Südsee

Uhrzeit 12:21

Temperatur 31 °C

Stichworte

Korallen, Tropenfische, Orchideen: schillernd ist die Tier- und Pflanzenwelt der Südsee an Land wie unter Wasser

    Anzeige

    Besiedlung

    Die Südseeinseln gehören zu den letzten Gebieten der Erde, die von Menschen besiedelt wurden. Woher die Siedler kamen, ist bis heute ungewiss. Eine ungefähre zeitliche Einordnung wurde durch radiologische Messungen möglich, die eine erste Besiedlung der Südseeinseln auf 3500 v. Chr. datierten. Tonga wurde später als Fidschi, Samoa erst 500 v. Chr. und die noch weiter im Osten gelegene Osterinsel schließlich 400 n. Chr. von Menschen betreten.

    Die ethnischen Unterschiede zwischen den Inselbewohnern lassen auf verschiedene Herkunftsgebiete schließen. So haben die Mikronesier einen asiatischen Einschlag und sind vermutlich lange vor Christi Geburt von Osten her in den Pazifik gewandert. Die dunkelhäutigen Melanesier besitzen negroide Züge und sollen vom afrikanischen Kontinent abstammen. Im Gegensatz zu den fast hellhäutigen Polynesiern, deren Urheimat wohl im heutigen Indonesien, möglicherweise aber auch in Südamerika lag. Letzteres wollte der norwegische Forscher Thor Heyerdahl beweisen, als er 1947 mit seinem aus Balsaholz gebauten Floß „Kon-Tiki“ ohne moderne Navigationsgeräte in 97 Tagen den Pazifik von Calao in Peru nach Tahiti überquerte. Trotz dieser Meisterleistung gilt seine Theorie weiterhin als umstritten.

    Die Wissenschaftler glauben heute, dass die Steinzeitmenschen damals mit dem Ziel, Land zu entdecken, bewusst nach Osten gegen den Wind gesegelt sind - um im Falle eines Scheiterns leichter, mit dem Wind im Rücken, nach Hause zurückkehren zu können. In den geräumigen Kanus war Platz für ausreichend Kokosnüsse, für Setzlinge, die in der neuen Heimat angepflanzt werden sollten, und für Haustiere wie Schweine und Hühner. So ausgerüstet, war die Grundlage für einen Neuanfang gegeben.


    Fauna

    Die Tierwelt außerhalb des Meeres ist artenarm. Es dominieren Seevögel; einige Zugvögel lassen sich periodisch nieder, mancherorts sind auch Landvögel wie z.B. Papageien heimisch. Fast überall sieht man die schwarze Molukken-Amsel, die einst zur Bekämpfung von Insekten eingeführt wurde. Unter den Säugetieren sind Fledermäuse heimisch und heute noch zahlreich. Schon bei der ersten Besiedlung landeten Ratten auf den Inseln, die sich schnell vermehrten. Ebenfalls eingeführt wurden Mäuse, und Nutztiere wie z.B. Schweine, die immer reichlich Fliegen anziehen. Deshalb sollte man den Gecko, eine überall präsente kleine Echse, lieb gewinnen. Er frisst Insekten und ist harmlos. Schmerzhafte Stiche und Bisse verursachen Skorpione und Tausendfüßler.

    Ausgesprochen artenreich ist die maritime Fauna. Fische in allen Größen und Farben bevölkern den Pazifik. Ganze Schwärme ziehen durch die Korallenwelt. Ungefährlich ist die Unterwasserwelt nicht. Im tiefen Meer jenseits des Riffs muss man mit Haien rechnen. Bis zu 2 m lange, giftige Seeschlangen, deren Biss tödlich ist, leben zwischen Korallen und kriechen nachts auch schon mal an den Strand. Rund 250 giftige Fischarten können unvorsichtigen Tauchern auch im Lagunenwasser gefährlich werden: Der Stich des Stachelrochen ist schmerzhaft, aber nicht tödlich. Anders der stachelige Steinfisch (Skorpionfisch), ein wahrer Tarnkünstler, dessen Gift zum Tod führen kann.

    Besonders bizarr sind viele Muschelarten, wie die riesige Clam-Muschel (Paua), die bei den Polynesiern roh als Delikatesse gilt, aber inzwischen unter Naturschutz steht. Es gibt Kegelschnecken (Conus-Schnecken), die winzige Giftpfeile abschießen, wenn ihnen Taucher zu nahe kommen. Leider liegen Seeigel mit manchmal giftigen und immer schmerzhaft stechenden Stacheln auch im seichten Wasser in Strandnähe auf dem Meeresboden.


    Flora

    Abgesehen von den großen Inseln Fidschis und Papua-Neuguineas ist die Pflanzenwelt im restlichen Südseeraum relativ artenarm, dafür farbenreich. Ursprungsland der Pflanzen dürfte Malaysia sein. Wind, Vögel und das Meer haben Samen auf die Inseln transportiert. So konnte sich in der Bergwelt der hohen Vulkaninseln auch tropischer Regenwald ausbreiten, wurden die Flussmündungen von Mangroven versumpft. Dazwischen, in den Niederungen, dominieren Bambus, Akazien, Feigen- und Papiermaulbeerbäume (Pandanus).

    Die Südseevegetation ist blüten- und farbenreich; neben zahlreichen Orchideenarten blühen weiße Gardenien (in Tahiti die Nationalblume) und Hibiskus in den Farben Weiß, Gelb und Rosa. Feurig rot strahlen die Blüten des Flametree (auch Flamboyant), allerdings nur von Dezember bis März. Von tiefroter Farbe sind die Blüten des Tulpenbaums.

    Dort, wo die Böden aus verwittertem Vulkangestein bestehen, findet auch die Landwirtschaft eine fruchtbare Krume vor. Hier werden eingeführte Kulturpflanzen angebaut: Süßkartoffel (auch Batate), Taro, Yams, Maniok (auch Tapioka oder Cassava genannt), Pfeilwurz und der Brotfruchtbaum (auch Uru). Auf Plantagen gedeihen Bananen, Ananas, Mango und Papayas (pawpaw).


    Geologie

    Auf dem Meeresgrund des Pazifiks herrscht Bewegung, die sogenannte Plattentektonik. Wenn sich die Platten verhaken, kann es an diesen Kontaktstellen zu Spannungen kommen, die im Extremfall Erdbeben im Innern der Erdkruste auslösen. Die labile Kontaktzone ist auch vulkanisch ausgesprochen aktiv.

    Bei den Südseeinseln werden fünf Haupttypen unterschieden:

    1. Kontinentalinseln: Sie ragen als Gipfel untermeerischer Berge aus dem Wasser und bestehen aus sehr altem, leichtem Fels, der sich bei entsprechenden Bewegungen des Meeresgrundes mit anderen Landmassen vereinigt. Beispiele: die Fidschi-Inseln Viti Levu und Vanua Levu.

    2. Hohe vulkanische Inseln: Sie entstehen über einem Hot Spot, der unterhalb des Meeresbodens Magma ausstößt. Der aus erkalteter Gesteinsschmelze gewachsene Berg kann eine Höhe von bis zu 4 km erreichen und ragt mit seiner Spitze aus dem Wasser. Durch das Wandern der Pazifischen Platte entfernt sich der Vulkan von dem Hot Spot, die Eruptionen hören auf. Im seichten Küstengewässer beginnt jetzt das Wachstum der Korallen, die im Lauf der Zeit ein Saumriff um die Insel bilden. Beispiele: Rarotonga (Cook-Inseln), Upolu und Savai'i (Samoa), Tutuila (Amerikanisch-Samoa).

    3. Barriereriffinseln: Je weiter sich die erloschene Vulkaninsel vom Hot Spot entfernt, desto niedriger erhebt sie sich über der Meeresoberfläche, verursacht durch Erosion oder einfaches Absinken. Weiter in die Höhe wächst dagegen das Korallenriff, bis es sich über den Wasserspiegel erhebt und Pflanzen Wurzeln schlagen. Motus heißen diese kleinen palmenbewachsenen Eilande, die draußen im Meer einen schützenden Ring um die Vulkaninsel und das seichte Küstengewässer (Lagune) bilden. Beispiele: Bora Bora (Französisch-Polynesien), Aitutaki (Cook-Inseln).

    4. Atolle: Die Vulkaninsel ist gänzlich im Meer versunken. Nur noch die flachen Motus des Korallenriffs erheben sich über dem Meer und umschließen das seichte, ruhige Salzwasser der Lagune. Beispiele: Tuamotu-Inseln (Französisch-Polynesien), Manihiki, Pukapuka (Cook-Inseln).

    5. Koralleninseln: Ein untermeerischer, mit Korallenbänken überlagerter Vulkanstumpf wird gehoben und erhebt sich mit der Kalksteinschicht flach über dem Meeresspiegel. Beispiele: Vava'u, Tongatapu (Tonga).


    Kokospalme

    Die Kokosnusspalme ist keine heimische Pflanze. Woher sie kommt und wie sie den Weg übers Meer gefunden hat, ist ungeklärt. Schwimmfähig ist die nusshaltige Frucht allemal. Bei entsprechender Strömung kann sie unbeschadet mehrere Tausend Kilometer zurücklegen. Der Nährstoffgehalt der keimenden Frucht reicht monatelang, bis der grüne Schößling sprießt. Selbst auf kargen Korallenböden schlägt die Palme Wurzeln und wächst bis zu einer Höhe von 30 m. In der Krone sprießen zwischen den großen, gefiederten Blättern männliche und weibliche Blüten. An Letzteren reifen innerhalb von zwölf Monaten die schweren, zunächst grünen Früchte. Zwischen dem 12. und 40. Lebensjahr kann eine Palme jährlich um die 80 Nüsse abwerfen. Nach spätestens 100 Jahren stirbt sie ab. Nur die grüne Frucht mit wenig weichem Kokosfleisch enthält den erfrischenden Saft. Erst die reife Nuss birgt im Innern das herzhafte, bissfeste, nährstoffreiche Fleisch.

    Ein angespitzter Holzpflock hilft den Insulanern, die Nuss aus der dunklen, faserigen Außenschale zu pellen. Ein paar Schläge auf die drei feinen Linien der haarigen Schale, und die Nuss ist in zwei Hälften gespalten. Mittels scharfer Muschelschalensplitter wurde früher das Fleisch aus den Hälften geraspelt, um daraus cremige Kokosmilch zu pressen. Kopra, getrocknetes Kokosnussfleisch, ist auf vielen Inseln das einzige Exportgut. Die ausgehöhlten Schalen dienen als Behältnisse in Haushalt und Werkstatt, als Schmuckstücke und Klangkörper für Musikinstrumente.


    Zyklone

    Von November bis März ist die Zyklon-Gefahr in der Südsee am größten. In diesen Monaten werden in Fidschi im Schnitt zehn Zyklone registriert. Der wuchernden tropischen Vegetation ist es zu verdanken, dass die Wunden relativ schnell heilen. Zyklone entstehen im Pazifik zwischen dem 5. und 20. Längengrad. Einer der Hauptgründe für die steigende Zahl ist die starke Erwärmung des Meeres im östlichen Pazifik. Daran ist nicht nur die allgemeine Erderwärmung, sondern auch eine warme südliche Wasserströmung mit Namen „El Niño“ schuld, die alle zwei bis sieben Jahre, meist um die Weihnachtszeit, den Ozean zwischen Südamerika und der Datumslinie an der Oberfläche stark erwärmt - und dann teils für Überschwemmungen, teils für extreme Trockenheit sorgt.

    ANZEIGE

    Preis-Vergleich: Günstige Flüge & Mietwagen finden

    Bilder zu Südsee

    • Südsee
    • Südsee
    • Südsee
    weitere Bilder zu Südsee
    ANZEIGE
    MARCO POLO Shop

    Ihre Vorteile im MARCO POLO Shop:

    • Versandkostenfreie Lieferung
    • Bequem bezahlen per Rechnung

    » Jetzt im Shop bestellen!

    Anzeige
    Mein Reiseplaner
    Mein Reiseplaner
    Der neue MARCO POLO
    REISEPLANER

    Unser Reiseplaner macht verreisen einfach. Lieblingsorte merken, Reise planen, Koffer packen und los geht's.

    Mehr Infos zum Reiseplaner
    Nach oben