Anzeige

Neuseeland

Die ganze Welt auf 2 Inseln (1/3)

Neuseeland: Die ganze Welt auf 2 Inseln

Fjorde wie in Norwegen, Gletscher wie in der Schweiz, Steppen wie in Amerika, dazu riesige Berge, tolle Strände, dichter Regenwald und dazu faszinierende Maori-Kunst – in Neuseeland gibt es alles, was das Traveller-Herz begehrt.

Der Sand knirscht unter den Reifen, und irgendwo hinten klirren die Gläser und all das andere, nicht richtig verstaute Zeugs, aber dann stehen wir — auf ebener Fläche und beinahe direkt am Meer. So 20 Meter vor der Windschutzscheibe schubbert die Brandung schwarzes Kieselgestein über den Strand; man kann das hören, obwohl die Fenster geschlossen sind. Gestern Abend waren sie das leider nicht, und anschließend bewohnten etwa 170 bisswütige Sandfliegen unser fahrbares Häuschen. Doch jetzt ist außer uns niemand da. Auch die Sonne nicht. Von diesen teergrauen, übereinander gestapelten Regenwolken ist ebenfalls nie die Rede, wenn es um Neuseeland geht..

Anzeige

Obwohl man weiß, dass es funktioniert, traut man sich so was ja nicht einfach so: Mit einem Miet-Camper die Straße zu verlassen und hinunter ans Wasser zu fahren. In Neuseeland darf man mit dem Wohnmobil auch außerhalb der offiziellen Campingplätze übernachten. Und weil es demnächst irgendwann dunkel werden und der Jetlag über uns herfallen wird, sind wir bei Pukekura von der Route 6 an der Westküste der Südinsel runter und ans Meer. Über dem ist der Wind gerade dabei, die Wolken aufzumischen. Die Sandfliegen hat er schon davon getragen, jedenfalls sind keine da, als wir aussteigen. Es riecht nach Tang und Salz und woraus auch immer sich dieser typische Geruch zusammensetzt, der einem an solchen Küsten in die Nase weht, und dann lugt für einen Augenblick tatsächlich noch einmal die Sonne im Grau knapp über dem Horizont hervor und legt einen dunkelgelben Streifen Farbe auf das metallische Meer. Für so einen Moment haben die Maori einen eigenen Begriff: ara whanui a Tane, „der goldene Pfad der untergehenden Sonne“. Das klingt so schön, wie es es aussieht.

Möglicherweise gibt es auf Gottes weiter Welt keine schönere Land/Fahrzeug-Kombination als Neuseeland mit dem Wohnmobil. Natürlich hat das zuallererst einmal mit der Grandezza des Landes zu tun, die einen überrumpelt, sobald man die Verleihstation im Industriegebiet von Auckland oder Christchurch verlassen hat. Das soll jetzt auf keinen Fall despektierlich klingen, aber: Neuseeland kommt einem vor wie ein großes Ersatzteillager der Schöpfung, in dem es von allem etwas auf Vorrat gibt.

Braucht jemand noch ein, zwei Ebenen wie die in Montana? Gleich hier vorne, bitteschön. Ein paar Schweizer Gletscher? Liegen da hinten. Fjorde wie in Norwegen? Nach 200 Meter bitte nach links schauen. Einen Gipfel, der mehr nach Fuji aussieht als der Fuji selbst? Moment — da hinten hätten wir den Mount Taranaki, 2518 Meter makellose Bergperfektion und immer wieder gern genommen. Gemäßigten Regenwald wollen Sie, so einen mit bemoosten Bäumen und Riesenfarnen und Dauergetropfe aus den Wipfeln? Bitte, dort unten im Südwesten, unser Fiordland National Park, da sind sie bekannt für. Weinberge gibt‘s übrigens auch. Und blubbernde Geysire. Und zwei richtige Metropolen. Und hundert Meilen lange Sandstrände. Und... — Es heißt, Neuseeland sehe aus wie Neuseeland. Das stimmt nicht ganz. Neuseeland ist die ganze Welt, zusammen gepackt auf zwei kleine Inseln ganz weit weg von allem.


Neuseeland — Die ganze Welt auf 2 Inseln: Seite 2 Seite 3 Im Camper durch Neuseeland

App Abbildung

Das MARCO POLO travel magazine auf Ihrem Tablet:

  • Kostenlos und monatlich neu
  • Reportagen, Karten, Reisetipps, Bildstrecken und Videos
  • Für iPad, Android und Windows 8

Jetzt downloaden:

TRAVEL MAGAZINEZur aktuellen Ausgabe des MARCO POLO travel magazines
Mein Reiseplaner
Mein Reiseplaner
Der neue MARCO POLO
REISEPLANER

Unser Reiseplaner macht verreisen einfach. Lieblingsorte merken, Reise planen, Koffer packen und los geht's.

Mehr Infos zum Reiseplaner
Nach oben