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Frankreich: Europas größte Springfluten in Saint-Malo

Die Bretagne ist für ihre spektakuläre Küste bekannt. Nicht selten wird es an der rauen Atlantikküste der größten Halbinsel Frankreichs richtig stürmisch. In Saint-Malo an der Smaragd-Küste im Norden der Bretagne können Besucher Europas größte Springfluten hautnah erleben.

von Andreas Reimann, MARCO POLO Redaktion, 12.12.2023

Frankreich: Europas größte Springfluten in Saint-Malo

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Die Bretagne ist für ihre spektakuläre Küste bekannt. Nicht selten wird es an der rauen Atlantikküste der größten Halbinsel Frankreichs richtig stürmisch. In Saint-Malo an der Smaragd-Küste im Norden der Bretagne können Besucher Europas größte Springfluten hautnah erleben.

von Andreas Reimann, MARCO POLO Redaktion, 12.12.2023

Entlang der 1.200 Kilometer langen bretonischen Küste, der 300 Inseln vorgelagert sind, geht es sehr stürmisch zu. Zwischen März und April preschen hier die höchsten Wellen gegen die Ringmauer der befestigten Altstadt Saint-Malo. Der historische Stadtkern innerhalb der Stadtmauern wird dabei von drei Seiten vom Wasser umspült. Hier treffen die gigantischen Wassermassen des Atlantischen Ozeans auf den engen Ärmelkanal. In der Bucht von Saint-Malo sind deshalb die größten Gezeitenunterschiede Europas zu bestaunen: Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt hier zwölf Meter. Die drei der Altstadt vorgelagerten Inseln Grand Bé, Petit Bé sowie das Fort National, ein Festungsbau Vaubans, sind daher bei Niedrigwasser zu Fuß zu erreichen.

Springfluten immer bei Neu- und Vollmond

Jedes Jahr sind die Springfluten um das Osterwochenende herum zu erleben. Wie ein großes Theater bietet die Bucht von Saint-Malo dafür die besten Plätze für das Schauspiel der tosenden Fluten. Die höchsten Springfluten treten immer bei Neu- und Vollmond auf, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie stehen. Die Gezeitenkräfte der Gestirne verstärken sich in dieser Konstellation, sodass Ebbe und Flut an diesen Tagen besonders ausgeprägt sind. An der gesamten Küste der Bretagne ist dieses Naturschauspiel zu bewundern. Auch auf der westlich gelegenen Insel Ouessant kann man im Spätherbst und Winter meterhohe Sturmfluten beobachten.

Saint-Malo: Granitene Zitadelle im Meer

Saint-Malo ist zudem einer der meistbesuchten Touristenorte der Bretagne. Die "granitene Zitadelle", wie der französische Dichter Châteaubriand die Altstadt im Meer treffend beschreibt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Zahlreiche bretonische Restaurants und kleine Läden sind in den engen Pflastergassen anzutreffen. Entlang der Wehrmauern bietet sich den Besuchern ein weiter Blick über das smaragdgrüne Meer, die puderweißen Sandstrände und den Hafen. Die Kathedrale Saint-Vincent ist eine Attraktion für alle Kunstverständigen, da sie gotische und romanische Elemente vereint. Zahlreiche Herrensitze aus dem 18. Jahrhundert, die an Saint-Malos Blütezeit durch den Fischfang und Seehandel erinnern, laden zum Besuch ein. Der Hafen mit den prächtigen Segelschiffen und die Festungen auf den vorgelagerten Inseln zeugen noch heute vor der engen Beziehung der Stadt zum Meer. Das Grand Aquarium, ein neues Meeresmuseum, begeistert mit mehr als 12.000 Meerestieren große und kleine Besucher gleichermaßen. Schließlich ist die Fort la Latte als Festung in der Nähe vom Cap Frehel mindestens ebenso sehenswert wie die zahlreichen Objekte, die an die Megalith-Kultur erinnern.