Blick auf die Seine und den Eiffelturm in Paris
© matthewleesdixon, iStock
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Stimmt das wirklich? Skurrile Gesetze und Regelungen weltweit

Die Bürokratie geht seltsame Wege. Das wird besonders deutlich, wenn man versucht, sich über die Entstehung völlig skurriler Gesetze Gedanken zu machen. Welche Furcht, welcher Antrieb steckten wohl dahinter, wenn Frauen in Memphis einst nur Auto fahren durften, solange ein Mann mit wehender roter Fahne vor ihnen herlief? Auch wenn dem längst nicht mehr so ist – so manch absurde Regelung hat bis heute ihre Gültigkeit. Wir stellen dir skurrile Gesetze und Regelungen weltweit vor.

MARCO POLO Redaktion, basierend auf einem Text von Solveig Michelsen. 12.04.2024

Stimmt das wirklich? Skurrile Gesetze und Regelungen weltweit

  • Blick auf die Seine und den Eiffelturm in Paris© matthewleesdixon, iStock

Die Bürokratie geht seltsame Wege. Das wird besonders deutlich, wenn man versucht, sich über die Entstehung völlig skurriler Gesetze Gedanken zu machen. Welche Furcht, welcher Antrieb steckten wohl dahinter, wenn Frauen in Memphis einst nur Auto fahren durften, solange ein Mann mit wehender roter Fahne vor ihnen herlief? Auch wenn dem längst nicht mehr so ist – so manch absurde Regelung hat bis heute ihre Gültigkeit. Wir stellen dir skurrile Gesetze und Regelungen weltweit vor.

MARCO POLO Redaktion, basierend auf einem Text von Solveig Michelsen. 12.04.2024

Skurrile Gesetze in England

  1. "Männer, die eine Frau in Pubs um Sex bitten, müssen mit einer Gefängnisstrafe von bis zu drei Monaten rechnen". Es gibt kein spezifisches Gesetz in England, das Männern verbietet, in einem Pub Frauen nach Sex zu fragen. Es gibt jedoch Gesetze, die sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten regeln.

  2. Es ist ein sich hartnäckig haltender Mythos: "Die Briefmarke mit dem König sollte immer richtig herum auf einen Brief geklebt werden. Andernfalls macht man sich strafbar wegen Respektlosigkeit." Vollkommener Quatsch, sagt sogar die britische Royal Mail: Es ist absolut in Ordnung, eine Briefmarke verkehrt herum aufzukleben.

  3. "In London muss jedes Taxi muss laut Gesetz einen Heuballen im Kofferraum mit sich führen – ein altes Gesetz aus der Zeit, als die Taxen noch von Pferden gezogen wurden". Auch hier handelt es sich um einen urbanen Mythos. Das Gesetz existierte einmal, wurde aber 1976 aus den Gesetzbüchern gestrichen.

Skurrile Gesetze in Frankreich

  1. "Schweine dürfen von ihren Besitzern nicht „Napoleon“ genannt werden". Zwar ist der Glaube an ein solches Gesetz in französischen Bevölkerungskreisen immer noch weit verbreitet, das Gesetz existiert aber nicht. Das haben französische Historiker bestätigt.

  2. "In Paris, der Stadt der Liebe, ist es tatsächlich verboten, sich auf Bahnhöfen und in Zügen zu küssen." Grund für dieses ungewöhnliche Gesetz sollen angeblich Paare sein, die durch zu ausführliche Abschieds-Knutscherei zahlreiche Verspätungen der Züge verursacht hatten. Auch das ist allerdings nicht mehr als ein Mythos, wie die staatliche Eisenbahngesellschaft Frankreichs (SNCF) längst bestätigt hat.

  3. "Männliche Badende dürfen keine Bermudashorts zum Baden anziehen". Das ist korrekt. In vielen öffentlichen Badeanstalten sind nur eng anliegende Badehosen erlaubt – aus hygienischen Gründen, da so mancher Badegast den ganzen Tag schon darin herumgelaufen sein könnte.

  4. "Elefanten ist das Baden am Strand von Grandville untersagt". Das ist korrekt. Die Dickhäuter sind nämlich dort verboten. Bis 2009 durften die Elefanten eines ansässigen Zirkus noch am Touristenstrand ins Wasser gehen. Doch Inspektoren hatten festgestellt, dass die Wasserqualität aufgrund der Elefantenfäkalien gelitten hatte, und warnten vor Gesundheitsgefahren für Menschen.

  5. "Der Konsum von Alkohol am Arbeitsplatz ist zwar verboten, aber davon ausgenommen sind Bier, Cidre und Wein". Diese Regelung existierte tatsächlich. Seit 2014 aber können Firmenchefs ihren Mitarbeitern jeglichen Alkoholkonsum verbieten. Grund für das Dekret der Regierung in Paris sind Gesundheits- und Sicherheitsbedenken wegen Unfällen am Arbeitsplatz. Alkohol am Arbeitsplatz ist allerdings immer noch bei den meisten Franzosen kulturell akzeptiert.

  6. "Es ist legal, seine Familie zu bestehlen – solange es sich nicht um lebensnotwendige Dinge handelt." Auch hierbei handelt es sich um einen Mythos. Diebstahl - egal in welcher Form - ist in Frankreich ein strafbares Vergehen.

  7. "Einen Scheck kannst du auch auf Toilettenpapier ausstellen – sofern es nur fest genug ist". In Frankreich ist es grundsätzlich möglich, einen Scheck auf Toilettenpapier auszustellen, solange alle rechtlichen Anforderungen für einen gültigen Scheck erfüllt sind.

Skurrile Gesetze in Italien

  1. "Auf der Spanischen Treppe in Rom herrscht striktes Tanzverbot". Dieses Gesetz können wir bestätigen. Auch Kochen, Essen oder Schreien ist an diesem Platz unter Strafe gestellt.

Skurrile Gesetze in den USA

  1. "In Pasadena, Kalifornien dürfen Sekretärinnen nicht mit ihrem Chef allein im Zimmer sein". Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein solches Gesetz durchaus seine Berechtigung haben könnte. Dennoch gibt es in Pasadena oder in Kalifornien kein solches Gesetz.

  2. "In Nebraska können Eltern verhaftet werden, wenn ihr Kind im Gottesdienst rülpst." Die Existenz dieses Gesetzes können wir weder bestätigen noch verneinen. Es dürfte aber äußerst unwahrscheinlich sein, dass Eltern werden, wenn ihr Kind im Gottesdienst sein Bäuerchen macht.

  3. "In West Virginia verlangt man von den Bürgern eine angemessene Sprache, sprich sie dürfen keine profanen Äußerungen abgeben, sobald sie im Alter der Einsicht angelangt sind." Kaum zu glauben, aber in West Virginia gibt es tatsächlich ein Gesetz, das als "Profanity Law" bekannt ist und darauf abzielt, die Verwendung von obszöner oder beleidigender Sprache in der Öffentlichkeit zu regulieren.

  4. "In Marylands Hauptstadt Baltimore darf man durch Parks nicht mit ärmellosen Hemden laufen." Es gibt tatsächlich eine Regel in Maryland, genauer gesagt in der Hauptstadt Annapolis, die das Tragen von ärmellosen Hemden in bestimmten öffentlichen Bereichen, einschließlich Parks, verbietet. Diese Regelung gilt jedoch nicht für alle Parks in Maryland, sondern speziell für die historische Hauptstadt.