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La Réunion: Europäische Vanille-Insel im Indischen Ozean

Die jüngste der drei Maskarenen-Inseln im Indischen Ozean ist unter anderem durch den Anbau von Bourbon-Vanille bekannt geworden. Französische Siedler kultivierten die Pflanze im frühen 19. Jahrhundert auf La Réunion, einem französischen Übersee-Department, das heute als Geheimtipp für Reisende aus der EU gilt.

von Martin Fuchs, MARCO POLO Redaktion, 02.04.2024

La Réunion: Europäische Vanille-Insel im Indischen Ozean

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Die jüngste der drei Maskarenen-Inseln im Indischen Ozean ist unter anderem durch den Anbau von Bourbon-Vanille bekannt geworden. Französische Siedler kultivierten die Pflanze im frühen 19. Jahrhundert auf La Réunion, einem französischen Übersee-Department, das heute als Geheimtipp für Reisende aus der EU gilt.

von Martin Fuchs, MARCO POLO Redaktion, 02.04.2024

La Réunion liegt etwa 800 Kilometer östlich von Madagaskar und bildet zusammen mit Mauritius und Rodrigues die Maskarenen-Inseln. Bekanntheit erlangte die "Île Bourbon" im Zuge der französischen Kolonisierung, die zahlreiche Siedler und die Plantagenwirtschaft auf die Insel brachte. Angebaut wurde neben Zuckerohr die begehrte Bourbon-Vanille, was die Insel in nur wenigen Jahrzehnten weltweit führend in der Vanilleproduktion machte. Heute ist La Reunion ein Geheimtipp für Touristen vor allem aus EU-Ländern, da für die Einreise auf dem Inselparadies lediglich ein Personalausweis nötig ist. La Réunion ist als französisches Übersee-Departement ein Teil der Europäischen Union und besticht darüber hinaus mit atemberaubenden Naturlandschaften und einer reichen Tierwelt.

Vanilleanbau im Schoß der Vulkane

Als "Gebiet in äußerster Randlage" hat die Europäische Union La Réunion eingestuft, von dessen Inselfläche rund 40 Prozent als Nationalpark ausgewiesen sind. Entstanden ist die Insel vor etwa drei Millionen Jahren durch eine Vulkankette, deren höchste Auswüchse die Gipfel der Vulkane "Piton des Neiges" auf 3.069 Metern und des noch aktiven "Piton de la Fournaise" auf 2.631 Meter darstellen. Dabei haben sich vielfältige Naturlandschaften mit Bergketten, Kratern, Wasserfällen, Regenwäldern und vielen kleinen Stränden entwickelt, die weitgehend zum UNESCO-Naturerbe gehören. Selbst mit historischer Prominenz kann sich die Île Bourbon schmücken: Während man in Europa nach einer verlässlichen Methode zur Kultivierung der begehrten Vanille-Pflanze forschte, gelang es dem Sklavenkind Edmon Albius im Jahr 1841 erstmals, Vanilleschoten mit Hilfe eines Bambusspießes zuverlässig zu bestäuben. Damit legte der damals Zwölfjährige den Grundstock für die Vanille-Produktion, welche die Insel in Europa bekannt machte.

Vielfältige Möglichkeiten für Touristen

Für Besucher der wohl exotischsten Insel in der Europäischen Union bietet der Reiseveranstalter Dertour sechs verschiedene Varianten einer Rundreise an, z.B. "Rund um den Vulkan" oder "La Réunion intensiv". Die Tagesetappen der Touren lassen laut Anbieter genügend Zeit für individuelle Aktivitäten. Tatsächlich bietet die abwechslungsreiche Landschaft mit Strand, Regenwald und Vulkangebirge vom Wandern bis zur Trekking-Tour vielfältige Möglichkeiten für Touristen. Einen tieferen Einblick in die Verarbeitung des Orchideengewächses Vanille können Besucher im "Haus der Vanille" in Saint-André erhalten. Im Departement Bras-Panon kann das Edelgewürz in der "Coopérative de la Vanille" dann auch gekauft werden.