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Gesund an Board: So vermeidest du Seekrankheiten

Schwindelig, schwitzig, speiübel – so fühlt sich ein seekranker Passagier. Eine Qual für den Kranken, eine Belustigung für echte Seebären. Doch was kann man tun, um sich möglichst schnell wieder besser zu fühlen? Diese Tipps helfen, damit die Kreuzfahrt doch noch lustig werden kann.

von Hannah Sommer, 13.12.2023

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Schwindelig, schwitzig, speiübel – so fühlt sich ein seekranker Passagier. Eine Qual für den Kranken, eine Belustigung für echte Seebären. Doch was kann man tun, um sich möglichst schnell wieder besser zu fühlen? Diese Tipps helfen, damit die Kreuzfahrt doch noch lustig werden kann.

von Hannah Sommer, 13.12.2023

Sie kann einem eine Seereise so richtig vermiesen: Eine akute Kinetose, oder Seekrankheit, löst vor allem Brechreiz, Übelkeit und Ermattung aus. Grund dafür ist vor allem das Histamin, ein Naturstoff, der als Neurotransmitter im menschlichen Körper wirkt. Histamine werden vermehrt ausgeschüttet, wenn wie auf einem Schiff, Sinneseindrücke nicht zusammenpassen.

Im Innenohr registrieren die mit Lymphflüssigkeit gefüllten Bogengänge, dass sich die Umgebung bewegt. Wenn man sich dazu aber in einem scheinbar unbewegten Raum im Inneren des Schiffes aufhält, kommt es zu einem sogenannten „mismatch“. Die Eindrücke passen nicht zusammen, das Brechzentrum wird aktiviert und man wird seekrank. Doch, was tun?

Reise mit großen Schiffen

Wer sich bei stürmischem Wetter an Bord der kleinen Fähre zu den Aran Islands in der Irischen See begibt, der bekommt die Spucktüte direkt bei der Ticketkontrolle standesgemäß mit auf den Reiseweg. Auf einem Kreuzfahrtdampfer durch die Südsee zu gleiten, stellt sich hingegen schon sehr viel angenehmer dar, denn die meisten großen Passagierschiffe verfügen mittlerweile über Stabilisatoren, die die Welleneinwirkung auf das Schiff verringern. Somit sinkt in diesem Fall das Risiko, seekrank zu werden. Kleinere Schiffe oder Fähren verfügen nicht über eine solche Funktion.

Bleib an Deck oder in der Koje

Bei akuter Seekrankheit kannst du deinen Sinnen ein wenig helfen wieder ins Gleichgewicht zu kommen: Geh möglichst an Deck, atme tief die frische Luft ein und konzentriere dich auf den Horizont. Als Alternative kannst du dir die Müdigkeit zunutze machen, die eine der Nebenwirkungen von Kinetose ist: Lege dich in deine Koje. Im Schlaf wird der Histamin-Spiegel vom Körper automatisch heruntergefahren, was der Übelkeit entgegenwirkt. Eine Kabine mit Fenster zu buchen ist in jedem Fall auch sehr sinnvoll.

Meide Alkohol, Nikotin und … Salami

Vor allem am Vortag und am ersten Reisetag solltest du besser auf Nikotin und Alkohol verzichten. Besonders Rotwein kann dir die Schiffsreise schnell verderben, denn die enthaltenen Stoffe steigern den Histamin-Spiegel. Das trifft vor allem auch auf Salami zu. Des Weiteren solltest du vor allem leichte Mahlzeiten zu dir nehmen, die Körper und Kreislauf nicht noch zusätzlich belasten.

Eine Studie an Bord des Marine Schulschiffs „Gorch Fock“ belegte nun, dass Vitamin C gegen Seekrankheit helfen können. Allerdings gibt es noch kein entsprechendes Präparat in Apotheken zu kaufen. Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel ist nicht zur Bekämpfung von Seekrankheit zugelassen. Eine gute und natürliche Alternative ist der Ingwer. Die würzige Knolle soll ebenfalls gut geeignet sein, um die Übelkeit zu verringern und ist als Pulver in Kapseln in der Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Nimm die richtigen Medikamente

Wen es richtig erwischt hat und wer auch keine vorbeugenden Medikamente eingenommen hat, dem wird nur ein Zäpfchen mit Dihenhydamin oder Metoclopramid helfen. Im Notfall wirken diese Stoffe als Injektion vom Schiffsarzt noch besser.

Vorbeugung mit Medikamenten, vor allem bei empfindlichen Passagieren, zahlt sich oft aus: Diphenhydramin oder Dimenhydrinat, die als Antihistaminika gelten, können die Symptome effektiv bekämpfen, wenn sie bereits einige Stunden vor schwerem Seegang eingenommen werden. Scopolamin-Pflaster sind unter Seefahrern auch sehr beliebt. Sie wirken allerdings direkt und nicht nebenwirkungsfrei auf das vegetative Nervensystem ein, daher ist eine ärztliche Beratung zuvor absolut unumgänglich.

Selbst wenn es dich trotz dieser Tipps auf See einmal richtig erwischt haben sollte, gibt es meist keinen Grund zur Besorgnis, denn es handelt sich dabei immer um einen temporären Zustand, der abklingt, sobald sich das Nervensystem an die Situation gewöhnt hat. Wer hundertprozentig sichergehen will, dass er auf gar keinen Fall seekrank wird, kann, laut Rat des britischen Admirals Horatio Nelson, nur eines tun: sich unter einen Apfelbaum legen.