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Japan: Akashi-Kaikyo – die (zweit)längste Hängebrücke der Welt
Wer in Japan von Kobe auf der Hauptinsel Honshu nach Awaji auf der südlich gelegenen Insel Awaji-shima fährt, tut dies auf der zweitlängsten Hängebrücke der Erde. Eine sechsspurige Autobahn führt über die gigantische Konstruktion, deren Mittelspannweite 1991 Meter beträgt. Als Vergleich: Die Golden Gate Bridge in San Francisco bringt „nur“ 1280 Meter zusammen.
von Solveig Michelsen, MARCO POLO Redaktion, 12.04.2024
Japan: Akashi-Kaikyo – die (zweit)längste Hängebrücke der Welt
© Joseph Oropel, shutterstock
Wer in Japan von Kobe auf der Hauptinsel Honshu nach Awaji auf der südlich gelegenen Insel Awaji-shima fährt, tut dies auf der zweitlängsten Hängebrücke der Erde. Eine sechsspurige Autobahn führt über die gigantische Konstruktion, deren Mittelspannweite 1991 Meter beträgt. Als Vergleich: Die Golden Gate Bridge in San Francisco bringt „nur“ 1280 Meter zusammen.
von Solveig Michelsen, MARCO POLO Redaktion, 12.04.2024
Die Akashi-Kaikyo-Brücke über die Meerenge von Akashi in Japan wurde erst 1998 fertig gestellt. Davor musste man die Fähre nehmen. Doch das war nicht ohne Risiko: Starke Stürme brachten regelmäßig einige davon zum Kentern. Auch die Brücke hat es heute nicht leichter: Ihre Stützen müssen starken Strömungen, heftigen Winden mit Geschwindigkeiten von bis zu 290 km/h und massiven Erdbeben widerstehen. Im Jahr 1995 – nach einer Bauzeit von sieben Jahren – schob das verheerende Erdbeben von Kobe (Stärke 7,2 auf der Richterskala) die Brückenpfeiler um 80 Zentimeter auseinander. Glücklicherweise konnte dies zu dem Zeitpunkt in die weitere Bauplanung mit einbezogen werden.
Nun spannt sich die Hängebrücke aus Stahl also 1990,8 Meter von Stütze zu Stütze. Davor und dahinter sind jeweils weitere 960 Meter angehängt, sodass die Brücke auf eine Gesamtlänge von 3,9 Kilometern kommt. Die beiden Tragseile haben einen Durchmesser von über einem Meter, das Gewicht der Brücke beläuft sich auf unvorstellbare 148.000 Tonnen. In die beiden Türme der Brücke wurden Schwingungstilger eingebaut, um den Vibrationen während eines Erdbebens oder eines Taifuns entgegenzuwirken.
Wer sich die Brücke nicht nur von unten ansehen möchte, kann an einer der Touren teilnehmen, die Schwindelfreie an die Spitze eines Turmes führen – ein unvergessliches Erlebnis.