Leipzig

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Buch- oder Musikstadt, Messestandort oder Keimzelle der friedlichen Revolution – in Leipzig ist immer was los

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    Bach und die Thomaner

    In Leipzig gibt es zwei Ikonen: den Thomanerchor und seinen berühmten Kantor Johann Sebastian Bach. Die Sängerknaben und der Maestro gehören zur Musikstadt wie der Notenschlüssel zur Partitur. Angefangen hat das Ganze im Augustiner Chorherrenstift des Markgrafen Dietrich von Meißen, 1212 im Thomaskloster gegründet. Als 500 Jahre später ein neuer Kantor gesucht wurde, war der Capellmeister Bach nur zweite Wahl. Doch Telemann, der Wunschkandidat, blieb lieber in Hamburg, und so kam Bach 1723 nach Leipzig. So innig wie man heute meinen könnte, war das Verhältnis zwischen Stadt und Thomaskantor jedoch nie. Häufig gab es Streit: um Disziplin, um Geld. Als Bach 1750 starb, wurde er an der Südmauer der Johanniskirche beigesetzt. Nach 1894 wurden seine sterblichen Überreste in einen Sarkophag in der Kirche umgebettet und 1949 in die Thomaskirche überführt. Leipzig zelebriert die musikalische Tradition im Juni mit dem Bachfest. Hinreißend sind die Thomaner-Aufführungen von Bachs Weihnachtsoratorium und das Weihnachtsliedersingen in der Thomaskirche. Gegen einen geringen Obolus kann man den Motetten und Kantaten in der Thomaskirche lauschen (Fr 18, Sa 15 Uhr | nicht in den Ferien und bei Konzertreisen).


    BMW und Porsche

    Autos made in Saxony – das hat Tradition, seit August Horch 1904 seine Motorenwerke in Zwickau gründete. Später wurde dort der DDR-Trabi gefertigt. In Leipzigs Norden haben sich nun Porsche und BMW niedergelassen. Das hat Tausende Arbeitsplätze geschaffen und den Ruf Leipzigs als Autostadt begründet. Im Porsche-Werk wird u. a. der Geländewagen Cayenne produziert. Besichtigung, Erlebnisprogramm, Pole Position Brunch: www.porsche-leipzig.de. BMW lässt in dem futuristischen Werk der Architektin Zaha Hadid die 1er- und 3er-Reihe und seit kurzem auch Elektroautos bauen. Werksführungen: www.bmw-werk-leipzig.de


    Buch- und Literaturstadt

    Die Buchstadt Leipzig blickt auf eine stattliche Tradition zurück. Schon im 16. Jh. bescherte der Reformator Martin Luther den Leipziger Druckern mit seinen Schriften einen regelrechten Boom. Auch die erste Tageszeitung der Welt soll 1650 hier erschienen sein. Ab 1825 residierte in Leipzig der Börsenverein der Buchhändler. Die Verlage Brockhaus, Reclam, Baedeker, Insel und Seemann schrieben mit ihren Editionen und Lexika Buchgeschichte und machten die Stadt reich. Im Zweiten Weltkrieg fiel das Grafische Viertel mit unzähligen Verlagen und Druckereien 1943 einer einzigen Bombennacht in Schutt und Asche. Die Verlage zogen fort, nach der Wende mussten auch die DDR-Gründungen aufgeben. Geblieben sind wunderbare Ausstellungen in der Deutschen Nationalbibliothek und im Museum für Druckkunst. Gelesen wird in Leipzig immer noch – Tausende pilgern alljährlich zu „Leipzig liest“, dem Lesefest der Leipziger Buchmesse, und in das Haus des Buches.


    Bunte Off-Kultur

    Was geht vor in den Köpfen der Leute, die sich ein Badewannenrennen auf dem See der Tränen vor dem Völkerschlachtdenkmal einfallen lassen? Oder ein Seifenkistenrennen vom „Gipfelplateau“ des Fockeberges? Oder ein Neujahrssingen aller Leipziger Wirte? Die erst ein „besser leben“ und dann ein „noch besser leben“ gründen. Die in Eigenregie das 100-jährige Filmtheater UT Connewitz betreiben. Oder von Künstlern entworfene Aktien verkaufen, um damit das kostbare Jugendstiltheater Schaubühne Lindenfels vor dem Verfall zu retten. Manche von ihnen sprechen selber von „Realitätsverlust“. Die Leipziger danken ihnen diese kreative Energie längst. Denn diese grenzen- und schrankenlosen Kulturmacher, Phantasten, selbst ernannten Zimmerleute, Anstreicher und Bartender haben eine Szene geschaffen, die in Deutschland wohl einzigartig ist. Sie bieten Abend für Abend ein Kulturprogramm an besonderen Orten, das sich in keine Schublade quetschen lässt, nie banal, aber fast immer von hintergründigem Witz geprägt ist. Die manchmal versteckten Zugänge zu diesen Kulturtempeln der anderen Art erfordern ein wenig Spürsinn, ein wenig Abenteuerlust. Dann aber ist „noch besser leben“ garantiert!


    Kreativer Süden

    Der Leipziger Süden wurde nach der Wende nur langsam saniert. Noch heute gleicht die Karl-Liebknecht-Straße, von den Leipzigern liebevoll „Karli“ genannt, einer Schlaglochpiste. In die Höfe der Häuserkarrées zogen Ateliers, Fotostudios und Yogazentren, dazwischen entstanden ökologische Stadtgärten, Spielboote und Klettergerüste. Entlang der Karli und rund um den Südplatz öffnete eine Kneipe nach der anderen. Südvorstadt und Connewitz, das sind heute die kinderreichsten Viertel in Leipzig. Ihre Zukunft ist gesichert, nicht nur wegen der vielen jungen Familien, sondern auch wegen MDR, Biocity und Gewandhaus, in deren Dunstkreis Filmsets erdacht, Dissertationen geschrieben, Konzerte eingeübt werden. Hier ist die Hochburg der Kreativen, die mit ihren Dienstleistungen kurz nach den KFZ-Mechanikern für die meisten Firmengründungen der Stadt sorgen. Nur in Ausnahmefällen wird einer von ihnen reich, der Rest lebt glücklich in Connewitz.


    Messe

    Im Norden der Stadt entstand in den 1990er-Jahren eines der modernsten Messegelände des Kontinents. Charakteristisch ist die halbrunde Tunnelröhre aus Glas und Stahl. Volkwin Margs Konstruktion ist gigantisch und filigran zugleich. In nur drei Jahren wurde die Neue Messe aus dem Boden gestampft. Rund 40 Messen locken jährlich mehr als 1,6 Mio. Besucher. Höhepunkte sind die Automobil International, die Leipziger Buchmesse und die Partner Pferd mit prominent besetzten Turnieren und viel Showprogramm.


    Montagsdemos

    Das berühmte Schild „Offen für alle“ steht heute noch vor der Nikolaikirche. Dort begannen in den 1980er-Jahren die Montagsdemos mit dem Friedensgebet um 17 Uhr. Eine kleine Gruppe von meist kirchlich geprägten Oppositionellen stieß einen Stein an, der die DDR ins Wanken brachte. Im Herbst 1989 schwoll der Strom der Demonstranten bis auf 100 000 Menschen an, die friedlich um den Innenstadtring zogen. Leipzig schmückt sich seither mit dem Titel „Stadt der Helden“.


    Neue Leipziger Schule

    Neo Rauch ist der künstlerische Mittelpunkt, Gerd Harry Lybke die schillerndste Galeristenfigur dieser Kunstrichtung. In den 1990er-Jahren erlebte die gegenständliche Malerei in Leipzig eine Renaissance. Arno Rink und Sieghard Gille gaben an der Hochschule für Grafik und Buchkunst die Einflüsse der DDR-Maler Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke weiter. Junge Maler wie Neo Rauch oder Matthias Weischer, Tilo Baumgärtel u. a. entwickelten ihre eigene Farb- und Formensprache: die „Neue Leipziger Schule“ war geboren. Und die gegenständliche Leere verkauft sich bestens: Rauchs Werke erzielen mittlerweile Preise von bis zu 500 000 Dollar. Seine gigantisch großen Bilder haben es inzwischen sogar bis ins Museum of Modern Art in New York geschafft. Die große Vielfalt der Szene erlebt man am besten bei einem Besuch der Ateliers und Galerien in der alten Baumwollspinnerei in Plagwitz.


    Stadt am Wasser

    Die schicksten Lofts werden derzeit in Plagwitz am Wasser gebaut, eigener Anlegeplatz und Sonnenterrasse inklusive. Ein paar Paddelschläge entfernt residiert der Lieblingsitaliener oder -grieche, natürlich ebenfalls mit Steg und Terrasse. Oder nochmal schnell ins Büro? Auch zur Bank in der Innenstadt paddelt man entspannt – der Ausstieg ist direkt am Gebäude. Was heute Realität ist, war noch vor ein paar Jahrzehnten undenkbar. Leipzig eine Wasserstadt? Ein paar dünne Flüsschen ziehen durch seine Mitte, einige Kanäle versorgten früher Kürschner mit Wasser, dann wurden sie verschüttet. Im Süden, wo seit einigen Jahren eine riesige Seenplatte entsteht, weidete früher Vieh, dann wurde jahrzehntelang Braunkohle abgebaut.

    Doch schon 1860 hatte der Kaufmann Karl Heine die Idee, Plagwitz mit seinen Buntgarnwerken, Fabriken und Gießereien durch einem Kanal zu erschließen und in ferner Zukunft bis an die Nordsee anzubinden. Von 1992 bis 1996 wurde der Karl-Heine-Kanal saniert und damit der Startschuss für einen einzigartigen Gewässerverbund gegeben. Neben den vorhandenen Flüssen und Kanälen werden auch die alten, verschütteten Wasseradern wieder freigelegt und an die Seen im Süden angeschlossen.

    Im Sommer 2011 wurden die ersten Touren eröffnet. Vom neuen Stadthafen zwischen Käthe-Kollwitz- und Friedrich-Ebert-Straße ist nun der Weg über eine Schleuse an den Cospudener See frei. Der Stadtkurs Leipzig (siehe Stadtspaziergänge) wurde erweitert. Künftig werden Wasserwanderungen sogar bis an den Zwenkauer See weit im Süden Leipzigs möglich sein. Vom Stadthafen Leipzig aus startet RANAboot0177 6112587www.ranaboot.dez. B. Stadtkurs ca. 1 Std. 12 Euro derzeit im Sommer zu drei verschiedenen geführten Bootstouren. Bei sehr niedrigen Wasserständen oder während besonderer Naturschutzmaßnahmen werden die Routen abschnittsweise nicht befahren. Geübte Wasserwanderer können die Kurse auch auf eigene Faust mit dem Kanu befahren: Kanuverleihs am Rennbahnsteg0178 6850101 oder Boot-Shop Herold0341 4011059auch Fahrgastschifffahrt. Vorsicht allerdings am Palmengartenwehr! Einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Wasserwege und Bootsanbieter gibt www.gewaesserverbund.de.


    Universität

    Die Universität Leipzig, 1409 gegründet, ist nach Heidelberg die zweitälteste Universität in Deutschland. Köln (1386) und Erfurt (1379) waren zwar noch früher dran; diese Universitäten mussten allerdings zwischendurch schließen. Im 16. Jh. spielte die Universität in den Disputen um die Reformation eine große Rolle. Als ihre beste Zeit kann man die Jahrhundertwende um 1900 bezeichnen. Mit fast 12 000 Studenten war sie 1908 nach Berlin und München die drittgrößte Universität Deutschlands. Die Nobelpreisträger Werner Heisenberg, Ernst Bloch, Wilhelm Ostwald, Theodor Mommsen lernten oder lehrten in Leipzig. Im Dritten Reich jedoch war die Uni besonders betroffen von den Repressionen der Nazis und verlor fast alle namhaften Lehrer.

    Seit der Wende sucht die ehrwürdige Alma Mater ihren Platz in der modernen Wissens- und Forschungslandschaft Deutschlands. Sie kämpft gegen die Konkurrenz der Landeshauptstadt Dresden um Studenten, Geld und Exzellenz. Dabei kann sie inzwischen mit modernen Lehr- und Verwaltungsgebäuden punkten und hat mit der Deutschen Nationalbibliothek und der Bibliotheca Albertina zwei hervorragend ausgestattete und wohl unübertroffen prächtige Lesesäle zur Verfügung.

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