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Flugpreise

Billigflieger verzweifelt gesucht (1/2)

Flugpreise

Die Glanzzeiten der Billigfliegerei liegen hinter uns. Für zehn Euro nach London, für keine 20 nach Venedig, für 50 Euro nach Zürich, fast umsonst durch Europa – alles Vergangenheit! Warum es so kam und wie man jetzt an die billigsten Tickets gelangt, zeigt der Überblick von unserem Autor Helge Sobik.

Genau 292 Euro soll der Flug übers Wochenende von Hamburg nach Rom kosten – mit Umsteigen. Ohne wäre es noch teurer. Für 247 Euro geht es von München nach Alicante und zurück, für fast 200 von Düsseldorf nach Barcelona: In besten Zeiten des Billigflieger-Booms blieben solche Plätze unverkäuflich. Heute sind das oft die Normalpreise. Leider: Wer heute die Internet-Portale der Airlines nach günstigen Tickets durchforstet, landet nur noch äußerst selten 50-Euro-Treffer, wie sie vor drei bis fünf Jahren an der Tagesordnung waren. Wir erklären Ihnen die Hintergründe:

WARUM DIE SPAR-GLANZZEITEN VORBEI SIND

Marktbereinigung: Pleiten, vor allem aber Fusionen und Allianzen sind daran Schuld. Aus Konkurrenten sind oft Partner geworden. Air Berlin zum Beispiel hat dba und LTU geschluckt, ist dann ein Bündnis mit Hapag-Lloyd-Express (HLX) eingegangen und hat einen Teil von deren Strecken übernommen. Hier hat sich eine große Gruppe formiert, die im Verbund gegen Platzhirsch Lufthansa (mit Germanwings, Austrian, Swiss, Air Dolomiti) und seine Partner antritt, sich aber nicht mehr untereinander mit Niedrigpreisen gegenseitig die Passagiere streitig macht.

Mehr Schwerpunkte: In Billigflieger-Gründerzeiten hat fast jeder jede Strecke ausprobiert und mit Try-and-error die lukrativsten Routen für sich herausgefiltert, die anderen dagegen bald wieder eingestellt. Dabei haben sich geographische Schwerpunkte herausgebildet, auf die sich Airlines konzentriert haben und auf denen sie Schwergewichte wurden. Dort werden sie kaum noch angegriffen, können deshalb viel höhere Preise nehmen.

Sättigung des Marktes: Viele Routen, die in den Boom-Jahren aufgelegt wurden, sind längst wieder eingestellt, weil Tickets auf diesen Strecken nur zu Dumpingpreisen abzusetzen waren. Selbst etablierte Billigflieger stoßen zudem inzwischen an Wachstumsgrenzen. Es gibt kaum noch neue Strecken, die sich innerhalb der Billigflieger-Logik (relativ kurze Flugzeiten, dazu kurze sogenannte „Umkehrzeit“ am Boden) rechnen bzw. die nicht bereits von der Konkurrenz bedient werden.

Das hat z.B. zur Folge, dass allein Marktführer Ryanair Branchenberichten zufolge während der Wintermonate dutzende Maschinen aus dem Verkehr genommen haben soll und erst im Frühjahr nach und nach wieder einsetzte. In der nachfrageschwächeren Zeit nehmen solche Maßnahmen Angebote aus dem Markt und befreien die Fluggesellschaften davon, allzu viele leere Sitze zu Tiefpreisen anbieten zu müssen, um ihre Flieger zu füllen.



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