Amsterdam

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Hausboote, Monarchie und die Snackkultur: Charakteristisches, Bemerkenswertes und Kurioses in der Grachtenstadt

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    Blumen

    Wer in Holland zu einer Geburtstagsfeier oder einem Essen eingeladen wird, erscheint nie ohne Blumenstrauß. Seit Jahrhunderten gehören Schnittblumen, vor allem natürlich Tulpen, zur niederländischen Kultur und sind ein bedeutender Wirtschaftszweig. Jährlich werden Blumen im Wert von 8 Mia. Euro exportiert. Im Schnitt gibt jeder Holländer 76 Euro im Jahr für Blumen aus – eine ganze Menge angesichts der niedrigen Preise für Blumensträuße. Um die große Nachfrage zu befriedigen, gibt es in Amsterdam überall kleine Blumenstände.


    Coffeeshops

    Die Niederlande sind weltweit das einzige Land, in dem der öffentliche Verkauf von bis zu 5 g Cannabis toleriert wird. Illegal ist der Handel dennoch, er bleibt nur ohne Strafverfolgung – ein Widerspruch, der unter dem Begriff gedogen, Duldung, bekannt ist. Man will mit dieser Drogenpolitik eine Trennung der Märkte für weiche und harte Drogen bewirken. In Amsterdam kann man in etwa 100 Coffeeshops Softdrugs erstehen und konsumieren. Auf der Menükarte der meist intensiv duftenden Etablissements finden sich darüber hinaus Fruchtsäfte und Smoothies, aber kein Bier oder Schnaps – für den Ausschank von Alkohol bedarf es einer anderen Lizenz.


    Dutch Design

    Seit den 1990er-Jahren befindet sich das niederländische Design auf einem Höhenflug. In aller Welt sind die meist schnörkellosen, aber humorvollen Produkte von niederländischen Designern gefragt. Angefangen hat alles mit Droog Design (wörtlich: trockenes Design), einem Kollektiv junger Designer, das sich Mitte der 1990er-Jahre in Amsterdam formierte, um ein Gegenmodell zum geleckten Hochglanzdesign zu entwickeln. Innerhalb kürzester Zeit waren ihre ersten Entwürfe – darunter ein Sessel aus zusammengebunden Altkleidern, ein Lüster aus einem Bündel Glühbirnen und eine Türklingel aus zwei Weingläsern – weltberühmt.

    Inzwischen ist Dutch Design fast zur Marke geworden, und Droog Design hat einen beliebten Laden nebst Galerie in der Staalstraat eröffnet, in dem ungewöhnliche Produkte von jungen Designern verkauft werden. Der international erfolgreichste Ex-Droog-Designer Marcel Wanders fährt dagegen einen anderen Kurs: Er hat sich schnörkelreichem Neobarock verschrieben, der aber ebenfalls nicht ohne ein Augenzwinkern daherkommt. Seit 2009 residiert sein Designlabel Moooi in einer alten Schule im Jordaan. Dass er dieses Gebäude beziehen konnte, verdankt er unter anderem dem Amsterdamer Stadtrat, der die Designbranche seit einigen Jahren ganz bewusst fördert. Dazu gehören neben Festivals wie Dutch Design Double, das alljährlich im September stattfindet, auch die Ausstattung der gesamten neuen Stadtbibliothek mit niederländischen Designmöbeln und die gezielte Ansiedlung junger Designer im Rotlichtviertel, wo sich nun Ateliers in ehemaligen Bordellen befinden – und Bände darüber sprechen, in welche Richtung Amsterdam sich als Reiseziel gerne entwickeln möchte.


    Fahrräder

    Über 550 000 Fahrräder soll es in Amsterdam geben. Rund ein Drittel der Amsterdamer bewegt sich stets mit dem Fahrrad fort – in der überschaubaren, aber ständig von Staus verstopften und zugeparkten Stadt ist das fiets das beste Verkehrsmittel. Radfahrer dürfen so ziemlich alles, sogar zu zweit nebeneinander fahren und Passagiere auf dem Gepäckträger mitnehmen. Nur auf die Beleuchtung wird seit einigen Jahren geachtet: Abends gibt es regelmäßig Lichtkontrollen für Radfahrer auf Amsterdams Straßen. Die meisten Drahtesel befinden sich in erbärmlichem Zustand. Das ist jedoch Taktik: Sieht ein Rad zu teuer aus, wird es im Handumdrehen gestohlen.


    Grachten

    Amsterdam wird auch als „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Den Beinamen verdankt es den Grachten, die das Bild der Altstadt bestimmen. Früher dienten sie als Abwasserkanäle: Einmal täglich wurden die Schleusen geöffnet und das schmutzige Wasser in die Zuiderzee, das heutige IJsselmeer, gespült. Auch heute wird das Wasser mehrmals pro Woche ausgetauscht. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden einige Grachten zugeschüttet, um den Verkehrsfluss in der Altstadt zu erleichtern. Einzig ihre Namen – Vijzelgracht, Lindengracht oder Palmgracht – zeugen noch davon, dass diese Straßen einmal Kanäle waren.


    Hausboote

    Mal sehen sie sehr gepflegt aus, mal heruntergekommen; mal sind es umgebaute alte Lastkähne, mal schwimmende Bungalows. 2400 Wohnboote dümpeln vor allem auf Singel und Prinsengracht. In den 1950er-Jahren kamen zuerst Studenten auf die Idee, dass ausgemusterte Schiffe hervorragende Wohnungen abgeben. Heutzutage werden Hausboote vor allem von Liebhabern und Exzentrikern bewohnt. Die Stadt hat die treibenden Häuser jedoch stets nur widerwillig hingenommen: Inzwischen ist es beinahe unmöglich geworden, einen Liegeplatz für ein neues Hausboot zu bekommen.


    Het IJ

    Hinter dem Hauptbahnhof liegt die große Wasserfläche des IJ (auszusprechen wie das deutsche Wort „Ei“) und bildet die nördliche Grenze der Innenstadt von Amsterdam. Riesige Kreuzfahrtschiffe laufen von der Nordsee über das IJ ins Terminal ein, Frachtschiffe schippern vom Rheinkanal kommend in Richtung Amsterdamer Hafen, und kleine Fußgängerfähren kreuzen ständig nach Amsterdam-Noord. Was das IJ genau ist, ist schwer zu beschreiben. Ein Fluss? Ein Meeresarm? Ein See? Nichts davon trifft es wirklich. Vor 1932, als der Abschlussdeich im Norden Hollands noch nicht gebaut war, war das östlich von Amsterdam gelegene IJsselmeer noch die Zuiderzee und damit Teil der Nordsee. Het IJ war damals ein Seitenarm der Zuiderzee, also eine Meeresbucht. Ursprünglich endete sie westlich von Amsterdam in den Dünen; ein direkter Zugang zur offenen Nordsee wurde erst 1876 mit dem Nordseekanal geschaffen. Gleichzeitig wurden im Osten Amsterdams ein Damm und die Oranjeschleusen gebaut, die das IJ vom IJsselmeer trennen. Heutzutage wird das IJ meist als Fluss bezeichnet. Sein Wasser ist noch leicht brackig, aber gilt offiziell nicht mehr als Salzwasser. Heringe und manch andere Meeresfische fühlen sich darin trotzdem pudelwohl.


    Monarchie

    Die Niederlande sind eine konstitutionelle Monarchie. Das ist jedoch noch nicht allzu lange der Fall: Zwar herrscht bereits seit 1572 das Haus Oranien-Nassau über das Land, aber nach dem Freiheitskrieg gegen Spanien wurde Holland zunächst zur Republik. Etwa 200 Jahre lang besetzten die Oranier nur den Posten des Statthalters. Erst 1815, nach der Besatzung durch Napoleon, bestieg mit Wilhelm I. der erste König den Thron.

    Es mag verwundern, dass ausgerechnet die pragmatischen Niederländer sich heute noch den Luxus eines Königshauses leisten. Aber ebenso wie ihre 2004 verstorbene Mutter Juliana, die als besonders volksnah bekannt war, ist Beatrix (geb. 1938), die 1980 den Thron bestieg und 2013 abdankte, bei den Niederländern äußerst beliebt. König der Niederlande ist nun ihr Sohn Willem-Alexander (geb. 1967), der in jungen Jahren wegen seiner Feierfreudigkeit als prins pils bekannt war. Das änderte sich jedoch, als er 2002 die bürgerliche Argentinierin Máxima Zorreguieta (geb. 1971) heiratete. Nun ist Máxima Königin und beinahe so populär, wie ihre Schwiegermutter es zuvor war. Wann immer das Königspaar mit seinen drei blonden Töchtern Amalia (geb. 2003), Alexia (geb. 2005) und Ariane (geb. 2007) im Fernsehen erscheint, schießen die Einschaltquoten in die Höhe.


    Snackkultur

    Kroket, frikandel, loempia und patat oorlog – so heißen die Stars der Amsterdamer Snackkultur. In Öl frittiert und lecker ungesund sind sie allesamt. Manche, wie loempia (zigarrenförmige Frühlingsrolle mit scharf-süßer Chilisauce), bamischijf (in Scheibenform gepresste und frittierte pikante Nudeln) und patat oorlog (Pommes mit Mayonnaise, Erdnusssauce und Zwiebeln) weisen kulinarische Einflüsse aus der Kolonialvergangenheit der Niederlande auf. Aber auch der urholländische nieuwe haring (Matjeshering) ist Teil der ausgeprägten Fast-Food-Kultur, wird er doch selten als Hauptgericht, sondern meist als schneller Happen zwischendurch an einem Straßenstand verspeist.

    Ihren Höhepunkt erlebt die Amsterdamer Snackkultur in der automatiek, einem Verkaufsautomaten für Heißes und Fettiges. Hinter kleinen Türchen schlummern Käsesoufflés, Hackbällchen und Nudelscheiben und warten darauf, dass jemand ein paar Euro einwirft, das Türchen öffnet und sie verspeist. Die bekannteste Snackbarkette mit automatiek heißt Febo, wurde bereits 1941 gegründet und findet sich in Amsterdam an fast jeder Ecke. Kenner schwören hingegen auf die hausgemachten Garnelen- und Fleischkroketten der Bäckerei Holtkamp in der Vijzelgracht 15, die auch auf der Vorspeisenkarte manch eines guten Restaurants stehen.


    Takelbalken

    Man sieht sie an fast jedem Haus, ob es 400 oder vier Jahre alt ist: Takelbalken. Die mit einem Haken versehenen Balken ragen meist über dem Dachfenster aus der Fassade. Sie sind keineswegs historische Artefakte, sondern werden noch heute benutzt. Die Treppen in Amsterdamer Häusern sind extrem schmal und steil, sodass man größere Gegenstände kaum hinaufbringt. Stattdessen leiht man beim Umzugsunternehmer eine Seilwinde, befestigt sie am Takelbalken und hievt Schränke, Klaviere und andere sperrige Dinge durch ein Fenster in die Wohnung.


    XXX

    Immer wieder begegnet man in Amsterdam einem Symbol aus drei übereinander stehenden Kreuzen. Es ziert nicht nur die Krone auf der Spitze des Westertoren, sondern auch den Giebelstein von Grachtenhäusern und vor allem die kleinen braunen, als Amsterdammertjes bekannten Pfähle, die in der Innenstadt die Gehwege von der Straße abgrenzen. Mancher Besucher vermutet, dass diese Kreuze etwas mit dem Rotlichtviertel und dem X-Rating von Filmen zu tun haben könnten – und in vielen Läden findet man auch mehr oder weniger witzige Souvenirs, die mit genau dieser Assoziation spielen.

    In Wahrheit handelt es sich aber um die drei Andreaskreuze, die schon seit dem Mittelalter Teil des Amsterdamer Stadtwappens sind. Weshalb das Wappen ausgerechnet diese drei Kreuze zeigt, ist allerdings unklar. Vermutlich hat es damit zu tun, dass die meisten Einwohner Amsterdams im Mittelalter Fischer waren wie der Apostel Andreas. Ab 1505 mussten jedenfalls alle in Amsterdam registrierten Schiffe die Flagge mit den drei Kreuzen führen.

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