine Zigarette im Zelt anzündet. Es gilt absolutes Rauchverbot, und das wird auch durchgesetzt.

Es darf getanzt werden!

Schunkeln und tanzen sind selbstverständlich erlaubt, aber nur auf den Bänken. Wer auf einen Tisch steigt, wird flugs von der Bedienung zurückgepfiffen. Und wenn er sich taub stellt, lernt er ebenfalls schnell ein paar mäßig freundliche Herren vom Sicherheitsteam kennen. Wer mit der Firma auf der Wiesn ist, hält sich auch mit dem Tanzen auf der Bank zurück, bis der Vorgesetzte es tut.

Kennen Sie Ihre Grenzen, auch beim Biergenuss!

Das größte, offensichtlichste und doch so schwer zu umgehende Fettnäpfchen ist freilich: der Rausch. Eine Maß Bier enthält so viel Alkohol wie acht Schnäpse, und wenn die Stimmung hoch kocht, wird quasi minütlich angestoßen und ein kräftiger Schluck genommen. Will man sich nicht als Feiermuffel ins Abseits stellen, hilft nur eines: alkoholfreies Bier bestellen.

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