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Island

Wo die Natur Theater spielt (1/3)

Island: Wo die Natur Theater spielt

Von donnernden Wasserfällen und kalbenden Gletschern, fauchenden Geysiren und wattigem Nebel, von jähzornigen Vulkanen und von Elfen, die einem manchmal einen ganz schönen Schreck einjagen können. Island – wir kommen!

Manchmal kommt der Nebel ganz plötzlich, von einem Meter auf den anderen, dann verbünden sich die tief hängenden Wolken mit der Gischt und dem Wind und dem Regen, als wollten sie diesem goldenen Oktobertag da draußen mal zeigen, was sie zusammen so alles draufhaben. In solchen Momenten verschwindet ganz Island in einer Art undurchsichtiger Watte, von jetzt auf gleich. Gerade eben noch war die Welt sonnig und die Sicht klar, nun aber fährt man im Nichts, obwohl die Scheibenwischer schaufeln und die Scheinwerfer versuchen, kleine Lichtkorridore in das Weiß zu fräsen: Ganz ähnlich müssen sich die Wikinger damals gefühlt haben, als sie Angst hatten, über den Rand der Weltenscheibe zu segeln. Und natürlich muss die Straße genau jetzt einen Schlenker machen. Na klar muss sie das!

Kilometerlang ging es kerzengeradeaus — jetzt aber dreht die Straße ab nach rechts, um einem Felsbrocken auszuweichen. Und unmittelbar hinter dem Fels geht’s wieder nach links, zurück in die alte Spur, was eine zweite hektische Lenkradkorrektur zur Folge hat, einen verschütteten Kaffee und beinahe einen verschrammten Mietwagen. Und dann? Ist der Nebel weg und Island wieder da. Als sei nichts gewesen. Als habe man das gerade eben bloß geträumt.

„Warum sie den nicht gesprengt haben? Den Fels?? Den oben an der Straße???“ Gunnar Johannson reagiert zehn Minuten später so, als habe man ihn da soeben etwas ganz, ganz Schlimmes gefragt. Ob man mit seinen beiden sechzehnjährigen blonden Zwillingstöchtern nachts mal um die Blöcke ziehen dürfe, zum Beispiel. Oder in seinem Hotelgarten ein Rockkonzert organisieren. „Auf gar keinen Fall hätte man den wegsprengen können! Unmöglich!“ Er hat den Schlüssel schon in der Hand, rückt ihn aber nicht heraus — als wisse er nicht genau, ob er einem solchen Gast überhaupt ein Zimmer vermieten könne. Das da oben an der Straße sei ein Elfenstein, sagt er. „Den darf man nicht so einfach aus dem Weg schaffen — das bringt Unglück! Deswegen hat man die Straße um ihn herum geführt. Fahren Sie beim nächsten Mal halt langsamer!“



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