Michael und Julia in Paris

Herzlich Willkommen in Paris!

Einen ersten Überblick könnt ihr euch beispielsweise von der Aussichtsplattform in der sechsten Etage des Centre Georges Pompidou verschaffen. Ihr seid dort mitten im Zentrum von Paris und hoch genug, um das ganze Häusermeer zu überblicken. Die Stadt liegt wie ein offenes Geschichtsbuch unter euch:

Zu euren Füßen treibt das knallige Mobile des Strawinsky-Brunnens ein Wasserspiel an. Weiter oben rücken die Türme der berühmten Kathedrale Notre-Dame in Ihr Blickfeld. Sie steht auf der Ile de la Cité, der eigentlichen Keimzelle der Stadt, auf der sich im 3. Jh. v. Chr. die Parisii ansiedelten.

Ein bisschen weiter vorne sind die trutzigen Türme des ehemaligen Gefängnisses Conciergerie zu erkennen. Noch weiter vorn, leicht rechts, erstreckt sich der riesige Komplex des Louvre, des einstigen Königsschlosses, das heute das größte Museum der Welt beherbergt.

Rechts hinten funkelt die goldene Kuppel des Invalidendoms, in dem Napoleon seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Nicht weit davon entfernt ragt das Symbol der Stadt, der Eiffelturm, in die Höhe. Ganz rechts endlich, weit im Westen, erheben sich die Wolkenkratzer von La Défense, der größten Bürostadt Europas. Schaut noch weiter nach rechts, nach Norden – dort krönt die weiß blendende Kirche Sacré-Cœur den höchsten Punkt des einstigen Künstlerhügels Montmart

Der Klassiker: Der Eiffelturm

Paris kommt einem seltsam bekannt vor, weil es mehr berühmte Wahrzeichen hat als jede andere Stadt der Welt. Allen voran der elegante, schmiedeeiserne Eiffelturm: Heute könnte sich niemand mehr Paris ohne sein Wahrzeichen vorstellen. Aber Gustave Eiffel baute den grazilen Turm – damals mit 320 m der höchste der Welt – als temporäres Ausstellungsstück für die Weltausstellung 1889. Zum Glück sorgte die Beliebtheit des Turms dafür, dass er die Weltausstellung überlebte und sein elegantes Jugendstildesign zum bestimmenden Merkmal der Skyline der Stadt wurde. Die Abenddämmerung ist die beste Zeit, um die phantastische Aussicht auf die glitzernde Stadt zu genießen und in der nagelneuen Champagnerbar auf die erklommene Höhe anzustoßen.

Arc de Triomphe

Wenn irgendetwas mit dem Eiffelturm als das Symbol für Paris konkurriert, so ist das dieses prunkvolle, 1836 gebaute Denkmal, das an Napoleons Sieg in Austerlitz 1805 erinnert und das er ein Jahr später in Auftrag gab. Der Triumphbogen mit seinen kunstvollen Reliefs steht im Zentrum des Étoile (Stern) Wache, des größten Kreisverkehrs der Welt – als Fußgänger benutzt man besser den Tunnel!

Den Blick von oben solltet ihr euch übrigens nicht entgehen lassen!

Sacré-Cœur

Falls ihr noch nicht genug habt von prächtigen Aussichten: Die erhöhte Lage der Basilika Sacré-Cœur bietet atemberaubende Blicke über Paris, von der Treppe vor der Kirche aus und, vor allem, von oben aus ihrer Hauptkuppel.

Aber auch sonst lohnt sich die blendend weiße Basilika hoch über der Stadt auf dem Montmartre-Hügel. In den Augen vieler Spötter handelt es sich bei den Kuppeln um eine Zuckerbäckerspielerei. Auffallend im Inneren ist das riesige goldene Mosaik nach byzantinischem Vorbild. Das Bauwerk wurde als nationales Mahnmal nach der Niederlage Frankreichs im Krieg 1870/71 gegen Deutschland errichtet. 1919 wurde die Wallfahrtskirche dem "Herzen Jesu" geweiht. Heute pilgern täglich Tausende von Touristen die vielen Treppen hinauf. Falls ihr es bequemer mögt, könnt ihr mit der kleinen Bergbahn hinauffahren.

Notre-Dame

So, wieder zurück in die Stadt - und zwar mitten ins Herz: Ein Traum von Buntglasfensterrosetten, schwebenden Stützpfeilern und furchterregenden Wasserspeiern – die prächtige Kathedrale auf der größeren der beiden innerstädtischen Seine-Inseln ist das geografische und spirituelle Herz der Stadt. Der Bau des gotischen Wunderwerks dauerte fast 200 Jahre und es wäre wegen Schäden aus der Französischen Revolution abgerissen worden, hätte nicht zur rechten Zeit der Erfolg des Romans Der Glöckner von Notre Dame von Victor Hugo eine Petition zur Rettung ausgelöst. Aber auch hier gibt's grandiose Aussicht: Auf's Dach sind es zwar 422 Stufen, der Blick entschädigt aber garantiert für die Mühen.

Musée du Louvre

Falls es euch ins Louvre zieht, braucht ihr wohl eine überlegte Besuchsstrategie. Denn im weitläufigsten Museum der Welt gibt es weit mehr als ehrwürdige Damen wie die "Venus von Milo" (2. Jh. v. Chr.), Leonardo da Vincis "Mona Lisa" (16. Jh.) und Jan Vermeers "Spitzenklöpplerin" (17. Jh.) zu bewundern.

 

Tipps für den Museumsmarathon:

* Bequeme Schuhe tragen und Ballast an der Garderobe abgeben.

* Möglichst oft hinsetzen; stehen und langsames Gehen machen müde.

* Über das Gesehene nachzudenken, sorgt dafür, dass die Eindrücke vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis wandern. So bleibt vom Besuch mehr hängen als nur die visuellen "Schnappschüsse".

* Studien zeigen, dass Museumsbesucher im Schnitt jedes Exponat zehn Sekunden betrachten und weitere zehn Sekunden die Erklärungstafel lesen, um möglichst viel abzuarbeiten. Besser ist es, sich auf eine Periode oder Abteilung zu konzentrieren oder an einer Führung zu den Highlights teilzunehmen. 

So, genug Sightseeing? Kein Problem! Paris hat, wie jede Großstadt, seine internationalen Ketten (darunter solche, die hier entstanden sind). Aber was Einkaufen in Paris wirklich besonders macht, ist die unglaubliche Auswahl an Spezialgeschäften. Kerzen vom ältesten Kerzenmacher der Welt, Pigmente vom Künstlerbedarf, der das „Klein Blue“ mit dem Künstler entwickelt hat, Lederhandtaschen aus dem hippen Haut Marais, grüne Stände der bouquinistes (Antiquaritatsbuchhändler) am Seine- Ufer und Mode unter der Glaskuppel der grande dame der Kaufhäuser, der Galeries Lafayette, sind nur ein paar Highlights.

Galeries Lafayette

Kaufhäuser, in Paris

Boulevard Haussmann 40, 75009 Paris, 9. Arrondissement, FR

Meine Empfehlung: Die Dachterasse des impossante Gebäudes. Von hier aus genießt man einen...

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Hungrig? Es gibt einen Grund dafür, dass sich in Paris niemand Essensreste einpacken lässt, und der hat nichts mit der Portionsgröße zu tun. Egal, ob man in einem jahrzehntelang unveränderten Nachbarschaftslokal, einer schönen Jugendstil-Brasserie, einem smarten Neobistro oder einem gefeierten Haute-Cuisine-Etablissement weilt: das Essen und das Esserlebnis werden als untrennbar betrachtet. Macht es wie die Pariser und genießt jeden Augenblick. Wir haben hier einen ganz besonderen Tipp für euch:

Calife

Restaurants, in Paris

Quai Malaquais, 75006 Paris, 6. Arrondissement, FR

Das ideale Diner für Verliebte bietet die Schifffahrt an den Seine-Inseln entlang mit mehrgängigem...

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Rund ums Ausgehen: Gut zu wissen

Preisstaffelung
Wer in Paris ausgeht, bezahlt für den jeweiligen Standort: am Tisch mehr als an der Theke, auf der Terrasse mehr als drinnen, an einem mondänen Stadtplatz mehr als in einem Seitensträßchen und im 8. mehr als im 18. arrondissement.

Durchschnittspreise
Ein Glas Wein gibt es ab 3 oder 4 €, einen Cocktail für 10 bis 15 €, ein demi bière (250 ml!) für 3 bis 5 €. In Clubs und schickeren Bars zahlt man leicht das Doppelte. Die Eintrittspreise der Clubs reichen von null bis 20 €; vor 1 uhr ist es oft billiger.

Happy Hour
Die meisten Mainstreambars und aufs internationale Publikum ausgerichtete kneipen haben irgendwann zwischen 17 und 21 uhr eine zwei- bis dreistündige "Happy Hour" mit verbilligten Drinks.

Öffnungszeiten
Die meisten Cafés und Bars schließen gegen 2 Uhr, einige später. Die Öffnungszeiten der Clubs variieren je nach Lokal, Tag und Veranstaltung.

Top-Tipps

  • Früh da sein: ab 22 Uhr gilt in vielen Cafés ein teurerer tarif de nuit.
  • Die meisten Lokale servieren zumindest kleine Gerichte (oft auch ganze Menüs). Normalerweise ist es aber kein Problem, nur Kaffee oder Drinks zu ordern, ohne etwas zu essen.
  • Die Franzosen besaufen sich selten sinnlos und sehen das auch bei anderen nicht gern.

Und zu guter Letzt: Kaffee-Vokabular

un café: ein kleiner espresso

un café allongé espresso: mit heißem Wasser gestreckt (das meist, aber nicht immer separat gereicht wird)

un café au lait: Milchkaffee un café crème espresso: mit heißer Milch gestreckt (ähnlich wie Caffè latte)

un double: ein doppelter espresso

une noisette: ein kleiner espresso mit einem schuss Milch

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