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Kärnten

Die große Seen-Sucht (1/3)

Kärnten: Die große Seen-Sucht

„Wenn ich diesen See seh', brauch' ich kein Meer mehr.”
Für Kärnten trifft dieses Sprichwort gleich dutzendfach zu. Unzählige Gewässer zieren Österreichs südlichstes Bundesland — wir zeigen Ihnen die schönsten.


Es gibt Menschen, die sich auf den Weg an die Adria machen und dort nie ankommen. Nicht wegen eines Motorschadens oder anderer Unpässlichkeiten, sondern weil sie den Fehler begangen haben, ihre Route durch Kärnten zu legen. Und weil sie dann bereits in Kärnten all das finden, was sie eigentlich erst in Italien erwartet hätten: einen sonnigen Herbst, mildes Klima, südlich inspirierte Städtchen mit offenen Plätzen und heiterer Renaissance- und Barockarchitektur, Flanierpromenaden und Gartenlokale, jede Menge Bademöglichkeiten in immer noch relativ warmen Seen und dazu eine bunte, heitere Amüsierstimmung, wie sie typisch ist für — genau — den mediterranen Raum. Kärnten ist ein bisschen wie Italien, nur dass die Einheimischen „Servus“ sagen statt „Ciao“. Warum also noch weitere 200 Kilometer auf der Autobahn?

Es ist doch wahr: Kein Mensch braucht das Meer, wenn mehr als 1000 Seen locken. Große und kleine, prunkende und still versteckte Gewässer zwischen den Gebirgs- und Hügelketten von Österreichs südlichstem Bundesland. Seen, an denen man herrlich wandern kann und in denen sich die Pracht der herbstlich glühenden Wälder spiegelt. Seen, die noch einen weiteren Vorteil des Südens haben: Sie sind warm. Weil hohe Berge sie vor Wind und Kälte abschirmen, kann man hier oft noch weit in den Herbst hinein schwimmen.

Der Klopeiner See zum Beispiel, südlich von Völkermarkt in Unterkärnten, bringt es an Spitzentagen im Sommer sogar auf 29 Grad Celsius – eine echte Badewanne, die bei sonnigem Wetter entsprechend gut mit Schwimmern und Plantschern gefüllt ist. Aber auch im Herbst bietet sich noch oftmals die Gelegenheit, an sonnigen Tagen den See bei einer Wanderung oder auf einer Terrasse am Ufer zu genießen.

Schiffstour über den Weissensee
Schiffstour über den Weissensee

Wesentlich ruhiger geht es am schönen Weissensee zu, der im Sommer bis zu 24 Grad warm wird, sich dann nur langsam abkühlt und daher auch im Herbst noch ein relativ sicherer Garant gegen blaue Lippen und klappernde Zähne ist. Wie ein schmaler Zitteraal zwängt sich der See in 900 Metern Höhe in einen sanften Taleinschnitt über dem Drautal. Schilf wächst an seinen Ufern und in seinen kleinen Buchten blühen Seerosen auf dem Wasser. Wer auch immer unter den Göttern den Weissensee mit seinem intensiv türkisfarben leuchtenden Wasser gefüllt hat, muss ein Ästhet gewesen sein: Der Kontrast zu den hellen Uferwiesen und den dunkelgrünen Tannenwäldern, die von den Ausläufern der Gailtaler Alpen herunterwachsen, ist ein Fest fürs Auge. Erst recht, weil ein Großteil des Sees unter Naturschutz steht, sein Ufer nur zu einem Drittel bebaut wurde und die Uferstraße auf halber Höhe des Sees aufhört.

Danach geht es nur zu Fuß oder mit dem Mountainbike weiter, auf einem schmalen Pfad, der den See flankiert, während die steilen Berghänge immer enger ans Wasser heranrücken – ein Fjord im Südwesten von Kärnten. Wer sich lieber auf dem Wasserweg ans Ostufer des Weissensees bewegen möchte, kann mit dem Dampfer fahren, der von Ende Mai bis Ende Oktober auf dem See verkehrt. Oder sich eines der grün lackierten Ruderboote mieten, die in Techendorf verliehen werden.



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